TCM-Kooperation, China

TCM-Kooperation: China und Indonesien erforschen Moxibustion gegen Arthritis

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 07:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

China und Indonesien vertiefen ihre TCM-Zusammenarbeit mit neuen Therapien, KI-Anwendungen, Ausbildungsnetzwerken und internationalen Standards.

TCM: China und Indonesien planen gemeinsame Forschung
Getrocknete Heilkräuter und Wurzeln auf einem Holztisch in einem Forschungslabor für traditionelle Medizin. Illustration mit AI erstellt.

Die internationale Zusammenarbeit im Bereich der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) erfährt durch neue Forschungspartnerschaften und technologische Innovationen eine deutliche Intensivierung.

Im Rahmen des im September 2026 in Nanchang abgehaltenen SCO Traditional Medicine Forums diskutierten das Nalanda Institute of Indonesia und die Jiangxi University of Chinese Medicine eine weitreichende Kooperation.

Im Zentrum der Gespräche standen kombinierte Therapieansätze aus wärmeempfindlicher Moxibustion sowie chinesischen und indonesischen Heilpflanzen zur Behandlung von Fettleber und Knie-Osteoarthritis.

Fokus auf klinische Forschung und Technologietransfer

Die geplante Zusammenarbeit zwischen den Institutionen aus China und Indonesien wird von Fachleuten als konkretes Projekt gewertet, das für beide beteiligten Seiten Vorteile biete.

Willie Japaries, Direktor des TCM Service Center am Nalanda Institute Indonesia, wies in diesem Zusammenhang auf die strukturellen Unterschiede hin: Während Indonesien seit etwa 30 Jahren über begrenzte Hochschulprogramme für traditionelle Medizin verfüge, fehlten dort spezialisierte Krankenhäuser, wie sie in China etabliert sind.

Ein wesentlicher Bestandteil der Kooperation ist der Transfer moderner Behandlungstechniken. Maya Septriana Tjin, Vorsitzende der PPTKTI und Professorin an der Universität Airlangga, betonte die Absicht, die in Indonesien bisher kaum bekannte Technik der wärmeempfindlichen Moxibustion zu erlernen und dort einzuführen. Neben der Moxibustion umfasst das Kooperationsportfolio weitere Methoden wie dermales und eingebettetes Needling sowie KI-basierte Diagnosesysteme.

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Institutionelle Vernetzung im SCO-Raum

Das Forum in der Provinz Jiangxi, das anlässlich des 25. Jahrestags der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) stattfand, diente als Plattform für insgesamt 81 ausländische Gäste aus 21 Ländern.

Huang Luqi, stellvertretender Leiter der Nationalen TCM-Verwaltung, zog eine Bilanz der bisherigen internationalen Bemühungen: Innerhalb von fünf Jahren sei die TCM-Kooperation in gemeinsamen Erklärungen mit elf Ländern und in Memoranden mit sieben weiteren Staaten verankert worden. Zudem wurden neun TCM-Auslandszentren eingerichtet.

Parallel zum Forum wurde die International Education Alliance for Traditional Medicine Technology ins Leben gerufen. Diese Allianz umfasst unter anderem die russische Oriental Medical International School sowie über 20 chinesische TCM-Hochschulen, darunter die Beijing University of TCM und die Jiangxi University of Chinese Medicine. Ziel dieses Zusammenschlusses ist die Standardisierung und Förderung der technologischen Ausbildung im Bereich der traditionellen Medizin.

Technologische Transformation und Standardisierung

Die Modernisierung der TCM durch digitale Technologien bildete einen weiteren Schwerpunkt der fachlichen Debatte. Experten wie Wang Qi von der Chinesischen Akademie der Ingenieurwissenschaften forderten die Etablierung kontinuierlicher Bewertungssysteme für Prävention und Behandlung. Hierbei kämen verstärkt Künstliche Intelligenz (KI), Big Data und Bioinformatik zum Einsatz.

In der zugehörigen Ausstellung wurden technologische Neuentwicklungen präsentiert, darunter ein Wärme-Moxibustion-Roboter des Teams um Chen Rixin sowie ein KI-gestütztes Gerät für die sogenannte Vier-Diagnose.

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Flankiert werden diese Entwicklungen durch internationale Standardisierungsbemühungen. Im Rahmen der Veranstaltung wurden neue ISO-Standards veröffentlicht, die unter anderem die Terminologie für Moxibustion-Geräte und Qualitätsanforderungen für Safran (TCM—???) definieren.

Regionale Entwicklungen und wirtschaftliches Umfeld

Die Standortpolitik in Regionen wie der Ganjiang New Area unterstützt diese Entwicklung durch wirtschaftliche Anreize. Mit einem Industriefonds von über 200 Milliarden Yuan und verkürzten Prüfungsfristen für medizinische Geräte – diese wurden auf 45 Tage reduziert – soll die Ansiedlung von Unternehmen und Talenten gefördert werden.

Auch an anderen Standorten, etwa in der Provinz Guangxi, zeigt sich eine starke internationale Ausrichtung. Die dortige University of Chinese Medicine hat laut Angaben ihres Präsidenten Li Xuebin bereits über 4.100 ausländische Studierende ausgebildet und unterhält Forschungskooperationen mit sieben ASEAN-Ländern. Diese weitreichende Vernetzung unterstreicht die Bestrebungen, traditionelle Heilmethoden durch wissenschaftliche Standards und digitale Innovationen global anschlussfähig zu machen.

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