Telefonbetrug, Codes

Telefonbetrug mit *21: Diese Codes prüfen und stoppen die Anrufumleitung

Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 18:16 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Betrüger wollen mit einem Steuercode Telefonate umleiten; Google kündigte zusätzliche Schutzfunktionen für Android-Geräte an.
Stromleitungen und Telekommunikationskabel vor einem tiefblauen Abendhimmel über einer Stadt. Illustration mit AI erstellt.

Kreditinstitute warnen vor einer perfiden Angriffsmethode, bei der Kriminelle versuchen, die Telefonate ihrer Opfer unbemerkt umzuleiten. Wie die zur Santander-Gruppe gehörende Openbank mitteilt, fordern Betrüger Verbraucher dabei auf, den Zifferncode *21 gefolgt von einer Telefonnummer einzugeben und zu wählen. Diese Tastenkombination aktiviert im Mobilfunknetz eine bedingungslose Anrufweiterleitung auf die Rufnummer der Angreifer. Betroffene sollten bei derartigen Aufforderungen sofort das Gespräch beenden und auflegen.

Gefährliche Umleitung über Standard-Steuercodes

Die Vorgehensweise nutzt technische Standardsignale aus, die in modernen Telekommunikationsnetzen tief verankert sind. Über den Befehl *21 leiten Netzbetreiber eingehende Telefongespräche sofort an die danach eingegebene Nummer weiter, ohne dass das eigene Endgerät klingelt. Gelingt die Täuschung, können Kriminelle Verifizierungsanrufe, Einmal-Passwörter oder Sicherheitsrückfragen von Finanzinstituten abfangen.

Kunden von Openbank können bestehende Weiterleitungen unkompliziert überprüfen: Durch die Eingabe der Tastenkombination *#21# und das anschließende Betätigen der Anruftaste lässt sich der aktuelle Status abfragen. Wurde eine Umleitung bereits eingerichtet, kann diese über den Code ##002# samt Anruftaste vollständig deaktiviert werden.

Dass kriminelle Netzwerke verstärkt auf Manipulationen im Telefoniebereich setzen, belegen auch internationale Erhebungen. Der brasilianische Bankenverband FEBRABAN verzeichnete einen Anstieg von Bankbetrug über gefälschte Rufnummern um 195,7 % innerhalb von zwölf Monaten. Die Fälle von Bankbetrug hätten sich in Brasilien laut dem Verband binnen eines Jahres fast verdreifacht.

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Technische Gegenmaßnahmen auf Betriebssystemebene

Um Missbrauchsszenarien einzudämmen, reagieren Betriebssystemhersteller mit restriktiveren Berechtigungen und erweiterten Schutzfunktionen. Google kündigte an, dass Apps auf Pixel-Smartphones und weiteren ausgewählten Geräten ab Anfang Dezember 2026 eine Anrufumleitung nicht mehr unbemerkt im Hintergrund aktivieren können.

Zudem kündigte Google am 14.10.2026 in seinem Sicherheits-Blog neue Schutzmaßnahmen gegen Betrug an. Eine dieser Funktionen verifiziert Anrufe, die sich als Bank ausgeben, direkt über die jeweilige Banking-App; schlägt dieser Abgleich fehl, wird die Verbindung automatisch getrennt.

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Darüber hinaus führt das Unternehmen in den kommenden Wochen einen erweiterten Schutzmodus als Opt-in in Google Messages ein, der Chats mit unbekannten Absendern über eine geschützte Cloud-Infrastruktur analysiert. Für aktuelle Smartphone-Modelle wie Pixel 10+, Galaxy S26 sowie Z Flip/Fold8 ist eine Echtzeitprüfung von Links mittels lokaler Modellverarbeitung vorgesehen.

Warnungen vor verdächtigen Chatnachrichten sollen über Gerätehersteller wie HONOR, Motorola, OPPO und Xiaomi bereitgestellt werden, jedoch nicht über Samsung. Ein zusätzlicher Schutz für Bildschirmfreigaben unter Android 15 und neueren Versionen wird im Oktober 2026 schrittweise ausgerollt.

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