Tesla FSD in Frankreich: Straßentests ab sofort, EU-Abstimmung im Oktober
Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 19:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Frankreich hat am 6. September 2026 mit praktischen Straßentests von Teslas Fahrassistenzsystem Full Self-Driving (FSD) begonnen. Im Rahmen dieser Erprobung kommen zwei speziell ausgestattete Tesla-Fahrzeuge auf öffentlichen Verkehrswegen zum Einsatz. Ziel dieser Testphase ist die Erhebung von Daten, die als Grundlage für eine Entscheidung über die EU-weite Homologation des Systems dienen sollen.
Zeitplan für die regulatorische Zulassung in Europa
Die Entscheidung über die Zulassung des Systems in Frankreich wird nach der Auswertung der aktuellen Testreihen bis Ende September erwartet. Verkehrsminister Philippe Tabarot erklärte, dass Ergebnisse bereits für Mitte oder Ende des Monats angestrebt werden.
Die offizielle Ankündigung dieser Testphase erfolgte am 2. September, nachdem Gespräche mit Elon Musk stattgefunden hatten. Während FSD in Frankreich derzeit für Endkunden weiterhin nicht verfügbar ist, markieren die beiden seit Anfang September zugelassenen Testfahrzeuge einen wichtigen Schritt im Genehmigungsverfahren.
Auf europäischer Ebene könnte eine entscheidende Abstimmung am 6. Oktober in Brüssel stattfinden. Für eine positive Entscheidung über die EU-Homologation ist die Zustimmung von mindestens 15 der 27 Mitgliedstaaten erforderlich, die zudem mindestens 65 Prozent der Gesamtbevölkerung der Europäischen Union repräsentieren müssen.
Weitere mögliche Termine für diese Abstimmung liegen im Dezember. In Deutschland steht eine Entscheidung des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) derzeit noch aus.
Sicherheitsdaten und operative Kennzahlen aus EU-Märkten
In fünf europäischen Ländern – den Niederlanden, Belgien, Dänemark, Estland und Litauen – ist FSD in einer überwachten Version (Supervised) bereits zugelassen. Die erste Zulassung erfolgte am 10. April 2026 in den Niederlanden nach einer Testphase von rund 3.000 Stunden. Aktuelle Marktdaten beziffern die Zahl der FSD-Nutzer in der Europäischen Union auf über 70.000, wobei täglich mehr als eine Million Kilometer mit dem System zurückgelegt werden.
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Tesla stützt sein Bestreben nach einer breiteren Zulassung auf Sicherheitsstatistiken aus dem Zeitraum von April bis August 2026. Das Unternehmen gab an, dass bei einer Fahrleistung von über 100 Millionen Kilometern in den fünf genannten EU-Ländern die Kollisionsrate mit aktiviertem FSD um den Faktor 4,1 niedriger lag als bei manueller Fahrweise.
Konkret wurden unter FSD-Nutzung 3 Unfälle auf Autobahnen und 9 Unfälle im Stadt- und Landstraßenverkehr verzeichnet. Im Vergleich dazu kam es bei manueller Steuerung zu 137 Autobahnunfällen und 490 Vorfällen abseits der Autobahnen.
Ivan Komušanac, Tesla-Chef für die EU-Region, präsentierte zudem spezifische Daten für Portugal. Auf Basis von 192 Millionen manuell gefahrenen Kilometern durch Teslas mit der Hardware-Generation HW4 wurde berechnet, dass 167 Kollisionen durch das Assistenzsystem vermeidbar gewesen wären.
Diese Statistik umfasst den Zeitraum vom 10. April bis zum 18. August 2026. Branchenberichte weisen jedoch darauf hin, dass diese Daten umstritten sind und von Analysten teils als potenziell irreführend eingestuft werden.
Technologische Erweiterungen und Software-Rollout
Tesla meldet 4,1-mal weniger Kollisionen mit FSD in Europa – doch die Daten sind umstritten. Bevor Sie auf die Zulassung hoffen, sollten Sie die Sicherheitslage genau kennen. Unser Leitfaden prüft die Zahlen und zeigt, was sie wirklich bedeuten. Sicherheits-Faktencheck jetzt sichern
Parallel zu den regulatorischen Bemühungen treibt Tesla die technische Entwicklung voran. Seit dem 4. September 2026 wird die FSD-Version v14.3.9 ausgerollt.
Diese Software-Version führt die Funktion „Automatic Collision Evasion“ ein. Dabei handelt es sich um ein System zum aktiven Ausweichen bei drohenden Kollisionen, das seine Schutzwirkung auch dann entfalten soll, wenn der Autopilot oder das FSD-System vom Fahrer nicht explizit aktiviert wurde.
