Telemedizin für 270.000 Rentner: Ghana startet Dienst am 5. Juni
07.06.2026 - 05:26:43 | boerse-global.de
Von Telemedizin in Ghana über Assistenzroboter in den USA bis zu Digitalkursen in Brasilien – die Initiativen zielen darauf ab, soziale Isolation zu bekämpfen, den Zugang zur Gesundheitsversorgung zu verbessern und Senioren vor Cyberkriminalität zu schützen.
Telemedizin für 270.000 Rentner in Ghana
Ein Paradebeispiel liefert Westafrika: Die ghanaische Sozialversicherungsbehörde SSNIT startete am 5. Juni 2026 einen neuen Telemedizin-Dienst für mehr als 270.000 Pensionäre. Gemeinsam mit dem Trust Hospital und der nationalen Krankenversicherungsbehörde entwickelt, ermöglicht die Initiative Rentnern Fernkonsultationen. Das erspart älteren Menschen weite Anfahrtswege zu medizinischen Einrichtungen.
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Assistenzroboter: Vom „Stretch 4" bis zum Kuscheltier-Design
Auch die Robotik-Forschung macht Fortschritte. Das ELARA Lab der University of Houston testet derzeit KI-gestützte Roboter, die wie Haustiere aussehen. Die Forscher betonen, dass dieses Design negative psychologische Effekte vermeidet, die industriell wirkende Roboter oft auslösen. In Zusammenarbeit mit dem Mamie George Community Center in Richmond, Texas, wird erprobt, wie die Roboter gegen Einsamkeit helfen können.
Noch einen Schritt weiter geht die University of New Hampshire. Dort untersuchen Wissenschaftler den Roboter „Stretch 4" von Hello Robot – ein Gerät im Wert von rund 30.000 Euro. Finanziert vom National Institute on Aging, hilft der Roboter Menschen mit Schädel-Hirn-Traumata: Er führt durch Übungen, erinnert an Medikamente und Ernährung. Das entlastet Pflegekräfte spürbar.
Digitale Bildung: Von Brasilien bis Südkorea
Städte setzen zunehmend auf strukturierte Bildungsprogramme, um die digitale Kluft zu schließen. João Pessoa in Brasilien wurde kürzlich vom Projekt „Rede Digital 60+" ausgezeichnet – einer gemeinsamen Initiative der Telekommunikationsbehörde Anatel und der Unesco. Der Kurs „Digital für Alle" läuft bereits in der siebten Auflage und vermittelt grundlegende Computerkenntnisse sowie berufliche Qualifikationen.
Weitere Beispiele aus aller Welt:
- Südkorea: Der Bezirk Dalseong-gun betreibt bis zum 19. Juni 2026 eine „Senior Digital School". Der Lehrplan umfasst praktische Übungen mit KakaoMap, KakaoPay und öffentlichen Service-Apps.
- Brasilien: In Lajeado startet am 4. Juli ein kostenloser Digitalkurs. An vier Samstagen werden Grundlagen und Fortgeschrittenenwissen vermittelt – pro Kurs stehen zwölf Plätze zur Verfügung.
- Deutschland: Die Stadtbibliothek Mannheim lädt am 11. Juni zum nächsten Smartphone-Treff. In Waren (Müritz) bieten die „SilverSurfer"-Sprechstunden am 10. und 24. Juni Hilfe für ältere Nutzer.
- Niederlande: SeniorWeb Veldhoven organisiert am 9. Juni ein „Digitaal Café" mit den Schwerpunkten digitale Pflege, Smart-Home-Geräte und soziale Roboter.
Auch die Universität Brasília ist aktiv: Ihr „Digihealth Techkit" – eine Sammlung von Apps und Spielen – verbessert die Gesundheitskompetenz von Menschen ab 45 Jahren. Die Technologie hat bereits die Testphase erreicht und ist mit internationalen Plattformen wie SMARTageCARE an der Universität Porto vernetzt.
„Silver Shield": SMS-Dienst gegen Enkeltrick und Krypto-Betrug
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Mit der zunehmenden Digitalisierung wachsen auch die Gefahren. Fairfax County im US-Bundesstaat Virginia kündigte am 2. Juni 2026 den Start von „Silver Shield" an – einem SMS-basierten Anti-Betrugsdienst. Das Programm richtet sich gezielt gegen Romance Scams und Kryptowährungsbetrug, von denen die rund 343.000 Einwohner über 55 Jahre überproportional betroffen sind. Ein Forschungsprojekt im Wert von 91.000 Euro untersucht die Wirksamkeit bei 22.000 Haushalten.
In Tennessee nutzt eine Partnerschaft zwischen dem Ministerium für Entwicklungsstörungen und der Ermittlungsbehörde TBI einen ungewöhnlichen Kanal: Essenslieferdienste verteilen Aufklärungsmaterial zu Betrugsmaschen. Das Pilotprojekt in Knoxville meldete für April 2026 die Auslieferung von 246.818 Mahlzeiten an über 15.000 Senioren.
Auch in Kanada schlagen Sicherheitsexperten Alarm. Bei einer Präsentation am 2. Juni in St. Albert berichtete die Polizei von einem Anstieg bei Phishing und „Enkeltrick"-Anrufen. Allein in der Gemeinde wurden zwischen Juni 2025 und Juni 2026 insgesamt 293 Betrugsfälle gemeldet. Die Behörden appellieren an die Bevölkerung, verdächtige Aktivitäten zu melden – nur so lasse sich das Ausmaß der digitalen Bedrohung für Senioren erfassen.
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