Tesla, Kilometer

Tesla: 150.000 Kilometer autonome Fahrt am Standort Grünheide

14.05.2026 - 08:40:06 | boerse-global.de

Tesla erreicht wichtigen Meilenstein für FSD-Zulassung in Europa mit Testfahrten in Grünheide und erhält niederländische Typgenehmigung.

Tesla: 150.000 Kilometer autonome Fahrt am Standort Grünheide - Foto: über boerse-global.de
Tesla: 150.000 Kilometer autonome Fahrt am Standort Grünheide - Foto: über boerse-global.de

** Am Firmenstandort Grünheide bei Berlin legte die hauseigene Testflotte über 150.000 Kilometer autonom zurück – parallel zur Produktion des 750.000sten Model Y in Brandenburg.

Die interne Testkampagne ist ein zentraler Baustein für die behördliche Zulassung. Denn während die FSD-Funktion der breiten Öffentlichkeit in Deutschland noch nicht zur Verfügung steht, sammelt Tesla in einer kontrollierten Umgebung wertvolle Daten. Das neuronale Netz soll speziell auf die komplexen Anforderungen der deutschen Infrastruktur und das hiesige Fahrverhalten trainiert werden.

Der lange Weg durch die Instanzen

Der aktuelle Fortschritt in Deutschland folgt einem entscheidenden Durchbruch in den Niederlanden. Bereits am 10. April 2026 erteilte die niederländische Straßenverkehrsbehörde RDW die formelle Typgenehmigung für das FSD-System. Möglich machte dies der sogenannte „nationale Ausnahmeweg" nach UN-Regelung R-171 und Artikel 39 der EU-Verordnung 2018/858. Ein EU-Mitgliedstaat fungiert dabei als Vorreiter und erstellt ein Dossier, das andere Staaten anerkennen können.

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg prüft diese technischen Nachweise derzeit. Branchenbeobachter rechnen damit, dass die deutschen Prüfer besonderes Augenmerk auf das Fahrverhalten bei hohen Geschwindigkeiten legen werden. Konkret geht es um die Performance des Systems bei über 130 km/h – also auf den unbegrenzten Abschnitten der Autobahn. Ein zentraler Punkt: das sogenannte „Phantom-Bremsen" bei hohen Annäherungsgeschwindigkeiten.

Anzeige

Ob als Privatwagen oder geschäftlich genutztes Elektrofahrzeug – die Wahl der richtigen Besteuerungsmethode kann beim Firmenwagen bares Geld sparen. Dieser kostenlose Excel-Rechner ermittelt automatisch Ihre optimale Steuerstrategie und berücksichtigt dabei auch Hybrid- und Elektrofahrzeuge. Fahrtenbuch oder 1%-Methode? Jetzt Sparpotenzial berechnen

Der Technische Ausschuss für Kraftfahrzeuge (TCMV) der EU-Kommission will noch im Mai in Brüssel über das technische Dossier beraten. Ein positives Votum dort würde den Weg für eine harmonisierte Einführung im gesamten Binnenmarkt ebnen. Aktuelle Prognosen gehen davon aus, dass Deutschland, Frankreich und Italien bereits im späten Frühjahr oder Frühsommer 2026 die offizielle Freigabe erhalten könnten.

Testflotte auf europäischer Mission

Die 150.000 Kilometer in Grünheide sind nur ein Teil einer größeren Initiative. Insgesamt hat Teslas Testflotte bereits über eine Million Kilometer in 17 europäischen Ländern zurückgelegt. Um die Expansion zu stemmen, sucht das Unternehmen verstärkt Personal: Stellenanzeigen für Autopilot-Testfahrer und Ingenieure sind für Berlin und Prüm in der Eifel ausgeschrieben.

Die Aufgaben umfassen:
- Reale Testfahrten auf öffentlichen Straßen und Prüfgeländen
- Analyse und Behebung von Softwareproblemen
- Sicherstellung der Einhaltung der UNECE-Vorschriften

In mehreren deutschen Städten liefen zudem „Mitfahr-Programme". Interessenten und Regulierungsbehörden konnten die Software vom Beifahrersitz aus erleben – etwa bei der Bewältigung mehrspuriger Kreisverkehre oder komplexer innerstädtischer Kreuzungen.

