Telematikinfrastruktur: Ärzte warnen vor digitalem Stillstand ab 14. August
Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 05:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Deutsche Medizinerverbände mahnen zur Wachsamkeit hinsichtlich der Stabilität der digitalen Infrastruktur im Gesundheitswesen. Hintergrund ist die für Mitte August 2026 geplante Deaktivierung bestimmter Sicherheitsstandards in der Telematikinfrastruktur (TI), die weitreichende Folgen für den Praxisbetrieb haben könnte. Am 13. August 2026 äußerten Vertreter der Verbände die Sorge, dass eine unzureichende Vorbereitung auf diesen Schritt zu einem digitalen Stillstand in der Patientenversorgung führen könnte.
Umstellung auf ECC-Verschlüsselung durch Gematik
Die Gematik hat angekündigt, am 14. August 2026 alle Heilberufsausweise (HBA) auf Basis des RSA-Verfahrens innerhalb der Telematikinfrastruktur zu deaktivieren. Ab diesem Datum werden die betroffenen Karten systematisch aus der sogenannten Trust Service List (TSL) entfernt. In der Folge sind innerhalb der TI ausschließlich noch Heilberufsausweise der Generation 2.1 nutzbar, die über eine modernere ECC-Verschlüsselung verfügen.
Laut Angaben der Gematik ist der Umstieg auf die ECC-Verschlüsselung zwingend erforderlich, um die weitere Nutzung der digitalen Dienste zu gewährleisten. Die Abschaltung erfolgt auf Grundlage einer Vorgabe des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Um Komplikationen im Betriebsablauf zu verhindern, wurden Praxen dazu aufgerufen, ihren aktuellen Kartenbestand umgehend zu prüfen. Nur durch den Einsatz der aktuellen Kartengeneration könne die Sicherheit der digitalen Kommunikation im Gesundheitswesen weiterhin den geltenden Standards entsprechen.
Auswirkungen auf zentrale digitale Anwendungen
Die Tragweite dieser technischen Umstellung ist erheblich, da die wichtigsten Funktionen der vernetzten Gesundheitsversorgung an die Validität der Heilberufsausweise gebunden sind. Deutsche Ärzteverbände warnten am 13. August 2026 davor, dass ohne einen funktionierenden HBA der Zugriff auf zentrale Anwendungen wie das E-Rezept sowie die elektronische Patientenakte (ePA) nicht mehr möglich sei.
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Zusätzlich zu diesen Diensten sind laut Gematik auch die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) sowie der Kommunikationsdienst KIM von der Abschaltung betroffen. Da diese Anwendungen auf der qualifizierten elektronischen Signatur oder der Authentifizierung durch den HBA basieren, würde der Einsatz veralteter RSA-Karten nach dem Stichtag zu Fehlermeldungen und dem Abbruch der Prozesse führen. Ohne die notwendigen Zertifikate der Generation 2.1 können Mediziner keine rechtssicheren digitalen Dokumente mehr erstellen oder abrufen.
Risiken für die Patientenversorgung
Die Warnungen der Ärzteverbände unterstreichen das Risiko, dass der Praxisalltag durch die technische Umstellung massiv gestört werden könnte. Sollten Praxen die Umstellung auf die ECC-Verschlüsselung versäumt haben, drohe der Ausfall wesentlicher digitaler Workflows. Die Verbände betonten die Notwendigkeit einer lückenlosen Ausstattung mit aktueller Hardware, um die Handlungsfähigkeit der Praxen aufrechtzuerhalten.
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Da die Gematik die RSA-basierten Ausweise unwiderruflich aus der Vertrauensliste entfernt, ist eine Weiternutzung nach dem 14. August 2026 technisch ausgeschlossen. Branchenexperten weisen darauf hin, dass die rechtzeitige Beantragung und Aktivierung der neuen HBA-Generation entscheidend sei, um Verzögerungen in der Patientenbehandlung und bei der Abrechnung digitaler Leistungen zu vermeiden.
