Telekonsil-Projekt, Rückmeldung

Telekonsil-Projekt: 98% fachärztliche Rückmeldung noch am selben Tag

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 05:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Telekonsile beschleunigen Diagnosen, Magnetstimulation zeigt Erfolge bei Depressionen und neue MS-Therapieansätze entstehen.

Neurologie und Therapie: Innovationen bei MS, Demenz und Depression
Modernes medizinisches Gerät für neurologische Diagnostik in einem hellen, professionellen Klinikraum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die neurologische Rehabilitation und manuelle Therapie erleben einen Innovationsschub. Von telemedizinischen Konsilen bis zu überraschenden Erkenntnissen aus der MS-Forschung – die Behandlungsmöglichkeiten werden vielfältiger.

Telekonsil beschleunigt Diagnose

Das Projekt NeTKoH zeigt, wie digitale Konsultationen Hausarztpraxen entlasten. Unter der Leitung von Prof. Felix von Podewils untersuchten Forscher den Einsatz von Telekonsilen – mit klarem Ergebnis: In 98 Prozent der Fälle gab es noch am selben Tag eine fachärztliche Rückmeldung. Das führt zu gezielteren Überweisungen und entlastet die Kliniken.

Das Projekt wurde zwischen 2021 und 2025 mit rund 5,2 Millionen Euro aus dem Innovationsfonds gefördert.

Magnetstimulation gegen Depressionen

Auch bei therapieresistenten Depressionen gibt es Fortschritte. Die Universität Regensburg testet in der DFG-geförderten COIL-/STOP-D-Studie eine intensivierte Form der transkraniellen Magnetstimulation (rTMS). Das Verfahren nutzt computergestützte Neuronavigation für präzise Zielgenauigkeit. Verglichen werden einwöchige Kurzzeitprotokolle mit mehrwöchigen Standardbehandlungen.

rTMS wird seit 2022 in deutschen Leitlinien empfohlen. Die Studie unter der Leitung von Dr. Andreas Reißmann soll die Wirksamkeit weiter untermauern.

MS-Forschung: Überraschender Mechanismus entdeckt

Ein internationales Forscherteam der Universitäten Bonn, Basel, Toronto und Yale hat einen unerwarteten Effekt von B-Zell-Depletionstherapien nachgewiesen. Die Behandlung fördert offenbar die Mobilisierung schützender Immunzellen aus dem Darm in das Zentralnervensystem.

Die im Juli 2026 in „Science Translational Medicine" veröffentlichte Studie zeigt: Höhere Konzentrationen dieser regulatorischen Faktoren korrelieren mit besseren Behandlungserfolgen bei Multipler Sklerose. Das eröffnet neue Ansätze für die Immuntherapie.

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Das NeTKoH-Projekt zeigt: Mit Telekonsilen erhalten Hausärzte in 98% der Fälle noch am selben Tag eine fachärztliche Rückmeldung – das entlastet Kliniken und verkürzt Wartezeiten. In diesem Leitfaden erfahren Sie, wie Sie das Modell in Ihrer Praxis umsetzen. Jetzt Leitfaden anfordern

Bewegung als Medizin gegen Demenz

Nicht-medikamentöse Ansätze festigen ihren Stellenwert in der Demenzbehandlung. Die MAKS-Therapie kombiniert motorische, alltagspraktische, kognitive und sozial-kommunikative Elemente. Eine Studie der Universität Erlangen belegte eine geringere Abnahme der kognitiven Fähigkeiten in der Therapiegruppe über sechs Monate.

Die Methode wird mittlerweile in verschiedenen Varianten für unterschiedliche Schweregrade angeboten – auch zur Sturzprophylaxe.

Manuelle Therapie: Neue Kurse und Methoden

Der Fortbildungsmarkt reagiert auf die Entwicklungen. Anbieter wie das MFZ Hannover oder die Döpfer Akademie bieten verstärkt Kurse in Manueller Therapie und neurologischen Formaten an. Dazu gehören Ausbildungen zur Manuellen Lymphdrainage unter Thomas Schubert sowie Fortbildungen zu chronischen Schmerzen und Spastizität.

In Bielefeld-Holtkamp entwickelte Physiotherapeutin Renate Kottmann die Swing-Motion-Therapie – eine Liegeschaukel für therapeutische Zwecke. Ein Pilotprojekt mit 20 Kindern soll die Wirksamkeit wissenschaftlich untermauern.

Neuro-Jonglage: Training fürs Gehirn

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Lange Wartezeiten auf Facharzttermine belasten Praxen und Patienten. Mit dem Telekonsil-Modell aus dem NeTKoH-Projekt erhalten Sie in 98% der Fälle noch am selben Tag eine fachärztliche Einschätzung – für gezieltere Überweisungen und weniger Klinikeinweisungen. Mehr zum Telekonsil-Modell

Interdisziplinäre Ansätze verbinden zunehmend kognitive Elemente mit motorischem Training. In mehreren deutschen Großstädten werden Workshops zur sogenannten Neuro-Jonglage angeboten. Trainer Stephan Ehlers vermittelt Techniken, die gezielt neuronale Vernetzungsprozesse fördern sollen.

Auch klassische Kurse zur Manuellen Therapie bleiben gefragt – an Standorten wie München, Dresden und Hannover sind zahlreiche Termine gelistet, von Zertifikatskursen bis zu langjährigen Lehrgängen.

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