Tesla FSD: Sicherheit nur Faktor 3, nicht 10 wie versprochen
28.05.2026 - 18:46:02 | boerse-global.deGleichzeitig schrumpft die aktive Roboterflotte des Konzerns drastisch. Steckt der Elektroautopionier in einer Sackgasse?
Zweifelhafte Sicherheitsstatistiken
Die am 28. Mai veröffentlichte Analyse enthüllt, dass Teslas interne Methodik zur Berechnung der FSD-Sicherheit die tatsächliche Leistung des Systems deutlich überhöht. Während der Hersteller behauptet, seine Technologie sei zehnmal sicherer als menschliche Fahrer, gehen unabhängige Forscher und ehemalige Mitarbeiter von einem realen Faktor von lediglich drei aus.
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Der Kern des Problems: Tesla vergleicht Unfälle mit Airbag-Auslösung aus der eigenen, rund vier Jahre alten Flotte mit einem breiteren Datensatz der US-Behörden. Dieser umfasst auch weniger schwere Abschleppunfälle aus einem nationalen Fuhrpark mit einem Durchschnittsalter von fast 13 Jahren. Verkehrssicherheitsexperten bezeichnen diese Statistik als irreführend – neuere Fahrzeuge sind schlichtweg sicherer, unabhängig von der Assistenzsoftware.
Noch brisanter: Interne Zweifel der KI-Trainer. Mehrere ehemalige Datenlabeler gaben an, dem System selbst nicht vertrauen zu würden. Sie berichten von Softwareversagen bei einfachen Manövern und Beinaheunfällen mit Fußgängern und Kindern. Der sogenannte „Mad Max"-Modus überschreite regelmäßig Tempolimits um bis zu 50 km/h.
Schrumpfende Flotte statt Expansion
Tesla wollte seinen autonomen Ride-Hailing-Dienst rasant ausbauen. Doch die aktuellen Zahlen zeigen das Gegenteil. Am 27. Mai waren in Texas nur noch 20 fahrerlose Robotaxis aktiv – ein Rückgang von 25 im April.
Die Entwicklung in den Schlüsselmärkten:
- Austin: Von 19 auf 14 aktive Fahrzeuge gesunken
- Dallas und Houston: Jeweils drei Fahrzeuge – keine Veränderung
- Bay Area: Die beaufsichtigte Flotte brach von 107 auf nur noch neun Fahrzeuge ein
Insgesamt schrumpfte Teslas aktive Ride-Hailing-Flotte von 165 Fahrzeugen im Frühjahr auf nur noch 34 Ende Mai. Zum Vergleich: Der Konkurrent Waymo betreibt rund 3.000 Robotaxis in mehreren Städten und bereitet weitere Starts in Atlanta, Miami und Washington D.C. vor.
Kritische Fehler im Praxistest
Ein Test des Fachmagazins Car and Driver mit einem Model Y Baujahr 2026 in Michigan und Kalifornien zeigt die Grenzen des Systems. Zwar meisterte die Software Autobahnen und Kreisverkehre souverän, doch dann folgten kritische Fehler: Sie erkannte einen Bodenschweller im Schatten nicht, versuchte in die falsche Einfahrt zu biegen und steuerte auf die Gegenfahrbahn zu.
Hinzu kommen regulatorische Hürden. Kalifornische Behörden bestätigten, dass Tesla keine Genehmigungen für fahrerlose Operationen beantragt hat. 2025 legte der Konzern in Kalifornien null autonome Testkilometer zurück – während Wettbewerber Millionen Kilometer dokumentierten, bevor sie eine kommerzielle Zulassung beantragten.
Hardware-Probleme und Rückrufe
Parallel zur Software-Sorge gibt es Ärger mit der Hardware. Am 26. Mai rief Tesla 14.575 Model Y der Baujahre 2025 und 2026 zurück. Grund: fehlende Zertifizierungsetiketten. Ein Werksscanner hatte versäumt, die Aufkleber mit Angaben zu maximalem Gewicht und Herstellungsdatum zu prüfen.
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Zukunft hängt an Software-Neuschreibung
Das Management stellt klar: Eine Ausweitung der Roboterflotte ist erst mit der FSD-Softwareversion 15 möglich. Diese Neuschreibung soll die aktuellen Lücken schließen – doch der Zeitplan verschiebt sich auf Ende 2026 oder Anfang 2027.
Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA behält Tesla im Visier. Bereits früher erzwang sie Rückrufe von über zwei Millionen Fahrzeugen wegen Autopilot-Problemen. Aktuelle Berichte zeigen: Die Unfallrate von Teslas Robotaxis liegt noch immer rund viermal höher als die menschlicher Fahrer. Der Weg zum vollständig autonomen kommerziellen Dienst bleibt steinig.
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