Telefonbetrug: Polizei warnt vor Bankmitarbeiter-Betrügern
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 20:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mehrere Polizeibehörden warnen eindringlich vor Kriminellen, die sich am Telefon als Bankmitarbeiter ausgeben. Die Kreispolizeibehörde Soest, die Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch, die Kriminalpolizei Offenbach sowie die Polizei Salzburg verzeichneten zuletzt wiederholt Fälle, in denen Betrüger versuchten, persönliche Identifikationsnummern (PIN) und Zugangsdaten zu erschleichen sowie Debitkarten an den Haustüren der Geschädigten zu entwenden.
Betrugsserien im norddeutschen Raum und Nordrhein-Westfalen
Im Raum Delmenhorst und Ganderkesee registrierte die Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch in den letzten Wochen mindestens zwölf vollendete Betrugstaten zum Nachteil älterer Menschen. Die Täter täuschten per technischer Manipulation eine bekannte Vorwahl vor und verfügten teilweise bereits über echte Kundendaten.
Unter dem Vorwand verdächtiger Abbuchungen, eines Kartenaustauschs oder notwendiger Schutzmaßnahmen erfragten sie telefonisch die PIN sowie Zugangsdaten, woraufhin ein vermeintlicher Mitarbeiter die Bankkarte an der Wohnanschrift abholte.
In den bekannten Fällen schöpften die Täter das tägliche Limit von bis zu 5.000 Euro aus, wodurch ein Gesamtschaden im mittleren fünfstelligen Bereich entstand. Hinweise nimmt die Inspektion unter 04221/1559-0 entgegen.
In Heiligenhaus wurde am 19. September 2026 ein 82-jähriger Mann geschädigt. Gegen 21 Uhr meldete sich ein angeblicher Mitarbeiter der Hausbank, täuschte eine Kontogefährdung vor und regte die Absicherung der Ersparnisse über mehrere Überweisungen auf ein vermeintliches Treuhandkonto an. Das Opfer transferierte eine mittlere fünfstellige Summe, bevor der Betrug auffiel.
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Fahndungen und Festnahmen nach Kartenübergaben
In Warstein im Kreis Soest kam es bereits am 18. Juli 2026 zwischen 14:00 und 15:00 Uhr zu einem Trickdiebstahl und Computerbetrug. Nachdem Betrüger telefonisch Bankdaten und die Debitkarten-PIN entlockt hatten, erschien ein angeblicher Mitarbeiter an der Wohnanschrift und entwendete die Karte von einem Schrank.
Anschließend hoben die Täter in einer örtlichen Sparkassenfiliale unberechtigt Bargeld ab. Die Polizei Soest fahndet mit Bildern öffentlich nach einem Beteiligten und nimmt Hinweise unter 02921/9100-0 oder per E-Mail an poststelle.soest@polizei.nrw.de entgegen.
In Heusenstamm verhinderte das Eingreifen eines Zeugen einen größeren Schaden. Ein Senior in der Gustav-Adolf-Straße hatte nach einem Telefonanruf wegen einer angeblichen missbräuchlichen Kartennutzung an einem Freitagnachmittag gegen 17 Uhr seine Bankkarte an zwei an der Wohnung erschienene junge Frauen übergeben.
Ein aufmerksamer Nachbar forderte die Karte zurück und nahm sie einer der Frauen aus der Hand. Eine Tatverdächtige flüchtete daraufhin über den Garten. Einsatzkräfte nahmen kurz darauf eine 16-Jährige vorläufig fest; nach der flüchtigen, jung und schlank beschriebenen Begleiterin sucht die Kriminalpolizei Offenbach unter der Telefonnummer 069 8098-1234.
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Weitere Fälle und Handlungsempfehlungen
Die Vorgehensweise tritt auch überregional und im Ausland auf. In Salzburg brachte eine angebliche Bank-Technikerin eine 87-jährige Frau dazu, Kontozugriffe freizugeben und drei Überweisungen zu bestätigen, wodurch ein Schaden von rund 30.000 Euro entstand.
In Spiegelberg verschafften sich Kriminelle Mitte August nach einer Phishing-Nachricht über einen fingierten Anruf Zugriff auf ein Konto. Dass Wachsamkeit vor Verlusten schützen kann, bewies eine Bankmitarbeiterin im Landkreis Hof, die einen gefälschten Überweisungsträger über 339 Euro auf ein bulgarisches Konto rechtzeitig stoppte und einen 76-Jährigen vor Schaden bewahrte.
Die Kriminalpolizei rät dringend dazu, niemals PINs, Passwörter oder Zugangsdaten am Telefon preiszugeben und keine Zahlungskarten an Fremde zu übergeben. Bei derartigen Anrufen sollten Bürger sofort auflegen und die Polizei verständigen.
