Teams-Sicherheit, Microsoft

Teams-Sicherheit: Microsoft rüstet gegen Erpresserbanden auf

08.06.2026 - 17:07:58 | boerse-global.de

Microsoft rüstet Teams gegen professionelle Cyberkriminelle. Neue Meeting-Tools und Schutz vor Identitätsdiebstahl sollen Anwaltskanzleien und Firmen schützen.

Microsoft Teams: Neue Sicherheitsfeatures gegen Erpresserbanden
Teams-Sicherheit - Microsoft Teams-Oberfläche auf einem digitalen Schild, umgeben von Schatten und abstrakten Cyber-Bedrohungen. 08.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Hackerangriff kommt per Videoanruf – und kostet Anwaltskanzleien Millionen.

Microsoft rüstet seine Kommunikationsplattform Teams gegen eine neue Welle professioneller Cyberkriminalität. Während das Unternehmen ein zentrales Meeting-Recap-Tool und verbesserte Schutzmechanismen einführt, treiben Erpresserbanden ihr Unwesen: Sie geben sich als IT-Support aus und kapern über Videoanrufe die Systeme von Kanzleien und Finanzfirmen.

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Neue Meeting-Übersicht für Profis

Der Softwarekonzern hat die Entwicklung einer eigenständigen „Meeting Recap"-Anwendung bestätigt. Das Tool, das unter der Roadmap-ID 564614 geführt wird, soll künftig als zentrale Anlaufstelle für alle Meeting-Inhalte dienen. Notizen, Aufzeichnungen und zugewiesene Aufgaben werden dort gebündelt.

Die Anwendung erlaubt den Zugriff auf Zusammenfassungen der vergangenen 30 Tage und bietet eine Audio-Recap-Funktion. Erste Tests sind für Juni 2026 geplant, die breite Einführung dürfte im Juli folgen. Das neue Feature reiht sich ein in die Integration von Künstlicher Intelligenz und verbesserten Galerieansichten, die künftig bis zu 49 Teilnehmer gleichzeitig zeigen können.

Erpresserbande zielt auf Anwaltskanzleien

Die technischen Neuerungen kommen nicht von ungefähr. Sicherheitsexperten haben eine Serie gezielter Erpressungsangriffe identifiziert, die von der Gruppe UNC3753 – auch bekannt als Silent Ransom Group oder Luna Moth – durchgeführt werden. Zwischen Januar und Mai 2026 attackierten die Täter Dutzende Anwaltskanzleien und Finanzdienstleister in den USA.

Die Masche ist perfide: Die Angreifer verschicken zunächst harmlose Rechnungs-E-Mails. Es folgen sogenannte „Vishing"-Anrufe – Telefonbetrug, bei dem sich die Täter als IT-Mitarbeiter ausgeben. Sie überreden ihre Opfer, Bildschirmfreigaben über Teams, Zoom oder Quick Assist zu aktivieren. Sobald die Verbindung steht, installieren die Hacker Fernwartungstools wie AnyDesk oder Zoho Assist und stehlen Daten aus iManage, OneDrive und SharePoint.

In manchen Fällen dauert der gesamte Vorgang nur wenige Stunden. Kurz darauf folgen Lösegeldforderungen. Branchenberichte zeigen zudem, dass nordkoreanische Hacker mit ähnlichen Methoden – gefälschte Meeting-Einladungen auf Kollaborationsplattformen – im vergangenen Jahr über 300 Millionen US-Dollar erbeutet haben.

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Schutzschild gegen Identitätsdiebstahl

Microsoft reagiert mit einer neuen Sicherheitsfunktion: „Brand Impersonation Protection for Teams Calling" wurde Mitte Mai 2026 eingeführt. Das Feature erkennt verdächtige externe VoIP-Anrufe und warnt Nutzer vor der Annahme mit einem Hochrisiko-Hinweis. Die Schutzfunktion ist standardmäßig aktiviert – Administratoren müssen nichts konfigurieren.

Parallel dazu stellt Microsoft im Juni 2026 die Authentifizierung um: Die veraltete NTLM-Technologie wird durch Kerberos ersetzt. Der Schritt soll den Schutz vor Diebstahl von Zugangsdaten und seitlichen Bewegungen in Unternehmensnetzwerken deutlich verbessern.

Technische Pannen trüben das Bild

Trotz der Fortschritte kämpfen IT-Administratoren weiterhin mit Problemen. Seit dem 8. Juni 2026 melden Bildungseinrichtungen Anmeldefehler: Nutzer mit gültigen Microsoft-365-Education-Lizenzen erhalten fälschlicherweise die Meldung, dass ihre Lizenz keinen Teams-Zugang enthalte. Die Ursache liegt oft in deaktivierten Service-Plänen im Admin-Center.

Auch der öffentliche Sektor ist betroffen. Der britische NHS-Mail-Dienst verzeichnet Anfang Juni mehrere Störungen: Drei Stunden Verzögerung bei Teams-Webinar-Registrierungs-E-Mails, wiederholte Standortabfragen auf Mac-Geräten und Probleme bei der Anzeige des Frei/Gebucht-Status von Gmail-Nutzern in Exchange-Online-Kalendern.

Zusätzlich klagen Nutzer über Lücken in der Terminplananzeige der „Shifts"-Anwendung und Schwierigkeiten bei der Bearbeitung von Webinar-E-Mails – selbst mit Premium-Lizenzen. Aktuelle Leitfäden empfehlen spezifische Skalierungseinstellungen und Audio-Optionen bei Bildschirmfreigaben, um auch in kritischen beruflichen Situationen störungsfrei zu arbeiten.

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