Telemedizin, Apotheke

Telemedizin in der Apotheke: Neuer Service ab Juli für Patienten

30.06.2026 - 07:41:57 | boerse-global.de

Ab Juli bieten Apotheken Videosprechstunden mit Personalunterstützung an. Die Vergütung von 30 Euro pro Fall ist nun festgelegt.

Apotheken starten assistierte Telemedizin mit 30 Euro Vergütung
Telemedizin - Ein Apotheker hilft einem älteren Patienten in einem diskreten Raum bei einer Videosprechstunde, symbolisiert die assistierte Telemedizin. 30.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Patienten können dann in ihrer Apotheke Videosprechstunden mit Ärzten durchführen – das Personal hilft bei der Technik und Organisation. Die gesetzliche Grundlage liefert der § 129 Absatz 5h SGB V.

Vergütung und Abrechnung

Apotheken erhalten für den Service eine Pauschale von rund 30 Euro. Festgelegt hat das eine Schiedsstelle am 16. April 2026, nachdem sich der Deutsche Apothekerverband (DAV) und der GKV-Spitzenverband nicht einigen konnten. Die Kosten übernehmen sowohl gesetzliche als auch private Krankenkassen.

Die Abrechnung läuft unkompliziert über die elektronische Gesundheitskarte (eGK). Patienten müssen diese vor der Beratung in der Apotheke vorlegen. Zusätzlich ist eine schriftliche Vereinbarung nötig. Alle Unterlagen müssen vier Jahre lang aufbewahrt werden.

Technik und Datenschutz

Apotheken brauchen für das Angebot einen separaten Raum – Diskretion und Datenschutz sind Pflicht. Dazu kommen geeignete Endgeräte und geschultes Personal.

Der Ablauf gliedert sich in drei Module:

  1. Strukturierte Ersteinschätzung des Behandlungsbedarfs
  2. Technische Assistenz bei der Videosprechstunde
  3. Kombination aus Ersteinschätzung und digitaler Konsultation
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Ab Juli können Apotheken assistierte Telemedizin anbieten – mit einer Vergütung von rund 30 Euro pro Fall. Wer den Service Schritt für Schritt einführen will, findet im kostenlosen Leitfaden eine konkrete Anleitung: von der Technik-Checkliste bis zur Muster-Vereinbarung. Jetzt Leitfaden zur Telemedizin-Einführung anfordern

Das Apothekenpersonal kümmert sich um die Technik, das Arztgespräch selbst läuft unter vier Augen. Ein praktischer Vorteil: Ausgestellte E-Rezepte können Patienten direkt vor Ort einlösen.

Schrittweiser Start

Trotz des offiziellen Starts im Juli rechnet der DAV mit einer schrittweisen Einführung. „Der Aufbau in der Fläche wird mehrere Wochen bis Monate dauern“, sagt Vorstand Jan-Niklas Francke. Zum Auftakt werden bundesweit einige hundert Apotheken den Service anbieten.

Patienten finden telemedizinische Apotheken in ihrer Nähe über das Portal apoguide.de. Das Angebot richtet sich besonders an Menschen mit körperlichen Einschränkungen oder in dringenden Fällen – wenn der Weg zum Arzt zu weit ist.

Reform der Öffnungszeiten

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Die Vergütung steht fest, die Technik muss her – doch viele Apotheken fragen sich: Wie starte ich konkret? Der kostenlose Leitfaden liefert eine Datenschutz-Checkliste, Tipps zur Raumeinrichtung und eine Muster-Vereinbarung für die Patienten. Telemedizin-Leitfaden jetzt sichern

Die Einführung fällt in eine Zeit, in der das Gesundheitsministerium auch die Öffnungszeiten flexibilisieren will. Eine Verordnung, die am 10. Juli im Bundesrat behandelt wird, sieht kürzere verpflichtende Dienstbereitschaftszeiten vor. Das könnte Apotheken mehr Spielraum für neue Angebote wie die Telemedizin geben.

Parallel müssen Leistungserbringer technisch nachrüsten: Ab dem 1. Juli ist für den elektronischen Heilberufsausweis (eHBA) der Umstieg auf ECC-basierte Zertifikate Pflicht. Grund sind höhere Sicherheitsanforderungen an die IT-Infrastruktur.

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