TCM, Vietnam

TCM in Vietnam: Regierung will Anteil auf 30% bis 2030 erhöhen

22.06.2026 - 06:09:51 | boerse-global.de

Vietnam plant regulatorische Reformen für traditionelle Medizin. Die Ausgaben der Krankenkasse für TCM liegen bei rund 5,8 Prozent, das Ziel sind 30 Prozent bis 2030.

Vietnam treibt Integration der TCM mit neuen Regeln voran
TCM - Eine Anordnung von TCM-Kräutern und -Instrumenten, darunter Akupunkturnadeln und ein Mörser, auf einem Holztisch. 22.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Integration der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) in Vietnams Gesundheitssystem erfordert regulatorische Anpassungen. Das Land verfolgt ehrgeizige Ziele für den Anteil traditioneller Heilmethoden – doch die Praxis hinkt hinterher.

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Wirtschaftliche Bedeutung wächst

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) gibt klare Einblicke in die Relevanz der traditionellen Medizin. 2025 beliefen sich die Kosten für traditionelle Behandlungen inklusive Rehabilitation auf über 3,2 Billionen VND. Das entspricht rund 5,8 Prozent der gesamten GKV-Ausgaben.

In den ersten vier Monaten 2026 waren es bereits 1,034 Billionen VND – ein Anteil von 5,5 Prozent. Zum Vergleich: Die moderne Medizin verschlingt über 31 Prozent der Kosten.

Die aktuelle GKV-Liste für traditionelle Arzneimittel basiert auf dem Stand von 2015. Sie umfasst 229 Präparate und 349 Inhaltsstoffe. Das Gesundheitsministerium prüft nun die Aufnahme von 94 neuen Medikamenten und fünf weiteren Heilkräutern.

Infrastruktur und ehrgeizige Ziele

Vietnam verfügt über fünf spezialisierte TCM-Krankenhäuser auf Ministeriumsebene, 61 Provinzkrankenhäuser und zehn private Kliniken. 2025 wurden rund sieben Millionen Behandlungen auf Basis traditioneller Medizin durchgeführt – etwa 3,3 Prozent des gesamten Behandlungsvolumens.

Die Regierung will diesen Anteil massiv steigern. Laut Beschluss 1893/QD-TTg soll die Quote bis 2025 bei 20 Prozent liegen, bis 2030 sogar bei 30 Prozent.

Die Realität sieht regional unterschiedlich aus. In der Provinz Dong Nai liegt der Anteil traditioneller Behandlungen in Krankenhäusern bei lediglich sechs Prozent. In lokalen Gesundheitszentren sind es 16 Prozent, in Gemeindegesundheitsstationen bereits 25 Prozent.

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Probleme in der Praxis

Ein zentrales Hindernis: die Diskrepanz zwischen stationärer und ambulanter Nutzung. In einigen TCM-Kliniken, etwa in Hai Phong oder Quang Ninh, lag die stationäre Aufnahmerate 2025 bei nahezu 100 Prozent.

Gleichzeitig setzen spezialisierte Einrichtungen massiv auf westliche Medizin. Am Zentralen Akupunkturkrankenhaus schwankte der Anteil zwischen 2023 und 2025 zwischen 88 und 98 Prozent.

Das Gesundheitsministerium plant daher, technische Differenzierungen für traditionelle Arzneimittel aufzuheben. Zudem wird ein System zur ambulanten Medikamentenabgabe geprüft – über Krankenhausapotheken und qualifizierte private Apotheken. Der stellvertretende Minister Vu Manh Ha betonte die Notwendigkeit, die GKV-Regeln spezifisch für den traditionellen Sektor zu überarbeiten.

Rohstoffe und Ausbildung

Die traditionelle Medizin ist eng mit dem Heilpflanzenanbau verbunden. In der Gemeinde Lung Phinh wurde zwischen 2020 und 2025 auf 183 Hektar die Pflanze Platycodon grandiflorus angebaut – mit Erträgen von über 1.200 Tonnen. In der aktuellen Saison 2025/26 umfasst die Fläche für Heilkräuter wie Angelica und Ingwer mehr als 52 Hektar. Seit 2015 kooperiert die Region mit der Nam Duoc Joint Stock Company zur Vermarktung.

Auch die Ausbildung wird intensiviert. 2026 gewannen Studenten der Hong Bang International University eine Goldmedaille bei einem binationalen TCM-Wettbewerb in China. Geprüft wurden theoretisches Wissen und praktische Techniken wie Massage und Akupressur.

Die digitale Transformation schreitet ebenfalls voran. Im Juni 2026 befasste sich eine Konferenz an der Universität Hue mit Künstlicher Intelligenz im Management chronischer Krankheiten.

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