Teilzeitquote, Historischer

Teilzeitquote: 31,9 Prozent – Historischer Höchststand in Deutschland

29.05.2026 - 08:05:52 | boerse-global.de

Die Teilzeitbeschäftigung in Deutschland steigt auf ein Rekordniveau. Viele Arbeitnehmer wünschen sich sogar noch kürzere Arbeitszeiten, während die Politik über Reformen streitet.

Teilzeitquote: 31,9 Prozent – Historischer Höchststand in Deutschland - Foto: über boerse-global.de
Teilzeitquote: 31,9 Prozent – Historischer Höchststand in Deutschland - Foto: über boerse-global.de

2025 arbeiteten 31,9 Prozent der abhängig Beschäftigten in Teilzeit – so viele wie nie zuvor. Doch der Wunsch nach noch kürzeren Arbeitszeiten wächst weiter.

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Frauen in Teilzeit: Jede Zweite betroffen

Die Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen klare Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Mehr als die Hälfte aller erwerbstätigen Frauen (50,6 Prozent) arbeitete 2025 in Teilzeit. Bei den Männern waren es 14,3 Prozent – auch das ein neuer Rekord.

Besonders Eltern mit minderjährigen Kindern greifen zum Teilzeitmodell. 66,4 Prozent der Mütter arbeiten verkürzt, aber nur 8,6 Prozent der Väter. Das belegen Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Demnach stieg die Zahl der Teilzeitbeschäftigten um ein Prozent auf 16,88 Millionen. Die Zahl der Vollzeitkräfte sank dagegen um 0,6 Prozent auf 25,43 Millionen.

Interessant: Teilzeitkräfte arbeiten heute mehr als früher. Mit durchschnittlich 21,3 Wochenstunden leisten sie rund zwei Stunden mehr als 2015. Vollzeitbeschäftigte kommen auf 39,9 Stunden pro Woche.

53 Prozent wollen noch kürzer treten

Trotz des Teilzeitbooms wünschen sich viele Beschäftigte weniger Arbeit. Eine Umfrage des Instituts uzbonn im Auftrag des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zeigt: 53 Prozent der Befragten wollen ihre Arbeitszeit reduzieren. Befragt wurden zwischen Januar und Mai 2025 mehr als 4.000 Beschäftigte.

Besonders Väter mit Kindern wollen kürzertreten – 63 Prozent von ihnen gaben das an. Die tatsächlichen Durchschnittswerte liegen bei 37,1 Stunden für Männer und 30,8 Stunden für Frauen.

Die Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit hat gesundheitliche Folgen. Rund 40 Prozent der befragten Frauen fühlen sich nach der Arbeit häufig oder sehr häufig ausgebrannt. Bei den Männern sind es 29 Prozent.

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Kitas kürzen Betreuungszeiten – Eltern müssen ran

Hauptgrund für den Wunsch nach kürzeren Arbeitszeiten ist die familiäre Sorgearbeit. Eine Befragung aus 2024 ergab: Jede dritte Frau in Teilzeit wählte diesen Weg wegen Kinderbetreuungspflichten. Nur 4,7 Prozent gaben an, unfreiwillig in Teilzeit zu sein, weil sie keine Vollzeitstelle fanden.

Die angespannte Lage in den Kitas verschärft den Druck. Laut Analysen der Hans-Böckler-Stiftung berichteten 54 Prozent der Eltern von Kürzungen bei den Betreuungszeiten. Etwa ein Drittel der betroffenen Eltern musste daraufhin die eigene Arbeitszeit reduzieren. Die Entscheidung für Teilzeit ist also oft keine freie Wahl, sondern eine Reaktion auf äußere Umstände.

Streit um Reformen: Flexiblere Höchstarbeitszeit geplant

Die Politik ringt um die Zukunft der Arbeitszeit. Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas kündigte für Juni 2026 einen Gesetzentwurf zur Reform des Arbeitszeitrechts an. Ein zentraler Streitpunkt: Die Regierung will die Höchstarbeitszeit flexibler gestalten – weg von der täglichen, hin zu einer wöchentlichen Betrachtung.

Die Gewerkschaften laufen Sturm. DGB-Vizechefin Elke Hannack warnte vor einer weiteren Entgrenzung der Arbeit. Bundeskanzler Friedrich Merz fordert dagegen eine gesellschaftliche Debatte über mehr Arbeitsleistung zur Sicherung des Wohlstands.

Unterstützung kommt vom Wirtschaftsflügel der Union. Gitta Connemann, Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT), mahnte Reformen an, damit sich Mehrarbeit finanziell stärker lohne. Die CDU beschloss auf ihrem Parteitag zudem, den Rechtsanspruch auf Teilzeit künftig auf Fälle mit Betreuungs- oder Pflegeaufgaben zu begrenzen.

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