Tesla-Aktie stürzt 14 Prozent: Optimus-Produktion schwieriger als erwartet
Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 11:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Elon Musk hat die Konkurrenz im Bereich humanoider Roboter scharf kritisiert. Auf der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen am 22. Juli 2026 erklärte der Tesla-CEO, dass viele Vorführungen anderer Firmen auf einstudierten Abläufen oder ferngesteuerten Bewegungen basieren. Seinen eigenen Roboter Optimus positionierte Musk als echten Durchbruch: Er sei der erste humanoide Roboter, der generalisierte Aufgaben durch Beobachtung lerne – statt für jede Bewegung einzeln programmiert zu werden.
„Nur heiße Luft“ in der Branche?
Musk zeigte sich skeptisch gegenüber den autonomen Fähigkeiten, die andere Unternehmen in der Robotik-Branche derzeit präsentieren. In Werbevideos gezeigte Roboter seien oft gestellt oder würden von Menschen hinter den Kulissen ferngesteuert. Optimus hingegen lerne durch das Beobachten menschlicher Handlungen – eine Fähigkeit, die Musk für einen echten Haushaltshelfer für unverzichtbar hält.
„Kein anderer humanoider Roboter hat bisher bewiesen, dass er eine Vielzahl von Aufgaben bewältigen kann, ohne für jede einzelne explizit programmiert zu sein“, so Musk. Allerdings räumte er ein, dass der Nachweis, dass der Roboter komplexe Umgebungen sicher navigieren und in großem Maßstab nützliche Arbeit verrichten kann, noch eine erhebliche Hürde darstellt.
Produktion in Fremont: Hunderte Einheiten, aber Stillstand
Die Fertigung von Optimus läuft im Tesla-Werk in Fremont, Kalifornien – in den Hallen, in denen zuvor die Modelle S und X produziert wurden. Mehrere hundert Einheiten sind dort bereits vom Band gelaufen. Allerdings stand die Produktionslinie Mitte Juli still, wie aus dem Earnings Call hervorging.
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Die kommende dritte Generation des Roboters soll deutliche Hardware-Upgrades erhalten:
- Größe und Gewicht: 1,73 Meter groß, 57 bis 70 Kilogramm schwer
- Geschicklichkeit: Eine neu entwickelte Hand mit 22 Freiheitsgraden für menschenähnliche Feinmotorik
- Rechenleistung: Ein AI5-Chip für die Verarbeitung, „Grok“-Sprachsteuerung für die Kommunikation
- Geschwindigkeit: Bis zu 13 km/h schnell
Musk bezeichnete Optimus als das schwierigste Produkt, das Tesla je skalieren musste. Der Grund: Für viele Spezialkomponenten existiert schlicht keine Lieferkette. Tesla baut die Infrastruktur daher weitgehend von Grund auf neu auf – mit Speicherchips von Micron, Batteriezellen von Panasonic und KI-Chips durch Partnerschaften mit Samsung und TSMC.
Börse reagiert nervös: Tesla-Aktie stürzt ab
Die Komplexität des Optimus-Projekts und Musks Eingeständnis, dass die Massenproduktion schwieriger werde als gedacht, ließen den Aktienkurs einbrechen. Am 23. Juli 2026 fiel die Tesla-Aktie um 14 Prozent auf rund 115 US-Dollar.
Investoren reagierten verunsichert auf die Warnung, dass das Projekt länger dauern könnte als ursprünglich versprochen. Zwar steigerte Tesla den Umsatz im zweiten Quartal um 26 Prozent auf 28,2 Milliarden US-Dollar, verzeichnete aber gleichzeitig einen negativen freien Cashflow von 1,1 Milliarden Dollar. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Tesla Investitionsausgaben von über 25 Milliarden Dollar – getrieben vor allem durch Robotik und KI-Infrastruktur wie die neue Chipfabrik in Austin.
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Eine Million Einheiten pro Jahr als Ziel
Tesla peilt eine Produktionskapazität von einer Million Einheiten jährlich in Fremont an. Langfristig sollen im texanischen Werk sogar zehn Millionen Roboter vom Band laufen. Der angestrebte Verkaufspreis: rund 30.000 Dollar pro Stück.
Musk deutete an, dass Optimus zunächst intern eingesetzt wird. Ein öffentlicher Verkauf könnte frühestens Ende 2027 beginnen. Die Konkurrenz schläft jedoch nicht: Der chinesische Hersteller Unitree lieferte 2025 bereits 5.500 Einheiten aus. Rivalen wie Figure AI und Agility haben mit Partnern wie BMW tausende Stunden in Testumgebungen absolviert.
Um seine Vergütungsziele zu erreichen, muss Musk in den nächsten zehn Jahren eine Million Optimus-Einheiten ausliefern. Ein ambitioniertes Ziel – selbst für den Tesla-CEO.
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