Tennisellbogen, Betroffenen

Tennisellbogen: Mehr als 90 Prozent der Betroffenen spielen kein Tennis

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 06:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wiederholte Armbewegungen können Sehnen am Ellbogen reizen; je nach Verlauf reichen die Maßnahmen von Kühlung bis zur Operation.
Ein minimalistisch eingerichteter Behandlungsraum in einer Physiotherapiepraxis mit einer Untersuchungsliege. Illustration mit AI erstellt.

Medizinische Berichte erläutern die Ursachen chronischer Schmerzen an Armen und Beinen infolge von Überlastung und betonen die Notwendigkeit einer frühzeitigen ärztlichen Abklärung bei anhaltenden nächtlichen Beschwerden. Insbesondere die sogenannte Epicondylitis lateralis, im Volksmund als Tennisellbogen bekannt, stellt eine weit verbreitete Problematik dar, die weit über den eigentlichen Sportkontext hinausreicht.

Ursachen und typische Alltagsauslöser

Der Tennisellbogen betrifft schätzungsweise 1–3 % der Allgemeinbevölkerung und tritt besonders häufig bei Personen im Alter zwischen 30 und 50 Jahren auf. Er kommt deutlich häufiger vor als der sogenannte Golfellbogen, dessen Schmerzen sich im Gegensatz zur lateralen Form an der Innenseite des Gelenks bei Beugung und Greifen manifestieren.

Die Ursache liegt in Mikrotraumen und degenerativen Veränderungen der Sehnenansätze der Unterarmstrecker, vor allem des Musculus extensor carpi radialis brevis (ECRB).

Entgegen der landläufigen Bezeichnung liegt bei den meisten Betroffenen keine sportliche Ursache vor. Der Orthopäde Li Jianwei betont, dass mehr als 90 % der Patienten keine Tennisspieler seien. Zu den am häufigsten betroffenen Gruppen gehören Personen mit repetitiver Hausarbeit sowie Angler; bereits mehr als 20 gleichförmige Handgelenkbewegungen täglich können als Auslöser wirken.

Auch die Sportmedizinerin Dr. Katie Dalziel hebt hervor, dass die Erkrankung durch wiederholte Handgelenk- und Armbewegungen ausgelöst wird und typischerweise Berufsgruppen wie Büroangestellte, Klempner, Elektriker, Schreiner und Chirurgen trifft.

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Typische Beschwerden zeigen sich als Schmerzen beim Greifen und Heben sowie als Druckempfindlichkeit an der Außenseite des Ellbogens, beispielsweise beim Öffnen von Flaschen, Bedienen von Türklinken oder Auswringen von Handtüchern.

Diagnostische Verfahren und konservative Ansätze

Die Feststellung der Erkrankung erfolgt in der Regel rein klinisch über standardisierte Funktionstests wie den Thomsen-Test oder die gezielte Mittelfingerstreckung gegen Widerstand.

Ein einfacher Selbsttest besteht aus dem Druck auf den äußeren Knochenvorsprung und einem Widerstandstest bei der Handgelenkstreckung. Bildgebende Verfahren werden primär eingesetzt, um Differenzialdiagnosen auszuschließen, darunter Nervenkompressionen des Nervus radialis oder Probleme der Halswirbelsäule.

In der Akutphase wird empfohlen, das betroffene Gelenk für 48–72 Stunden zu kühlen – jeweils für etwa 20 Minuten –, ergänzt durch eine stabilisierende Epicondylitisbandage. Die Rehabilitation umfasst Dehnübungen für 15–30 Sekunden sowie exzentrisches Krafttraining.

Bei leichten Verläufen beträgt die Erholungszeit 2–4 Wochen, bei mittelschweren Fällen 4–8 Wochen. Chronische Verläufe können sich hingegen über mehr als sechs Monate erstrecken, wobei die allgemeine Prognose meist günstig ist und Besserungen im Zeitraum von Monaten bis zu einem Jahr eintreffen.

Belastungen und erweiterte Behandlungsoptionen

Die chronischen Beschwerden wirken sich oft spürbar auf das Wohlbefinden und die Erwerbstätigkeit aus. Laut Umfragedaten berichten 63 % der Patienten über mindestens moderate Einschränkungen im Alltag, 34 % fühlen sich niedergeschlagen und 33 % fehlten arbeitsbedingt.

Der geschätzte jährliche Einkommensverlust beläuft sich auf rund 881 US-Dollar, basierend auf einem Durchschnittseinkommen von 56.500 US-Dollar aus dem Jahr 2018 bei 3,9 Fehltagen.

Therapeutisch wird bei Beschwerden unter sechs Monaten Dauer konservativ vorgegangen. Kortisoninjektionen sollten demnach maximal ein- bis zweimal erfolgen. Bei Therapieresistenz kommen zudem Stoßwellen-, Kortison- oder Proliferationstherapien mit Glukose oder plättchenreichem Plasma (PRP) in Betracht.

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In einer randomisierten Studie zeigte zudem die in Kanada zugelassene Hyaluronsäure-Injektion SportVis® eine signifikant stärkere Schmerzbesserung; die Rückkehr zu schmerzfreiem Sport erfolgte dabei nach 18 ± 11 Tagen bei zwei Injektionen von je 1,2 ml im Wochenabstand.

Bleibt eine Besserung über 6 bis 12 Monate aus, wird ein chirurgischer Eingriff erwogen. Ein dokumentierter Fall einer 32-jährigen Hausfrau aus Tai'an in der Provinz Shandong, die zwei Jahre lang unter Schmerzen beim Haarebinden, Armheben und in der Nacht litt, veranschaulicht diesen Schritt: Nach erfolgloser Physiotherapie, Akupunktur und Injektionen wurde im Taikang-Xianlin-Gulou-Krankenhaus eine arthroskopische Minimaloperation durchgeführt.

Ein solcher Eingriff erfolgt über 2–3 kleine Schnitte von 3–5 mm und erfordert meist rund drei Tage Klinikaufenthalt. Eine Wiederaufnahme leichter Tätigkeiten ist in der Regel nach einem Monat möglich, die volle Belastbarkeit nach drei Monaten.

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