TCM-Boom, China

TCM-Boom: China erweitert Arzneimittelverzeichnis um 59 Wirkstoffe

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 05:30 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Hongkong-Konzern Gushengtang expandiert aggressiv, während Tong Ren Tang an die Börse geht. Der Staat fördert die Branche mit neuen Arzneimittellisten.

TCM-Boom: Gushengtang und Tong Ren Tang treiben Konsolidierung voran
TCM-Boom - Eine moderne, saubere Empfangshalle einer Klinik für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) in Peking mit warmem Licht. 10.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Private Anbieter kaufen Kliniken im In- und Ausland auf – allen voran der Hongkong-Konzern Gushengtang.

Expansion in Peking und Singapur

Erst am 5. Juli 2026 sicherte sich Gushengtang Mehrheitsbeteiligungen an zwei Krankenhäusern im Pekinger Bezirk Changping. Nur zwölf Tage zuvor hatte das Unternehmen bereits die vollständige Übernahme der Sante Clinics und Sante TCM in Singapur vermeldet. Hinzu kommt eine 90-Prozent-Beteiligung an Tianjin Bainian Renyitang.

Die Strategie zeigt Wirkung. 2025 steigerte Gushengtang den Umsatz um 7,5 Prozent auf 3,25 Milliarden Yuan. Der bereinigte Nettogewinn legte leicht auf 403 Millionen Yuan zu. Die Zahl der Offline-Kliniken wuchs von 79 auf 101 Standorte. Insgesamt verzeichnete der Konzern 6,01 Millionen Kundenbesuche – bei durchschnittlich 541 Yuan pro Besuch.

Neuer Wettbewerber an der Börse

Doch Gushengtang bekommt Konkurrenz. Am 8. Juli 2026 debütierte Tong Ren Tang Healthcare in Hongkong. Das Unternehmen galt 2025 nach Patientenzahlen als führende private TCM-Krankenhausgruppe Chinas. Zum Handelsstart lag die Marktkapitalisierung bei über 1,7 Milliarden Hongkong-Dollar – trotz eines Kursrückgangs am ersten Handelstag.

Anzeige

Die Expansion der TCM-Klinikketten und die Aufnahme von 59 neuen Wirkstoffen ins staatliche Arzneimittelverzeichnis schaffen klare Gewinner. Unser Report zeigt, welche Unternehmen von der Standardisierung profitieren und wie Sie regulatorische Risiken meiden. Jetzt kostenlosen Report anfordern

Der Staat treibt die Entwicklung parallel voran. Am 9. Juli 2026 veröffentlichten die Behörden das neue Verzeichnis für unentbehrliche Arzneimittel. Es enthält 318 TCM-Produkte – 59 Wirkstoffe mehr als die Liste von 2018. Neu aufgenommen wurde unter anderem ein Präparat von Yiling Pharmaceutical gegen psychische Beschwerden. Die Liste tritt am 1. September 2026 in Kraft.

Bereits am 29. Juni 2026 starteten zudem die vierte Runde der Sammelbeschaffung für chinesische Patentmedizin und die zweite Runde für TCM-Arzneidrogen. Branchenexperten erwarten, dass vor allem marktführende Unternehmen von der Standardisierung profitieren.

TCM erobert neue Länder und Märkte

Das Geschäft mit der Traditionellen Chinesischen Medizin wird internationaler. In Österreich sollen bis 2030 insgesamt 37 TCM-Versorgungseinheiten entstehen. Anfang Juli 2026 eröffnete in Niederösterreich die erste Primärversorgungseinheit für Kinder- und Jugendheilkunde mit integrierter Akupunktur.

Anzeige

Während Gushengtang und Tong Ren Tang um Marktanteile kämpfen, droht kleineren Anbietern die Verdrängung durch die staatliche Sammelbeschaffung. Erfahren Sie in unserem Report, welche TCM-Aktien langfristig stabil sind und wo Fallstricke lauern. TCM-Investment-Checkliste jetzt sichern

Ein neuer Nischenmarkt entsteht derzeit in Shanghai: eine spezialisierte Klinik für Anti-Aging und Langlebigkeit. Zielgruppe sind zahlungskräftige Patienten zwischen 35 und 55 Jahren. Angesichts von rund 300 Millionen über 60-Jährigen in China gewinnen solche präventiven Konzepte an wirtschaftlicher Bedeutung.

Auch in Singapur setzt sich der Trend fort. Am 8. Juli 2026 übernahm die Unternehmensgruppe TPC die Mehrheit an der Refresh Group, einem lokalen TCM-Dienstleister. Die Botschaft ist klar: Professionell geführte Klinikketten ersetzen zunehmend die fragmentierte TCM-Landschaft.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69735216 |