Techbranche: 129.488 Entlassungen in 2026 – größte Welle seit Pandemie
Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 12:00 Uhr | Redaktion boerse-global.deAnfang September 2026 gab Uber Technologies den Abbau von rund 3.300 bis 3.400 Stellen bekannt. Diese Maßnahme betrifft etwa 10 % der weltweiten Belegschaft des Unternehmens und stellt die größte Entlassungswelle seit der COVID-19-Pandemie dar. CEO Dara Khosrowshahi kündigte diesen Schritt im Rahmen einer umfassenden strategischen Neuausrichtung an.
Restrukturierung und Fokus auf autonome Mobilität
Die geplanten Stellenstreichungen zielen bei Uber vor allem auf die Reduzierung von Managementebenen und die Konsolidierung von Standorten ab. Das Unternehmen strebt eine schlankere Organisationsstruktur an, um den Fokus verstärkt auf die Entwicklung autonomer Technologien zu richten.
In diesem Zusammenhang wurde zudem die Arbeitsweise der verbleibenden Belegschaft präzisiert: Berichten zufolge arbeitet nur noch etwa 1 % der Mitarbeiter vollständig im Homeoffice. Die weltweite Belegschaft von Uber wurde vor diesen Maßnahmen auf rund 34.000 Mitarbeiter beziffert.
Breite Entlassungswelle im gesamten Technologiesektor
Die Entscheidung von Uber steht exemplarisch für eine dynamische Entwicklung in der Branche. In den ersten zehn Septembertagen des Jahres 2026 wurden sektorübergreifend bereits mehr als 6.300 Stellen gestrichen. Neben Uber meldeten auch andere Schwergewichte wie PayPal, Apple und Oracle personelle Kürzungen.
Das Unternehmen The Trade Desk gab im gleichen Zeitraum den Abbau von 15 % seiner Belegschaft bekannt. CEO Jeff Green informierte die Mitarbeiter Anfang September über diese Entscheidung. Die Restrukturierung sieht den Übergang zu kleineren, agileren Teams vor.
Bemerkenswert ist hierbei die finanzielle Ausgangslage des Unternehmens, das über Barmittel in Höhe von rund 1,5 Milliarden US-Dollar verfügt und als schuldenfrei gilt. Vor den Kürzungen beschäftigte The Trade Desk weltweit mehr als 3.500 Mitarbeiter.
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Kostensenkungen bei PayPal und strategische Kürzungen bei Apple
Auch der Zahlungsdienstleister PayPal setzt seinen Konsolidierungskurs fort. Ende August wurde bekannt, dass das Unternehmen rund 220 Stellen an seinen indischen Standorten in Chennai, Bengaluru und Hyderabad streicht. Dies entspricht etwa 4 % der dortigen Belegschaft.
Weitere Kürzungen betreffen Standorte in Israel mit 70 Stellen sowie Irland, Indien und San Jose. Die Führung des Unternehmens verfolgt das Ziel, bis zum Jahresende Einsparungen in Höhe von 400 Millionen US-Dollar und über die nächsten zwei bis drei Jahre insgesamt 1,5 Milliarden US-Dollar zu realisieren.
Apple reduzierte im August ebenfalls personelle Kapazitäten. Hier waren über 200 Stellen in den spezialisierten Bereichen Siri und Vision Pro betroffen.
Oracle und Amazon mit umfangreichen Anpassungen
Besonders tiefgreifende Veränderungen zeichnen sich bei Oracle ab. Das Unternehmen erwägt den Abbau von 7.000 bis 10.000 Stellen, nachdem bereits in den zwölf Monaten bis Mai 2026 rund 21.000 Arbeitsplätze gestrichen wurden.
Trotz eines Cloud-Umsatzwachstums von 39 % auf 34 Milliarden US-Dollar belasten Verbindlichkeiten in Höhe von etwa 167 Milliarden US-Dollar die Bilanz. Die Ratingagentur S&P stufte die Kreditwürdigkeit des Konzerns zuletzt auf BBB- herab. Die Restrukturierungskosten werden auf bis zu 2,1 Milliarden US-Dollar geschätzt.
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Bereits zu Beginn des Jahres hatte Amazon angekündigt, rund 16.000 Stellen in der Verwaltung abzubauen. Dies ist Teil eines langfristigen Plans, bis Mitte 2026 insgesamt etwa 30.000 White-Collar-Stellen zu streichen. In den USA erhalten betroffene Mitarbeiter eine Frist von 90 Tagen, um sich auf interne Vakanzen zu bewerben.
Nach Daten des Branchendienstes Layoffs.fyi summieren sich die Entlassungen im Technologiesektor im laufenden Jahr 2026 damit auf insgesamt 129.488 betroffene Beschäftigte bei 296 Unternehmen.
