TELEPUZ-Malware: 36 Befehle für Datenklaub und IBAN-Manipulation
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 19:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsforscher warnen vor einer raffinierten Malware-Kampagne, die Nutzer mit gefälschten Verifikationsseiten in die Falle lockt. Der neu entdeckte Schädling namens TELEPUZ ist seit Ende April 2026 aktiv, verzeichnete aber ab Anfang Juni einen deutlichen Anstieg seiner Verbreitung. Die Angreifer setzen dabei auf eine perfide Masche: Sie bringen ihre Opfer dazu, sich selbst zu infizieren.
So funktioniert der Angriff
Die Infektionskette beginnt mit einer als ClickFix bekannten Social-Engineering-Methode. Opfer landen auf täuschend echten Verifikationsseiten, die sie auffordern, einen Befehl zu kopieren und auszuführen – angeblich zur Identitätsprüfung oder zur Behebung eines Browserfehlers. Führt der Nutzer den Befehl aus, startet ein PowerShell-Skript, das zunächst den Datendieb VIDAR und anschließend den TELEPUZ-Lader installiert.
Um dauerhaft im System zu bleiben, richtet TELEPUZ einen Windows-Dienst namens CipherAllocator ein. Zudem tricksst die Malware Sicherheitslösungen aus: Sie prüft, ob sie in einer virtuellen Maschine läuft, und manipuliert die Schnittstellen AMSI und ETW, um unentdeckt zu bleiben.
36 Befehle – ein umfassendes Arsenal
TELEPUZ glänzt mit einem modularen Aufbau, der 36 verschiedene Fernbefehle unterstützt. Die Angreifer können damit Dateien manipulieren, Tastatureingaben aufzeichnen, Bildschirmfotos erstellen und Browser-Zugangsdaten stehlen.
Moderne Schadsoftware wie TELEPUZ zielt immer häufiger darauf ab, unbemerkt Passwörter und private Zugangsdaten direkt aus dem Browser zu entwenden. Dieser kostenlose Guide erklärt, wie Sie Ihre sensiblen Daten mit der Software KeePassXC sicher und verschlüsselt auf Ihrem eigenen Computer verwalten. Kostenlosen Guide für sichere Passwort-Verwaltung anfordern
Besonders gefährlich: Der integrierte Web-Injektor zielt auf Chromium- und Firefox-Browser ab. Über das Chrome DevTools Protocol und WebDriver BiDi greift TELEPUZ in Echtzeit in laufende Browsersitzungen ein. Die Malware stiehlt Cookies, führt beliebiges JavaScript aus und ersetzt IBAN-Nummern in Finanzformularen – Überweisungen landen dann auf Konten der Angreifer.
Ausfallsichere Steuerungsstruktur
Die Kommunikation mit den Angreifern läuft primär über WebSockets im JSON-Format. Fällt dieser Kanal aus, greifen clevere Ausweichmechanismen: TELEPUZ sucht dann über Telegram, Steam, DNS-Einträge oder die Polygon-Blockchain nach neuen Befehlen oder Serveradressen.
Dass Hacker sogar IBAN-Nummern in Echtzeit manipulieren können, zeigt, wie gefährdet Windows-Systeme ohne spezialisierten Schutz sind. Experten von Computerwissen haben ein Anti-Virus-Paket zusammengestellt, das Ihren PC effektiv gegen Spionage-Software und Viren absichert. Anti-Virus-Paket jetzt gratis herunterladen
ClickFix wird immer raffinierter
TELEPUZ ist Teil eines größeren Trends. Erst Anfang Juli entdeckten Forscher eine ClickFix-Kampagne gegen Mac-Nutzer: Über Google-Werbeanzeigen lockten Angreifer Opfer auf manipulierte Chat-Seiten der KI-Plattform Claude von Anthropic. Dort wurde der MacSync-Stealer platziert, der Browserdaten und Krypto-Wallet-Informationen abgreift.
Bereits seit Januar 2026 verfolgt das OkoBot-Framework mit ClickFix und gefälschten GitHub-Projekten gezielt Kryptoinvestoren. Die Angreifer setzen zunehmend auf vertrauenswürdige KI-Plattformen und ausgeklügelte Social-Engineering-Vorlagen, um traditionelle Sicherheitsbarrieren zu umgehen.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
