Tesla, FSD

Tesla FSD in Irland: Gespräche über nationale Freigabe umgehen EU-Verzögerung

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 06:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Gespräche mit Irland eröffnen Tesla einen nationalen Zulassungsweg; EU-weite FSD-Erlöse verschieben sich frühestens auf 2027.

Tesla sucht FSD-Zulassung in Irland, während EU-Entscheidung vertagt ist
Eine leere, moderne Autobahn erstreckt sich durch eine grüne europäische Landschaft bei hellem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Der US-Elektroautobauer Tesla sucht im Ringen um die europäische Zulassung seines Fahrassistenzsystems FSD (Supervised) neue Wege über bilaterale Vereinbarungen. Das Unternehmen bestätigte Gespräche mit den irischen Verkehrsbehörden über eine nationale Freigabe. Zuvor war eine geplante EU-weite Abstimmung über das System vom 6. Oktober auf frühestens Dezember vertagt worden.

Irland zählt für den Konzern zu einem wachsenden Markt: In dem Land verzeichnete das Unternehmen kumuliert über 15.000 Fahrzeugauslieferungen sowie im laufenden Jahr bisher mehr als 2.729 Neuzulassungen. Zudem plant der Hersteller ein neues Vertriebszentrum im Norden von Dublin.

Nationale Vorstöße statt EU-weiter Gesamtlösung

Die Verzögerung auf europäischer Ebene zeichnete sich im Vorfeld des Treffens des zuständigen Fachausschusses ab. Der Entwurf der Agenda für die 119. Sitzung des Technischen Ausschusses für Kraftfahrzeuge der Europäischen Kommission vom 11. September sieht für den 6. Oktober in Brüssel lediglich eine 25-minütige Fortsetzung der Diskussionen vor. Gegenstand ist eine niederländische Ausnahme-Anfrage nach Artikel 39 der EU-Verordnung 2018/858.

Die niederländische Verkehrsbehörde RDW hatte am 10. April 2026 eine solche Genehmigung erteilt, die zunächst nur national gültig war. Seitdem haben sieben EU-Mitgliedstaaten die niederländische Regelung anerkannt: Neben den Niederlanden sind dies Litauen seit dem 20. Mai, Estland seit dem 29. Mai, Dänemark seit dem 9. Juni, Belgien seit dem 10. Juni nach einer Testphase über 5.000 Kilometer in Flandern sowie im September Slowenien am 7. September und Tschechien am 21. September. Zusammen repräsentieren diese sieben Länder jedoch weniger als 12,0 Prozent der EU-Bevölkerung.

Hürden durch Bevölkerungsmehrheiten und Sicherheitsbedenken

Für eine EU-weite Gültigkeit verlangt das europäische Regelwerk eine qualifizierte Mehrheit. Erforderlich sind die Stimmen von mindestens 15 der 27 Mitgliedstaaten, die zugleich mindestens 65,0 Prozent der Unionsbevölkerung oder rund 292 Millionen Menschen vertreten müssen.

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Die geplante EU-Abstimmung über Teslas FSD (Supervised) wurde vom 6. Oktober auf frühestens Dezember vertagt — ohne feste Beschlussfrist. Wer die Zulassungsstrategie des Konzerns und ihre Folgen für den Software-Umsatz einordnen will, findet hier die belegbaren Fakten statt Spekulation. Kostenlose FSD-Analyse jetzt anfordern

Große Mitgliedstaaten wie Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien haben bisher keine Genehmigung erteilt. Diese vier Staaten vereinen zusammen etwa 58 Prozent der EU-Bürger auf sich, wobei Deutschland allein einen Anteil von rund 18,6 Prozent stellt.

Widerstand formiert sich insbesondere in Schweden und Frankreich, die eine Ablehnung fordern. Die schwedischen Behörden verlangten bereits per Schreiben vom 30. April die Deaktivierung einer Funktion zur manuellen Anpassung der Geschwindigkeitsüberschreitung. Frankreich verweigerte im Juli die Anerkennung und verwies auf Geschwindigkeitsüberschreitungen des Systems von bis zu 50 Prozent.

Zusätzlichen Druck erzeugte am 24. September 2026 ein Bericht der belgischen Verkehrssicherheitsgruppe Johanna.be. Die Organisation untersuchte Testfahrten von rund 400 Kilometern im Raum Brüssel und stellte fest, dass das System in 55 Prozent der geprüften Tempo-30-Abschnitte zu schnell fuhr, bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 44 km/h. In Wohnstraßen mit einem 20-km/h-Limit sei das Tempo an 42 Prozent der Stellen überschritten worden.

Tesla betonte demgegenüber in einer eigenen Untersuchung aus dem September, die Fahrzeuge passten sich dem umgebenden Verkehrsfluss an und überschritten Grenzwerte nicht maßlos.

Verzögerung dämpft Software-Umsätze in Europa

Die erneute Vertagung ohne feste Beschlussfrist bremst die wirtschaftlichen Pläne des Herstellers. Elon Musk kommentierte die Verschiebung auf der Plattform X mit einem Seufzen.

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Sieben EU-Staaten haben die niederländische FSD-Zulassung inzwischen anerkannt, doch sie vertreten zusammen weniger als 12 Prozent der EU-Bevölkerung. Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien — zusammen rund 58 Prozent der Bürger — stehen weiter aus. Der Leitfaden zeigt, welche Hürden die qualifizierte Mehrheit von 15 Staaten und 65 Prozent der Bevölkerung noch blockieren. EU-Zulassungs-Check jetzt sichern

Durch den Zeitverzug verschiebt sich ein nennenswerter europäischer Software-Umsatz mit FSD auf frühestens 2027, da Tesla das System in Europa seit dem 21. Mai nicht mehr zum Einmalkauf, sondern ausschließlich im Abonnement anbietet. Bis zu einem förmlichen EU-Beschluss bleibt der Zugang zu Erlösen aus Abonnements in einem der weltgrößten Automobilmärkte stark fragmentiert.

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