Telekom-Umstellung: 1,3 Millionen Kunden auf Funk-Box bis 2028
Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 04:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im Rahmen einer umfassenden Modernisierung ihrer Netzinfrastruktur hat die Deutsche Telekom im August 2026 weitreichende Maßnahmen zur Umstellung veralteter Festnetztechnik eingeleitet.
Betroffen sind rund 1,3 Millionen analoge Anschlüsse, die auf der sogenannten MSAN-POTS-Technologie basieren. Diese sollen schrittweise bis zum Ende des Jahres 2028 auf eine mobilfunkgestützte Lösung umgestellt werden. Ziel des Konzerns ist es, die veraltete Legacy-Infrastruktur abzulösen und den Betrieb effizienter zu gestalten.
Die technische Umstellung mittels Funk-Box
Für die betroffenen Kunden bedeutet der Wechsel den Einsatz neuer Hardware. Die Telekom stellt hierfür die Telefon-Box mit der Bezeichnung „Call Connect via Funk“ zur Verfügung, die über das 4G/LTE-Netz operiert. Ein wesentlicher Aspekt für die Nutzer ist dabei die Beibehaltung der bestehenden Rufnummer. Laut Angaben eines Unternehmenssprechers lässt sich die Box innerhalb von etwa 10 bis 15 Minuten einrichten.
Allerdings bringt die technologische Umstellung funktionale Einschränkungen mit sich. So werden alte Wählscheibentelefone durch die neue Funk-Box nicht mehr unterstützt. Zudem weist das Unternehmen darauf hin, dass das Telefon im Falle eines Stromausfalls nicht genutzt werden kann, da die Box auf eine externe Stromversorgung angewiesen ist.
In diesem Zusammenhang wird Kunden, die über Hausnotruf- oder Alarmanlagen verfügen, dringend eine Prüfung ihrer Systeme empfohlen, da deren Funktionalität über die Mobilfunklösung sichergestellt sein muss.
Kostenstruktur und Tarifoptionen der neuen Lösung
Die Umstellung ist für die Kunden mit neuen Tarifmodellen und Hardwarekosten verbunden. Die Box „Call Connect via Funk“ kann entweder für einen monatlichen Mietpreis von 3,95 Euro bezogen oder zu einem einmaligen Kaufpreis von 99,99 Euro erworben werden.
Bei den monatlichen Tarifen stehen zwei Optionen im Fokus: Der Tarif „Call Basic“ wird für 22,95 Euro pro Monat angeboten und umfasst 120 Freiminuten. Für Kunden mit höherem Gesprächsbedarf ist der Tarif „Call Comfort“ vorgesehen, der für 32,45 Euro pro Monat eine Festnetz-Flatrate beinhaltet.
Die Telekom stellt bis 2028 rund 1,3 Millionen analoge Anschlüsse auf die Funk-Box um. Wer nicht reagiert, dem droht die Kündigung. Unser kostenloser Leitfaden zeigt, wie Sie mit günstigen Alternativen bis zu 200 Euro pro Jahr sparen. Jetzt Leitfaden zur Telekom-Umstellung sichern
Die Telekom betonte zudem, dass Kunden, die auf das Umstellungsangebot nicht reagieren, mit einer Kündigung ihres Anschlusses durch den Anbieter rechnen müssen.
Markteinschätzungen und alternative Verbindungsmöglichkeiten
Marktbeobachter bewerten die Kosten der neuen Telekom-Tarife kritisch. Analysten des Vergleichsportals Verivox wiesen im August 2026 darauf hin, dass Mobilfunktarife mit einer Allnet-Flatrate bereits ab etwa 5 Euro pro Monat erhältlich seien.
Durch einen Wechsel zu solchen Alternativanbietern könnten Kunden laut Berechnungen der Experten bis zu 200 Euro pro Jahr einsparen. Inklusive der Hardwarekosten belaufe sich die mögliche Ersparnis in Einzelfällen sogar auf bis zu 262,92 Euro jährlich.
Für Haushalte, in denen keine ausreichende LTE-Versorgung vorhanden ist, bietet die Telekom alternative kabelgebundene Lösungen an. Dazu gehören DSL-Anschlüsse ab einem monatlichen Preis von 38,95 Euro. Auch der Wechsel auf Glasfaser ist möglich, wobei hier Kosten von rund 650 Euro pro Jahr veranschlagt werden.
Strategischer Kontext der Netzmodernisierung
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Die Abschaltung der analogen Anschlüsse ist Teil einer langfristigen Strategie, die auch den Mobilfunkbereich betrifft. Nachdem die 3G-Technik bereits außer Betrieb genommen wurde, ist die Abschaltung des 2G-Netzes für das Jahr 2028 angekündigt. Parallel dazu forciert der Konzern den Ausbau moderner Glasfasernetze.
Im Juli 2026 verzeichnete das Unternehmen mit 273.000 neu gebauten Anschlüssen einen Rekordmonat und übertraf damit den bisherigen Bestwert vom September 2025. Insgesamt können laut Unternehmensangaben mittlerweile 13,9 Millionen Haushalte und Betriebe Bandbreiten von bis zu 2.000 Mbit/s nutzen.
