TCM-Expansion: 37 neue Versorgungseinheiten bis 2030 geplant
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 08:55 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Integration der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) in die staatliche Gesundheitsversorgung ist Teil einer langfristigen Strategie. Damit wertet Österreich komplementärmedizinische Ansätze im etablierten Primärversorgungssystem auf.
Erste Einheiten in Niederösterreich eröffnet
Anfang Juli 2026 wurde die Strategie in Niederösterreich konkret. In St. Pölten und Purkersdorf öffnete eine neue Primärversorgungseinheit (PVE) für Kinder- und Jugendheilkunde. Das Angebot umfasst TCM und Akupunktur. Die ärztliche Leitung liegt bei Johannes Schaffer und Svetlana Turudic-Lechner – die Einheit firmiert unter dem Namen „Team Doktor Jo“.
Die Planungen für Niederösterreich sehen bis 2030 insgesamt 37 PVE vor. Fünf davon sollen spezialisierte Einheiten für die pädiatrische Versorgung sein. Ziel ist es, die medizinische Grundversorgung durch multiprofessionelle Teams zu stärken und alternative Heilmethoden unter fachärztlicher Aufsicht zugänglich zu machen.
Internationale Perspektive und Forderungen
Die Einbettung der TCM in nationale Gesundheitsstrategien wird auch international beobachtet. Yin Zhongyong vom Jiangsu Medical Vocational College betonte am 6. Juli 2026 das erhebliche Potenzial der TCM für moderne Gesundheitssysteme. Experten sehen in der Kombination aus konventioneller Medizin und TCM eine Chance, Prävention und Behandlung chronischer Leiden effizienter zu gestalten.
Verbände wie MTD-Austria fordern eine noch systematischere Einbindung aller Gesundheitsberufe in die Versorgungsplanung. Die rund 44.000 Angehörigen der MTD-Berufe – darunter Physiotherapie und Ergotherapie – müssten in Systemen wie der elektronischen Gesundheitsakte ELGA und dem GDA-Index deutlicher sichtbar werden. Nur so sei eine lückenlose Patientenversorgung gewährleistet.
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Reformen und Kritik
Die Expansion der TCM-Einheiten fällt in eine Phase weitreichender Reformen. Am 7. Juli 2026 beschloss der Nationalrat eine Verkürzung der Basisausbildung für Ärzte – von neun auf sechs Monate. Die Neuregelung tritt am 1. August in Kraft. Die Regierung wertet sie als notwendigen Schritt zur Verfahrensbeschleunigung.
Kritik kam umgehend vom FPÖ-Gesundheitssprecher Gerhard Kaniak. Er forderte am 7. Juli 2026 ein nachhaltigeres Gesamtkonzept statt Einzelmaßnahmen. Zudem bemängelte er Unklarheiten in den Regelungen zur Telemedizin und verlangte eine bessere Kontrolle bestehender Therapiestrukturen.
Milliarden für die Infrastruktur
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Die langfristige Finanzierung der medizinischen Infrastruktur wurde kürzlich auf regionaler Ebene konkretisiert. Bei einem Kommunalgipfel in der vergangenen Woche verständigten sich die niederösterreichischen Gemeinden auf umfassende Zahlungen für das Krankenhaus- und Pflegesystem.
Für 2027 sind rund 1,25 Milliarden Euro vorgesehen, für 2028 etwa 1,3 Milliarden Euro – für Kliniken, Pflegeheime und Kinderhilfe. Parallel dazu wird über neue Modelle zur Kostenbegrenzung diskutiert. Simulationen deuten darauf hin, dass ein paritätisch besetzter Ambulanzfonds die Gesundheitsausgaben bis 2040 signifikant begrenzen könnte. Die Detailverhandlungen innerhalb der Reformpartnerschaft sollen bis Ende 2026 abgeschlossen sein.
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