Telefonbetrug: 18 Millionen Franken Schaden in der Westschweiz
03.07.2026 - 21:27:12 | boerse-global.de
Die Täter geben sich als Polizisten oder Bankangestellte aus und erbeuten Millionenbeträge.
18 Millionen Franken Schaden in der Westschweiz
Seit 2022 haben Telefonbetrüger in der Westschweiz über 18 Millionen Schweizer Franken erbeutet. Rund 5.000 Strafanzeigen gingen bei den Behörden ein. Die Ermittler stellten fest: Die Tätergruppen operieren vorwiegend von Frankreich aus und rekrutieren junge Kuriere über soziale Netzwerke. Die Westschweizer Polizeikorps starteten bereits im Februar 2026 eine koordinierte Gegenaktion.
Ein aktueller Fall aus dem Kanton Basel-Landschaft zeigt die perfide Masche: Falsche Polizisten erbeuteten bei einer älteren Person Vermögenswerte von über einer Million Franken. Sie setzten das Opfer telefonisch unter Druck und gaben vor, Einbrecher festgenommen zu haben. Anschließend holten sie Wertgegenstände direkt aus einem Bankschließfach und der Wohnung ab.
QR-Codes und Fernwartung: Neue Betrugsmaschen
Die Kriminellen werden immer raffinierter. In Mainz wurde eine Arztpraxis Opfer eines gefälschten Bankschreibens mit QR-Code. Dieser führte auf eine Phishing-Seite. Per Telefonanruf erwirkten die Täter dann eine TAN-Freigabe und entwendeten 9.400 Euro.
Auch der Support-Betrug ist weiter verbreitet. Eine 75-Jährige aus Weida (Thüringen) verlor Anfang Juli zwischen 20.000 und 25.000 Euro. Sie hatte einen Werbebanner angeklickt, woraufhin ein angeblicher Microsoft-Mitarbeiter anrief, eine Fernwartungssoftware installierte und unberechtigte Banktransaktionen durchführte. Ähnlich erging es einem 82-Jährigen in Wülfrath. Nachdem er einer vermeintlichen Bankmitarbeiterin Zugriff auf seinen Rechner gewährt hatte, verlor er einen mittleren fünfstelligen Betrag.
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Schockanrufe treffen Senioren
Ein weiteres zentrales Tatmuster: Schockanrufe, die familiäre Notlagen vortäuschen. Am 2. Juli 2026 betrogen Täter zwei Senioren in Gristede und Bad Steben um Bargeld und Schmuck im fünfstelligen Bereich. In beiden Fällen behaupteten die Anrufer, nahe Angehörige hätten schwere Unfälle verursacht und benötigten dringend Geld.
Die Masche der falschen Polizeibeamten ist ebenfalls weit verbreitet. In Moosburg deponierte eine Rentnerin am 29. Juni 2026 auf Anweisung 15.000 Euro hinter Mülltonnen. In Dießen entwendeten Täter in der Nacht zum 3. Juli 2026 Bargeld sowie Gold- und Silbermünzen bei einer 74-Jährigen.
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Die Polizei warnt eindringlich: Geben Sie niemals sensible Daten am Telefon preis oder übergeben Sie Wertgegenstände an Unbekannte. Echte Bankmitarbeiter oder Polizeibeamte fordern nie die Herausgabe von Bargeld, Gold oder E-Banking-Zugangsdaten.
Vorsicht ist auch bei Phishing-E-Mails geboten. Aktuell kursieren gefälschte Nachrichten im Namen der Zürcher Kantonalbank (ZKB), die darauf abzielen, Aktivierungsbriefe für den Kontozugang abzugreifen.
