TCM im Klinik-Alltag: SMS-Kongress zeigt Akupunktur gegen Fatigue
Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 21:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Integration komplementärmedizinischer Verfahren in den stationären und ambulanten Sektor gewinnt zunehmend an Bedeutung. Ein zentrales Forum für diesen fachlichen Austausch bietet der 7. SMS-Kongress, der im September 2026 unter dem Leitthema „Chinesische Medizin im klinischen Alltag“ stattfindet.
Mit der Veröffentlichung des finalen Programms wird deutlich, dass der Fokus verstärkt auf der praktischen Anwendung der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) in Kombination mit konventionellen Behandlungsmethoden liegt. Ziel ist es, evidenzbasierte Ansätze für komplexe Krankheitsbilder aufzuzeigen und die Patientenversorgung durch synergetische Konzepte zu verbessern.
Akupunktur als Supportivtherapie in der Onkologie
Ein wesentlicher Schwerpunkt der aktuellen medizinischen Diskussion im Rahmen des Kongresses betrifft die unterstützende Behandlung von Krebspatienten. Die Ärztin Sabine Hargarter-Kornder aus Wetzlar verweist in diesem Zusammenhang auf die Potenziale der Akupunktur nach den Prinzipien der TCM. Die Anwendung dieser Methode ziele darauf ab, die oft erheblichen Nebenwirkungen einer Chemotherapie systematisch zu lindern.
Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Symptomen wie Übelkeit und dem chronischen Erschöpfungssyndrom, der sogenannten Fatigue. Durch gezielte Akupunkturbehandlungen könne die Belastung für den Organismus reduziert und das allgemeine Wohlbefinden der Patienten während der Therapiephasen stabilisiert werden.
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Die klinische Erfahrung zeigt, dass komplementäre Ansätze hierbei eine wertvolle Ergänzung zu medikamentösen Standardtherapien darstellen können, um die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig zu sichern.
Neurologische Rehabilitation und frühzeitige Intervention
Neben der Onkologie bildet die Neurologie ein weiteres wichtiges Anwendungsfeld für chinesische Heilmethoden im klinischen Kontext. Experten wie Sabine Hargarter-Kornder betonen die Wirksamkeit der Akupunktur bei der Behandlung von Spastiken, die infolge eines Schlaganfalls auftreten können. Für den Erfolg dieser Intervention sei vor allem der Faktor Zeit maßgeblich.
In der medizinischen Praxis werde deutlich, dass eine Behandlung umso effektiver sei, je früher sie nach dem neurologischen Ereignis eingeleitet werde. Die Akupunktur diene hierbei der Regulation des Muskeltonus und der Förderung motorischer Fähigkeiten.
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Ergänzend zu den Nadelreizen wird der Einsatz von unterstützenden Präparaten thematisiert. So könne die zusätzliche Gabe eines Vitamin-B-Komplexes den Regenerationsprozess der Nervenstrukturen fördern und die neurologische Rehabilitation beschleunigen.
Fokus auf klinische Evidenz und Praxisnähe
Der bevorstehende Kongress im September 2026 dient dazu, diese und weitere klinische Erfahrungen in einen wissenschaftlichen Kontext zu setzen. Die Veröffentlichung des Programms unterstreicht den Anspruch, die TCM nicht als isolierte Heilmethode, sondern als integralen Bestandteil eines modernen, interdisziplinären Klinikalltags zu etablieren. Dabei stehen vor allem die Verbesserung der Patientenpfade und die Optimierung von Therapieergebnissen durch eine fundierte Kombination aus Schulmedizin und traditionellen chinesischen Verfahren im Vordergrund.
Der Austausch zwischen praktizierenden Ärzten und Klinikvertretern soll dabei helfen, standardisierte Protokolle für die Anwendung von Akupunktur und begleitenden Maßnahmen weiterzuentwickeln.
