Telegram, Signal

Telegram und Signal: Indische Behörden fordern Sicherheits-Offenlegung

04.07.2026 - 17:09:26 | boerse-global.de

Indien und Europa gehen verstärkt gegen Cyberkriminelle vor, die mit falschen Beamten und Kryptowährungen Millionen erbeuten.

Globale Polizeioffensive gegen Krypto-Betrug und digitale Erpressung
Telegram - Person in Kapuzenjacke tippt auf Tastatur, umgeben von Bildschirmen mit Krypto-Charts und Rechtsdokumenten, digitales Handschellen-Symbol. 04.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Im Fokus stehen „digitale Verhaftungen" und Geldwäsche mit Kryptowährungen.

Messengerdienste unter Druck

Am 2. Juli 2026 forderte das indische Ministerium für Elektronik und Informationstechnologie die Plattformen Telegram und Signal auf, ihre Sicherheitsvorkehrungen offenzulegen. Die Behörden kritisieren, dass Betrüger die Dienste nutzen, um sich als Polizisten oder Regierungsbeamte auszugeben.

WhatsApp hatte eigentlich ein ähnliches Nutzernamensystem geplant – der Rollout in Indien wurde jedoch gestoppt. Die Internet Freedom Foundation bezeichnet die Forderungen der Regierung als rechtswidrig. Die Behörden hingegen sehen die Maßnahmen als notwendig an, um die Flut von Betrugsfällen einzudämmen.

Indische Ermittler schlagen zu

Die indische Zentralbehörde CBI nahm am 30. Juni 2026 drei Männer fest. Ihnen wird vorgeworfen, einen pensionierten Beamten um umgerechnet rund 230.000 Euro betrogen zu haben. Die Verdächtigen – Bibekananda Dixit, Jayant Kumar Acharya und Kanhaiya Lal – sollen die Beute über mehrere Konten verschleiert haben. Die Festnahmen erfolgten im Rahmen der Operation Chakra-VI.

In Gwalior verhaftete die Polizei Rahul Tomar und Rohit Tomar. Sie sollen einen ehemaligen Gesundheitsmitarbeiter 33 Tage lang in einem „digitalen Arrest" gehalten und umgerechnet rund 175.000 Euro erpresst haben. Die Täter wandelten die Beute in die Kryptowährung USDT um und leiteten sie an chinesische Cyberkriminelle weiter. Einer der Verdächtigen nutzte Telegram zur Koordination mit internationalen Kontakten.

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In Greater Noida nahm die Polizei vier Personen fest, die mit gefälschten Rechnungen für Versorgungsleistungen umgerechnet rund 24.000 Euro erbeutet haben sollen. Sie stellten ihre Bankkonten gegen eine Provision von zehn bis 20 Prozent zur Verfügung.

Internationale Schlag gegen Geldwäsche-Netzwerke

Das FBI und die US-Heimatschutzbehörde HSI arbeiteten mit der polnischen Polizei zusammen, um vier Verdächtige festzunehmen. Die Bande soll mit SIM-Swapping und Social Engineering Telefonnummern geklont und Kryptokonten übernommen haben. Die Täter wuschen Millionen Zloty durch ein Netzwerk aus digitalen Geldbörsen und Bankkonten.

In Antwerpen nahm die belgische Polizei am 29. Juni 2026 einen 19-Jährigen fest. Er soll eine Bande angeführt haben, die mit Phishing über 500.000 Euro erbeutete. Die Täter nutzten Fernzugriffssoftware und gaben sich als Behörden aus. Wie in den indischen Fällen wuschen sie das Geld über Kryptowährungen.

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Immer höhere Verluste

Die Schadenssummen zeigen, wie professionell die Betrüger vorgehen. Ein 71-jähriger Mann aus Pune verlor zwischen dem 27. Juni und 1. Juli 2026 umgerechnet rund 82.000 Euro. Die Täter gaben sich als Polizisten aus und beschuldigten ihn der Geldwäsche.

Bereits im Frühjahr wurde ein pensionierter Professor in Patna umgerechnet um rund 92.000 Euro betrogen – die Masche dauerte 13 Tage. In Mathura verlor ein ehemaliger Beamter im März umgerechnet rund 49.000 Euro nach Anrufen angeblicher CBI-Ermittler. Eine Bankangestellte büßte am 25. Juni 2026 umgerechnet rund 7.800 Euro ein, nachdem ein Betrüger ihren KYC-Status infrage gestellt hatte. Die örtliche Polizei hat in allen Fällen Ermittlungen eingeleitet.

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