Telemedizin, Supermarkt

Telemedizin im Supermarkt: CubeDoc plant zwei Gesundheitswürfel ab 2027

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 13:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Alexianer stärkt den fachlichen Austausch per Plattform, CubeDoc erprobt Gesundheitskabinen; der Hausärzteverband mahnt klare Verantwortlichkeit an.

Telemedizin: Alexianer vernetzt Kliniken, CubeDoc plant Gesundheitswürfel
Ein heller, moderner Krankenhausflur mit klaren Linien, großen Fenstern und einer ruhigen, professionellen Atmosphäre. Illustration mit AI erstellt.

Die telemedizinische Vernetzung in der Patientenversorgung gewinnt an Fahrt. Zwei aktuelle Beispiele zeigen, wie unterschiedlich Akteure im Gesundheitswesen auf digitale Angebote setzen – während Fachverbände gleichzeitig vor unregulierten Angeboten warnen.

Alexianer und TCC bauen Telemedizin-Plattform aus

Die Alexianer-Gruppe meldete laut einem Bericht von kma-online.de vom 28. September 2026 einen Rahmenvertrag mit TCC für eine Telemedizin-Plattform zur standortübergreifenden Unterstützung und Fallbesprechung. Die Zusammenarbeit zwischen beiden Partnern besteht bereits seit 2025. Ziel der Plattform ist es, Fachexpertise über verschiedene Standorte hinweg zu bündeln und den fachlichen Austausch bei komplexen Fällen zu erleichtern.

Als Startbereiche wurden Geriatrie, Orthopädie und Psychiatrie festgelegt. Weitere Anwendungen und Standorte sollen dem Bericht zufolge schrittweise folgen. Perspektivisch ist auch denkbar, regionale Versorgungspartner in die Plattform einzubinden, um die standortübergreifende Zusammenarbeit über den eigenen Klinikverbund hinaus zu erweitern.

CubeDoc SE testet Gesundheitswürfel im Handel

Einen anderen Ansatz verfolgt die CubeDoc SE, die laut einem Bericht von onvista.de vom 28. September 2026 einen Letter of Intent mit EDEKA Südwest für ein Pilotprojekt zu sogenannten Gesundheitswürfeln unterzeichnet hat. Ab Mitte Januar 2027 sollen demnach zwei dieser Würfel im E center Überlingen und im Marktkauf Ostfildern aufgestellt werden.

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Die Kabinen mit einer Grundfläche ab 1,5 mal 1,5 Metern sollen Telemedizin, Herz-Kreislauf-Checks, Lungenfunktionstests und Basis-Laboranalysen anbieten. Die erhobenen Daten werden laut Unternehmensangaben in Echtzeit an Ärzte übermittelt, während Künstliche Intelligenz den Ablauf unterstützt. Zudem sollen E-Rezepte und Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen direkt vor Ort digital ausgestellt werden können.

Bei erfolgreichem Verlauf des Pilotprojekts ist ein schrittweiser Roll-out an weiteren Standorten vorgesehen. EDEKA Südwest verfügt nach eigenen Angaben über mehr als 1.100 Märkte und zählt rund 1,5 Millionen tägliche Kunden – ein Netzwerk, das für eine mögliche Ausweitung der Gesundheitswürfel entsprechendes Potenzial böte.

Hausärzteverband warnt vor unregulierten Angeboten

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Parallel zu diesen Entwicklungen meldete sich der Hausärztinnen- und Hausärzteverband kritisch zu Wort. Verbandsvorsitzender Markus Blumenthal-Beier warnte laut einem Bericht von it-journal.de vom 28. September 2026 vor anonymen Videosprechstunden und Videokabinen bei Drittanbietern. Er sieht dabei ein erhöhtes Missbrauchspotenzial bei Krankschreibungen, eine fehlende Verantwortlichkeit sowie die Gefahr einer Zersplitterung der Versorgung.

Blumenthal-Beier zufolge könnten Apotheken zwar zu leichten Erkrankungen beraten, seien aber kein Ort für ärztliche Primärversorgung ohne feste Arzt-Patienten-Beziehung. Diese Einschätzung richtet sich zwar nicht direkt gegen die Projekte von Alexianer oder CubeDoc, verdeutlicht jedoch die Spannungen, die mit der zunehmenden Verlagerung medizinischer Angebote in neue Räume – von Klinikverbünden bis zum Supermarkt – einhergehen.

Zwei Wege, ein Trend

Die Beispiele von Alexianer und CubeDoc zeigen zwei unterschiedliche Stoßrichtungen der Telemedizin: Während der Klinikverbund die interne fachliche Vernetzung über Standorte hinweg stärkt, zielt CubeDoc mit den Gesundheitswürfeln auf niedrigschwellige Basisversorgung im Alltag der Kunden ab.

Beide Modelle stehen exemplarisch für den wachsenden Stellenwert digitaler Versorgungsformen – begleitet von der Diskussion, wo die Grenzen einer verantwortungsvollen ärztlichen Betreuung liegen.

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