Tech-Konzerne: 66% der Deutschen sehen Einfluss als zu hoch
Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 10:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ob Spitzensport, Führungsetage oder Social Media: Die Fähigkeit, sich trotz Kritik und Ablenkung zu konzentrieren, wird zur Schlüsselkompetenz. Experten setzen dabei auf klare Rollentrennung, mentale Routinen und einen bewussten Umgang mit digitalen Reizen.
Die Kunst, Kritik nicht persönlich zu nehmen
Ein zentraler Hebel ist die Trennung zwischen Rolle und Persönlichkeit. Führungskräfteentwickler empfehlen einen mehrstufigen Reflexionsprozess: Wer zwischen seiner Funktion, der konkreten Aufgabe und den eigenen Emotionen unterscheidet, kann Kritik sachlicher einordnen.
Psychotherapeuten raten zusätzlich, Fakten konsequent von Interpretationen zu trennen. Wer aktiv nach alternativen Erklärungen für das Verhalten anderer sucht und gezielt nachfragt, vermeidet Überreaktionen. Das Ziel: Die sogenannte „Rejection Sensitivity“ reduzieren – eine überempfindliche Reaktion auf Ablehnung, die bereits in Studien Ende der 1990er-Jahre untersucht wurde.
Atemtechniken und Prozessziele im Hochleistungssport
Im Spitzensport setzen Athleten auf strikte Routinen, um den Fokus zu halten. Statt auf das Endergebnis schauen sie auf Prozessziele. Im Tennis nutzen Spieler etwa die „Kastenatmung“ – ein Rhythmus aus vier Sekunden Einatmen, Halten, Ausatmen und Halten –, um zwischen den Punkten das Nervensystem zu beruhigen.
Auch bei extremen Belastungen wie Rekordversuchen im Apnoetauchen entscheidet der mentale Zustand. Die Vorbereitung zielt dort weniger auf die reine Körperkraft als auf die Fähigkeit, unter Druck handlungsfähig zu bleiben. Im Mannschaftssport mahnen Trainer selbst nach klaren Niederlagen zur Ruhe – personeller Aktionismus gefährde sonst die langfristige Leistungsfähigkeit.
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Digitale Dauerpräsenz als Stresstest
Die Digitalisierung verschärft die Lage. Eine Studie aus Singapur sieht eine evolutionäre Fehlanpassung: Ständige Vergleichsmöglichkeiten in sozialen Medien erzeugen Stress, Einsamkeit und Angst. Forscher der Singapore University of Technology and Design und der James Cook University fordern deshalb ruhigere digitale Plattformen.
Die Skepsis gegenüber Tech-Konzernen ist in der Bevölkerung angekommen. Eine YouGov-Umfrage vom 10. bis 13. Juli 2026 zeigt: 66 Prozent der Deutschen finden den Einfluss großer US-Technologieunternehmen zu hoch. Neben Datenschutz sorgen sich die Befragten vor allem um Monopolabhängigkeit und die Beeinflussung der öffentlichen Meinung.
Einige öffentliche Akteure gehen offensiv mit der Dauerpräsenz um. Schiedsrichter im Profifußball etwa lesen Kommentare in sozialen Medien – bis hin zu Hassbotschaften –, neutralisieren sie aber durch offene Kommunikation und Konzentration auf die eigene Leistung.
Belastungsspiralen durchbrechen
Gegen Grübeln und Zukunftsängste helfen gezielte Interventionen. Das Konzept des „Kopfkinos“ beschreibt Grübeln als erlernten Schutzmechanismus, der sich durch Achtsamkeitsübungen unterbrechen lässt.
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Auch am Arbeitsplatz wird der Schutz der mentalen Gesundheit wichtiger. Toxisches Verhalten von Kollegen wie Sabotage oder Intrigen treibt die Fluktuation hoch – die Kosten können laut Experten um bis zu 50 Prozent steigen. Als Gegenmittel empfehlen sie lückenlose Dokumentation, regelmäßiges Feedback und bei Bedarf professionelle Mediation. Nur so bleibt das Team arbeitsfähig und fokussiert.
