Tenor-API abgeschaltet: WhatsApp und Discord wechseln zu GIPHY
02.07.2026 - 22:27:40 | boerse-global.de
Seit dem 30. Juni 2026 ist die Tenor-GIF-Schnittstelle von Google Geschichte – mit weitreichenden Folgen für die digitale Kommunikation. Zahlreiche Messaging-Dienste und soziale Netzwerke mussten innerhalb weniger Tage ihre GIF-Suche umstellen. WhatsApp hat den Wechsel bereits abgeschlossen.
WhatsApp wechselt zu GIPHY
Der Meta-Konzern hat die Umstellung auf GIPHY server-seitig vorgenommen – ein Update der App war nicht nötig. Seit dem 2. Juli 2026 läuft die GIF-Suche bei WhatsApp auf Android und iOS über den neuen Anbieter. Für die Nutzer ändert sich optisch kaum etwas: Das Interface des GIF-Pickers bleibt weitgehend identisch.
Branchenbeobachter sehen den Schritt als logische Konsequenz. Nachdem Google den Tenor-Dienst für Drittanbieter abgeschaltet hatte, mussten die Plattformen schnell handeln. WhatsApp könnte künftig sogar einen zweiten Anbieter integrieren: Der Dienst Klipy steht als mögliche Ergänzung im Raum.
Betroffen: Von Discord bis Signal
Die Abschaltung der Tenor-API hat eine breite Spur durch die Messaging-Landschaft gezogen. Neben WhatsApp waren unter anderem X (ehemals Twitter), Discord, Bluesky, Signal und Telegram betroffen – alle mussten Alternativen finden.
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Die Plattformen wählten unterschiedliche Wege:
- X stellte bereits im Frühsommer um, um einen Ausfall zu vermeiden
- Discord testete seit Januar 2026 sowohl GIPHY als auch Klipy und setzt nun offenbar verstärkt auf den Neuling
- Bluesky gehört ebenfalls zu den Plattformen, die von der Abschaltung erfasst wurden
Googles Strategie und neue Chancen
Google hatte Tenor 2018 für rund 100 Millionen Euro übernommen. Die öffentliche API für Drittanbieter ist nun Geschichte – innerhalb des Google-Kosmos läuft Tenor aber weiter: in Gboard, Google Messages und Google Chat. Auch die Tenor-Website bleibt für direkte Nutzer zugänglich.
Die Schließung der Schnittstelle beschert der Konkurrenz Auftrieb. GIPHY, das Meta 2023 nach einer Entscheidung der britischen Wettbewerbsbehörde an Shutterstock verkaufen musste, profitiert am stärksten. Die Behörde hatte Tenor damals als einzigen ernstzunehmenden Konkurrenten zu GIPHY eingestuft.
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Gleichzeitig drängt ein neuer Anbieter auf den Markt: Klipy. Das Startup wurde von ehemaligen Tenor-Managern gegründet, darunter Frank Nawabi. Mit 3,8 Millionen Euro frischem Kapital – unter anderem von Google selbst – positioniert sich Klipy als vielversprechende Alternative für Plattformen, die nicht von einem einzigen Anbieter abhängig sein wollen.
Bereits im Januar 2026 hatte Google keine neuen API-Zugänge mehr vergeben – der Anfang vom Ende für Tenor als offene Plattform.
