Telegram-Betrug: Singapur warnt vor gefälschten Gutschein-Links
Veröffentlicht am: 17.07.2026 um 10:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Von gefälschten Regierungslogos bis zu täuschend echten KI-Videos reicht das Repertoire der Kriminellen.
Gefälschte Gutscheine und Paketbetrug in Singapur
Die Polizei in Singapur warnte am 16. Juli vor einer neuen Welle von Betrugsnachrichten auf Telegram. Kriminelle verschicken dort gefälschte Infografiken zur staatlichen GST-Gutscheinaktion. Die Links führen zu Phishing-Seiten, die persönliche Daten und Telegram-Zugangscodes abgreifen.
Die Masche ist perfide: Mit den gestohlenen Accounts übernehmen die Täter die Kontrolle und nutzen sie für weitere Betrugsversuche. Das Finanzministerium stellte klar: Es betreibt keinen Telegram-Kanal und fordert niemals sensible Daten über Messenger an. Im August sollen rund 1,5 Millionen Singapurer die Zahlungen erhalten – ein ideales Ziel für die Betrüger.
Parallel dazu häufen sich Fälle, in denen sich Kriminelle als Paketdienste wie Ninja Van oder J&T Express ausgeben. Seit dem 24. Juni wurden mindestens 43 Fälle mit Gesamtverlusten von umgerechnet rund 180.000 Euro gemeldet. Die Opfer sollen eine kleine „Nachliefergebühr" zahlen – und geben dabei ihre Kreditkartendaten preis.
US-Behörde warnt vor falschen „Helfern"
In den USA schlägt die Handelsbehörde FTC Alarm. Betrüger geben sich als deren Mitarbeiter aus und versprechen, verlorenes Geld aus früheren Betrugsfällen zurückzuholen. Sie schicken SMS mit gefälschten Dienstausweisen und Abzeichen.
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Die echte FTC versichert: Niemals schicken Mitarbeiter Ausweise per SMS oder fordern Überweisungen auf angebliche „Sicherheitskonten". Die Masche ist besonders hinterhältig, denn sie zielt auf Menschen ab, die bereits einmal betrogen wurden. Allein 2025 entstand durch Betrug mit angeblichen Amtspersonen ein Schaden von umgerechnet rund 3,2 Milliarden Euro.
Deepfakes: Wenn Stars plötzlich für Kryptowährungen werben
Die technische Entwicklung macht Betrug immer gefährlicher. In Ontario verlor eine 86-jährige Frau umgerechnet knapp 900.000 Euro. Sie sah ein täuschend echtes Video, in dem eine bekannte Persönlichkeit eine angebliche Kryptowährungs-Investition anpries – ein Deepfake.
Auch in Australien sind die Betrüger aktiv. Die Finanzaufsicht ASIC warnte am 17. Juli vor sogenannten „Pump-and-Dump"-Maschen. Kriminelle geben sich als bekannte Wirtschaftsexperten aus und locken vor allem ältere Menschen mit gefälschten Promi-Empfehlungen. Die Bilanz ist erschreckend: 2025 verloren Australier umgerechnet knapp 1,4 Milliarden Euro durch Betrug, davon fast 540 Millionen Euro durch Anlagebetrug.
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Weltweite Fahndungserfolge
Die Polizei in Indien und den USA ermittelt ebenfalls gegen professionelle Betrugsbanden. In Kerala verfolgen Ermittler eine Gruppe, die über WhatsApp und Anruf-Manipulation vorgab, für hohe politische Ämter zuständig zu sein – und für umgerechnet rund 340.000 Euro Ministerposten anbot.
Das US-Heimatschutzministerium verstärkt seine Ermittlungen gegen Einwanderungsbetrug. Die Beschwerden haben sich verdoppelt, über fünf Jahre wurden umgerechnet rund 87 Millionen Euro erbeutet.
In Singapur führte eine Großrazzia zwischen dem 2. und 15. Juli zu Ermittlungen gegen 579 Verdächtige im Alter von 15 bis 83 Jahren. Sie sollen mit über 1.469 Fällen in Verbindung stehen – von E-Commerce-Betrug bis zur Amtsanmaßung. Der Gesamtschaden: umgerechnet rund 12,4 Millionen Euro. Den Tätern drohen bis zu zehn Jahre Haft.
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