TCM, Schweiz

TCM in der Schweiz: Homöopathie bleibt in Grundversicherung

Veröffentlicht: 05.07.2026 um 12:31 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Traditionelle Chinesische Medizin ist in der Schweiz etabliert. Politische Signale und eine anstehende Taxpunktdeckelung prägen die Zukunft der Branche.

TCM in der Schweiz: Starke Verankerung und neue Herausforderungen
TCM - Nahaufnahme einer Akupunkturbehandlung, bei der eine Nadel in die Haut eingeführt wird, mit unscharfem Hintergrund einer TCM-Praxis. 05.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ein dichtes Netz spezialisierter Praxen und die Anerkennung durch Versicherungen machen die Behandlungen für viele Patienten zugänglich. Doch politische und wirtschaftliche Entwicklungen verändern das Umfeld.

Hohe Dichte, kurze Wartezeiten

Allein der Anbieter TCM.ch betreibt aktuell 13 Standorte in der Deutschschweiz – unter anderem in Zürich, Winterthur und St. Gallen. Die Branche setzt auf Flexibilität: Behandlungen sind oft innerhalb eines Tages möglich.

Entscheidend für die Patienten ist die Abrechnung. Zertifizierungen durch das Erfahrungsmedizinische Register (EMR) oder die Stiftung ASCA ermöglichen es, die Kosten über Zusatzversicherungen abzurechnen. In der Regel übernehmen diese 80 bis 100 Prozent der Behandlungskosten.

Signal aus Bern

Die politische Debatte um alternative Medizin in der Grundversicherung sorgte zuletzt für Schlagzeilen. Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider stoppte Ende April 2026 die Untersuchungen zur möglichen Streichung der Homöopathie aus der Grundversicherung.

Die Entscheidung betraf zwar nur die Homöopathie. Doch sie hat Signalwirkung für die gesamte Komplementärmedizin. Kritiker verwiesen auf das Krankenversicherungsgesetz (KVG), das Wirksamkeit, Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit fordert. Der Status quo bleibt vorerst bestehen.

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Deckelung der Taxpunkte

Die Gesundheitsbranche steht vor neuen regulatorischen Vorgaben. Ab 2027 gilt ein Limit von 1577 Taxpunkten pro Arbeitstag im ambulanten Bereich. In Zürich bedeutet das einen maximalen Tagesverdienst von rund 1435 Franken.

Die Maßnahme wird kontrovers diskutiert. Branchenvertreter befürchten längere Wartezeiten und eine sinkende Versorgungsqualität. Ob die Regelung auch spezialisierte TCM-Leistungserbringer betrifft, ist noch unklar.

Forschung und lokale Initiativen

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Parallel zu den wirtschaftlichen Entwicklungen gewinnt die Forschung an Fahrt. Die Transkranielle Pulsstimulation (TPS) lieferte Anfang Juli 2026 neue Erkenntnisse für die klinische Anwendung. Die Universität Zürich und das Swiss Institute of Bioinformatics beteiligen sich zudem am EU-Projekt REPhRAME, das mit 15 Millionen Euro gefördert wird.

Vor Ort setzen Praxisbetreiber auf direkten Austausch. Am 8. August 2026 plant ein TCM-Standort in St. Gallen einen Tag der offenen Tür. Auch angrenzende Disziplinen erweitern das Angebot: Seit Anfang Juni 2026 gibt es regelmäßige Zen-Meditationen in der City Kirche Zug.

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