Telefonbetrug, Polizei

Telefonbetrug: Polizei zerschlägt Netzwerk mit 15.000 Webseiten

27.06.2026 - 13:44:42 | boerse-global.de

Kriminelle nutzen KI und Messenger für Schockanrufe. Milliardenverluste durch Imposter Scams in den USA gemeldet.

KI-Betrugswelle: Neue Maschen mit WhatsApp und Stimmenimitation
Telefonbetrug - Eine Hand greift nach einem Smartphone, auf dem eine Nachrichtenbenachrichtigung mit digitalen Verzerrungen zu sehen ist, vor dunklem Hintergrund. 27.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Sie setzen verstärkt auf WhatsApp, KI-Stimmenimitation und gestohlene Datensätze. Die Schäden gehen in die Milliarden.

Schockanrufe mit dreister Masche

In Stuttgart verlor ein über 80-Jähriger am 25. Juni Gold und Schmuck im Wert von über 100.000 Euro. Eine Betrügerin gab sich am Telefon als Schwiegertochter aus. Sie behauptete, nach einem tödlichen Verkehrsunfall dringend eine Kaution zu benötigen. Die Übergabe der Wertsachen erfolgte an einen Abholer. Erst die Rücksprache mit der echten Verwandten deckte den Betrug auf.

Ähnliche Fälle meldet die Polizei aus Pforzheim und Bad Wildbad. Dort gaben sich Täter als falsche Polizisten aus und entwendeten Schmuck von Seniorinnen.

In Hagen konnte eine hundertjährige Frau am 26. Juni einen Betrugsversuch abwehren. Sie beendete konsequent ein Gespräch über eine angebliche Geldsammlung für einen Nachbarn. In Köln beobachten Ermittler zudem eine Häufung von Maschen wie dem Pizza-Trick oder vorgetäuschten Einbruchschutz-Prüfungen.

KI macht Betrugsversuche glaubwürdiger

Die Methoden der Täter entwickeln sich rasant weiter. Statt Telefonbücher zu durchforsten, nutzen sie gestohlene Datensätze und Messenger-Dienste wie WhatsApp oder SMS. Millionen von Telefonnummern und E-Mail-Adressen sind durch Hackerangriffe und Scraping im Umlauf.

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz macht die Betrugsversuche deutlich realistischer. Das betrifft nicht nur Textnachrichten, sondern auch die Nachahmung von Stimmen. Ein aktueller Fall aus Ontario dokumentiert einen Verlust von 14.000 US-Dollar. Die Täter hatten die Stimme eines bekannten Internet-Akteurs mit KI gefälscht.

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Auch im beruflichen Umfeld steigen die Gefahren. Laut Analysen von CrowdStrike nutzen nordkoreanische Hackergruppen wie Famous Chollima Remote-Arbeitsmodelle. Sie geben sich als IT-Mitarbeiter aus und entwenden Kryptowährungen.

Milliardenverluste und ein Erfolg gegen die Infrastruktur

Der wirtschaftliche Schaden durch sogenannte Imposter Scams ist enorm. Die US-Handelsbehörde FTC beziffert die Verluste für 2025 auf rund 3,5 Milliarden US-Dollar. Die Gesamtverluste durch Betrug stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 27 Prozent auf 15,9 Milliarden US-Dollar.

Einen Erfolg gegen die technische Infrastruktur der Kriminellen erzielten Ermittler im Juni. Im Rahmen der Operation Endgame nahmen das Bundeskriminalamt (BKA) und die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) gemeinsam mit internationalen Partnern Schadsoftware-Varianten wie SocGholish, StealC und Amadey vom Netz.

Die Behörden machten rund 15.000 Webseiten und über 320 Server unschädlich. Sie stellten etwa 27 Millionen Zugangsdaten von über 385.000 Opfern sicher und identifizierten Krypto-Vermögen in Höhe von mehr als 47 Millionen US-Dollar.

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Wie Sie sich schützen können

Polizei und Datenschutzexperten raten: Persönliche Daten im Netz sparsam verwenden. Bei Geldforderungen oder ungewöhnlichen Nachrichten grundsätzlich misstrauisch bleiben. Besondere Vorsicht gilt bei Zeitdruck oder der Aufforderung zu Vorauszahlungen – etwa bei vermeintlichen Stellenangeboten in sozialen Netzwerken.

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