Tesla 2026: 25 Milliarden Dollar für Optimus und autonome Systeme
19.06.2026 - 16:33:24 | boerse-global.de
Der Elektroautopionier dreht am Rad der Strategie: Statt klassischer Fahrzeuge stehen nun Roboter und autonome Systeme im Mittelpunkt.
Tesla hat seine Investitionsprognose für 2026 drastisch nach oben korrigiert. Statt der ursprünglich geplanten 20 Milliarden Dollar sollen nun rund 25 Milliarden Dollar (etwa 23 Milliarden Euro) in neue Projekte fließen. Das ist fast das Dreifache der 8,5 Milliarden Dollar, die der Konzern 2025 investierte. Das Geld ist für die Produktion des Cybercab, des Tesla Semi und vor allem des humanoiden Roboters Optimus vorgesehen.
Abschied von Model S und Model X
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Der Schritt markiert eine radikale Neuausrichtung des Unternehmens. Berichten zufolge stellt Tesla die Produktion der Modelle Model S und Model X ein, um Fertigungskapazitäten für den Optimus-Roboter freizumachen. Das Ziel: Massenproduktion des humanoiden Helfers zu einem Preis von rund 25.000 Dollar.
Konzernchef Elon Musk räumte im Rückblick Fehler in der Vergangenheit ein. Die übermäßige Automatisierung bei der Produktion des Model 3 im Jahr 2018 sei ein Fehler gewesen. „Roboter hatten damals Probleme mit Aufgaben, die für Menschen einfach sind – etwa das Greifen von flexiblen Bauteilen“, so Musk. Trotz dieser Rückschläge setzt Tesla nun voll auf das Robot-as-a-Service-Modell (RaaS) und autonome Plattformen. 2025 erzielte Tesla einen Gesamtumsatz von 94,8 Milliarden Dollar – allerdings mit einem Rückgang der Autoverkäufe um zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Meilenstein für autonomes Fahren
Tesla hat nach eigenen Angaben einen kritischen Meilenstein erreicht: Die Flotte des Full Self-Driving-Systems (FSD) hat über 16 Milliarden Kilometer zurückgelegt. Zwar handelt es sich bei FSD noch um ein Assistenzsystem der Stufe 2, das ständige Fahrerüberwachung erfordert. Doch die Prognosen deuten darauf hin, dass ein unbeaufsichtigtes Fahren für Kundenfahrzeuge bereits im vierten Quartal 2026 verfügbar sein könnte.
Mehrere Software-Updates sind in der Entwicklung oder bereits in der Ausrollphase:
- FSD V14: Kürzlich in Australien und Neuseeland gestartet.
- FSD V15: Soll Ende 2026 oder Anfang 2027 auf eine KI-Großmodell-Architektur setzen.
- Grok-Integration: Die Anbindung des KI-Assistenten Grok wird in etwa drei Monaten erwartet. Sprachbefehle für bestimmte Fahrmanöver sollen dann möglich sein.
- Parkverbesserungen: Künftige Updates sollen es dem System erlauben, individuelle Parkpräferenzen an Orten wie Zuhause oder der Schule zu lernen, um manuelle Eingriffe zu reduzieren.
Auf der Hardware-Seite treibt Tesla die Entwicklung eigener Chips voran. Nach dem Abschluss des AI5-Chip-Designs im April 2026 hat das Unternehmen bereits mit der Entwicklung des AI6-Chips begonnen, der neue Rekorde bei der nutzbaren Rechenleistung pro Wafer aufstellen soll.
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Infrastruktur und Halbleiter-Offensive
Ein Teil des 25-Milliarden-Budgets fließt in die Infrastruktur. Geplant sind eine Lithium-Raffinerie, eine LFP-Batteriefabrik und eine Megafactory. Zudem beteiligt sich Tesla an einem Gemeinschaftsunternehmen mit SpaceX namens Terafab, das sich auf die Halbleiterproduktion konzentriert.
Die autonomen Testfahrten laufen bereits in mehreren texanischen Städten. In Austin umfasst die aktuelle Robotaxi-Flotte rund 20 Fahrzeuge. In Dallas und Houston wird in kleinerem Maßstab getestet. Zwar treibt Tesla die Expansion voran, doch das Unternehmen räumt ein, dass regionale Anpassungen nötig sein könnten. Schnee in Manhattan etwa könnte die autonome Flotte vorerst noch vor Herausforderungen stellen.
