TelePIN, MHH

TelePIN: MHH weitet Intensivnetzwerk auf 25 Kinderkliniken aus

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 23:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das MHH-Netzwerk unterstützt künftig 24 Kinderkliniken aus der Ferne; rund sechs Millionen Euro finanzieren die geplante Erweiterung auf 25 Standorte.

MHH überführt TelePIN nach erfolgreicher Testphase in den Regelbetrieb
Ein heller, menschenleerer Flur in einer modernen Kinderklinik mit weichem Tageslichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) führt ihr telemedizinisches pädiatrisches Intensivnetzwerk TelePIN nach einer erfolgreichen Testphase in den Regelbetrieb über. Das System wird auf insgesamt 25 Kinderkliniken ausgeweitet, um die spezialisierte Versorgung schwerkranker Kinder in Niedersachsen und Bremen durch digitale Vernetzung flächendeckend zu verbessern.

Im Rahmen des Regelbetriebs können Experten der MHH künftig Fachpersonal in 24 Kinderkliniken der Region bei der Behandlung aus der Ferne unterstützen. Die zentrale Steuereinheit des Netzwerks befindet sich in der MHH-Kinderklinik. Diese ist mit einem speziellen Cockpit ausgestattet, das über sieben große Bildschirme sowie einen mobilen Kameraroboter mit drei integrierten Kameras verfügt.

Über hochauflösende, fernsteuerbare Kameras und die Übertragung von medizinischen Echtzeitdaten, wie etwa Herzfrequenzen oder Ultraschallbildern, können die Spezialisten Ferndiagnosen stellen und Untersuchungen sowie Eingriffe in anderen Kliniken live begleiten. Nach Angaben der Hochschule konnten durch diese Form der Zusammenarbeit bereits Kinderleben gerettet werden.

Die Notwendigkeit für die Ausweitung des Netzwerks ergibt sich aus der derzeitigen Versorgungsstruktur. Von insgesamt 29 niedersächsischen Kinderkliniken verfügen lediglich vier über eine spezialisierte pädiatrische Intensivstation.

Der leitende Oberarzt an der MHH, Michael Sasse, wies darauf hin, dass zudem aufgrund fehlender Pflegekräfte und Ärzte derzeit nur etwa die Hälfte aller vorhandenen Kinderintensivbetten tatsächlich betrieben werden kann. TelePIN soll diese Lücken schließen, indem Expertenwissen digital an Standorte ohne eigene Spezialstationen transferiert wird.

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Von 29 Kinderkliniken in Niedersachsen haben nur vier eine spezialisierte pädiatrische Intensivstation — und nur die Hälfte aller Intensivbetten lässt sich wegen fehlender Pflegekräfte und Ärzte betreiben. Ein telemedizinisches Netzwerk kann diese Lücke schließen: Über fernsteuerbare Kameras und Echtzeit-Übertragung von Herzfrequenzen oder Ultraschallbildern begleiten Spezialisten Untersuchungen in anderen Kliniken live. Wie Sie Ihre Klinik Schritt für Schritt an ein solches Netzwerk anbinden, zeigt dieser kostenlose Leitfaden. Praxis-Leitfaden Telemedizin-Netzwerk jetzt anfordern

Derzeit sind sieben Kinderkliniken fest in das Netzwerk integriert. Die Finanzierung für die Einbindung von 15 weiteren Kliniken in Niedersachsen und drei Standorten in Bremen gilt als gesichert. Das Projekt wird mit insgesamt rund 6 Millionen Euro aus dem Strukturfonds II gefördert.

Gemäß den Plänen der Landesregierung tragen der Bund und das Land Niedersachsen jeweils die Hälfte dieser Summe. Dabei entfallen rund 3 Millionen Euro auf die telemedizinische Ausstattung und weitere rund 3 Millionen Euro auf die notwendige digitale Infrastruktur.

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Die Idee für das Netzwerk entstand vor etwa zwei Jahren. Langfristig verfolgt die MHH das Ziel, sämtliche Kinderkliniken in Niedersachsen und Bremen sowie in angrenzenden Regionen und die Rettungsdienste an TelePIN anzuschließen.

Michael Sasse bezeichnete das Vorhaben als ein weltweit einmaliges Netzwerk. Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi betonte die Relevanz des Projekts und nannte TelePIN einen Meilenstein für die medizinische Qualität in einem Flächenland.

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