Die getestete Software basiert auf der Architektur v14, die dem in Nordamerika eingesetzten End-to-End-Neuronalen-Netz entspricht. Die europäische Version wurde jedoch umfangreich mit regionalen Daten angereichert – angepasst an unterschiedliche Beschilderungen, Fahrbahnmarkierungen und Verkehrsregeln.

Schluss mit dem einmaligen Kaufpreis

Parallel zu den technischen Fortschritten änderte Tesla sein Geschäftsmodell in Europa grundlegend. Seit dem 7. Mai 2026 informiert der Online-Konfigurator Kunden in Deutschland, Frankreich und Italien darüber, dass der einmalige Kaufpreis für FSD ausläuft.

Deutsche Kunden haben noch bis zum 21. Mai 2026 Zeit, FSD oder Enhanced Autopilot als dauerhafte Funktion zu erwerben – vorausgesetzt, das Fahrzeug wird bis Ende Juni ausgeliefert. Danach gibt es die Funktionen nur noch im monatlichen Abonnement. Die genauen Preise für Deutschland stehen noch nicht fest, dürften sich aber am niederländischen Modell orientieren: Dort kostet der Dienst rund 99 Euro pro Monat.

Marktforscher sehen darin eine kluge Strategie: Das Abo-Modell senkt die Einstiegshürde für die Software-Funktionen, während Tesla gleichzeitig wiederkehrende Umsätze mit hohen Margen generiert. Für Kunden bietet es die Flexibilität, das System mitzuverfolgen, während es sich weiterentwickelt. Der Schritt untermauert Teslas Anspruch, als Künstliche-Intelligenz- und Software-Unternehmen wahrgenommen zu werden – nicht als reiner Autohersteller.

Neue Regeln für autonomes Fahren

Der aktuelle Schwung für FSD in Europa ist maßgeblich der Verabschiedung der DCAS-Phase-3-Verordnung durch die UNECE im Januar 2026 zu verdanken. Dieses aktualisierte Regelwerk beseitigte eine entscheidende Hürde: Bisher waren systeminitiierte Manöver auf Landstraßen stark eingeschränkt. Die neuen Regeln erlauben nun deutlich mehr Spielraum für KI-gesteuerte Systeme im urbanen Raum.

Dennoch bleibt Skepsis bei einigen nationalen Behörden. Regulierungsbehörden in mehreren nordischen Ländern und Frankreich haben Bedenken geäußert – insbesondere zur Leistungsfähigkeit des Systems bei Eis und Schnee sowie zur Umgehung der Aufmerksamkeitsüberwachung durch Fahrer. Der Zusatz „Supervised" (überwacht) ist rechtlich zwingend: Der Mensch bleibt der verantwortliche Fahrer und muss jederzeit eingreifen können.

Anzeige

Während die Automobilindustrie auf KI-gesteuerte Systeme setzt, müssen Unternehmen die komplexen Anforderungen der neuen EU-KI-Verordnung erfüllen. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden verschafft Ihnen den nötigen Überblick über Fristen, Pflichten und Risikoklassen des EU AI Acts. Leitfaden zur KI-Verordnung jetzt kostenlos sichern

Ausblick: Ein entscheidender Sommer

Die kommenden Wochen könnten die aktivste Phase für autonomes Fahren in Deutschland seit der Einführung des Basic Autopilot werden. Erkennt das KBA die niederländische Zulassung bis Juni an, könnte ein Over-the-Air-Update Tausenden Tesla-Besitzern in Deutschland schlagartig Zugang zu FSD Supervised verschaffen.

Für deutsche Fahrer bedeutet dies konkret:
- Automatisierte Spurwechsel
- Navigation auf Stadtstraßen
- Ampelerkennung – speziell angepasst an die Eigenheiten des deutschen Straßennetzes

Völlig autonomes Fahren ohne Fahrerüberwachung und der Robotaxi-Betrieb bleiben ein langfristiges Ziel, das separate regulatorische Rahmenbedingungen erfordert. Doch die Einführung von FSD Supervised wäre ein gewaltiger Schritt nach vorne.

Die Kombination aus erfolgreichen Tests in Grünheide, der bevorstehenden Zahlungsfrist am 21. Mai und den laufenden Prüfungen in Brüssel spricht dafür: Tesla bereitet sich auf einen transformierenden Sommer vor. Die auf deutschen Straßen gesammelten Daten werden zu einem entscheidenden Bestandteil der globalen KI-Trainingspipeline – und beschleunigen die Entwicklung hin zum wirklich autonomen Fahren.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wissenschaft | 69330506 |