TCM bei vaskulärer Demenz: Kombination bringt 3,71 Punkte mehr im MMSE
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 04:33 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Behandlung von vaskulärer Demenz stellt die Medizin vor anhaltende Herausforderungen, da therapeutische Optionen bislang begrenzt sind. Eine im Fachjournal Frontiers in Neurology aus dem Jahr 2026 veröffentlichte Meta-Analyse widmet sich nun den Potenzialen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).
Die Auswertung, über die unter anderem am 20. Oktober 2026 berichtet wurde, umfasst 38 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 3.357 erwachsenen Patientinnen und Patienten.
Untersucht wurden spezifische TCM-Ansätze – konkret Therapien zur Tonisierung der Nieren und Aktivierung des Blutes – sowohl als Monotherapie als auch als Ergänzung zu konventionellen Behandlungsformen über Zeiträume von einem bis zu sechs Monaten.
Bessere Ansprechraten und messbare kognitive Verbesserungen
Im Mittelpunkt der Untersuchung stand die Frage, wie sich die pflanzlichen und ganzheitlichen Rezepturen im Vergleich zu rein westlichen Therapiestandards verhalten.
Den ausgewerteten Daten zufolge erzielte die Kombination aus TCM und westlicher Medizin eine höhere klinische Ansprechrate. Das gepoolte Risikoverhältnis lag hier bei 1,25 (95%-KI 1,20–1,31, basierend auf 22 Studien). Bei einem Einsatz als reine Monotherapie ergab sich ein ähnliches Bild mit einem Risikoverhältnis von 1,26 (95%-KI 1,19–1,34 über 13 Studien).
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Auch bei den kognitiven Leistungstests zeigten sich Vorteile zugunsten der TCM-Anwendungen. Bei der Mini-Mental-State-Examination (MMSE) führte die Gabe als Zusatztherapie zu einem durchschnittlichen Vorsprung von 3,71 Punkten (95%-KI 2,96–4,47; 17 Studien).
Wurde die Methode allein angewendet, betrug der Vorteil 3,59 Punkte (95%-KI 2,60–4,58; 13 Studien). Für Untersuchungen mit einer Behandlungsdauer von sechs Monaten verzeichnete die Monotherapie bei der MMSE sogar ein Plus von 4,85 Punkten (95%-KI 2,52–7,19).
Vergleichbare Tendenzen wies die Hasegawa-Demenz-Skala auf: Hier erreichte die Kombinationstherapie ein Plus von 4,07 Punkten (95%-KI 2,63–5,52), während die Monotherapie bei einem Zuwachs von 3,94 Punkten lag (95%-KI 0,83–7,05).
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Darüber hinaus verbesserte sich bei begleitender Anwendung der Marker BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor) mit einer standardisierten mittleren Differenz von 1,02 (95%-KI 0,13–1,90).
Verträglichkeit und methodische Limitationen
Hinsichtlich der Sicherheit ergaben die vorliegenden Daten keine wesentlichen Abweichungen zwischen den Behandlungsgruppen. Insgesamt wurden in sechs Studien 48 unerwünschte Ereignisse dokumentiert, davon 22 in den Verum-Gruppen und 26 in den Kontrollgruppen.
Ein statistisch signifikanter Unterschied ließ sich daraus nicht ableiten: Bei der Monotherapie betrug das relative Risiko 0,71 (95%-KI 0,32–1,57; p=0,40), bei der Kombinationstherapie lag das Risikoverhältnis bei 0,85 (95%-KI 0,43–1,68; p=0,64).
Trotz der positiven Tendenzen unterliegt die Evidenz deutlichen Einschränkungen. So dokumentierten lediglich 9 der 38 einbezogenen Studien überhaupt verwertbare Daten zur Sicherheit. Sämtliche analysierten Studien wurden in China durchgeführt, waren meist klein angelegt und auf einzelne Zentren beschränkt.
Zudem weisen die Autorinnen und Autoren auf das Risiko einer Publikationsverzerrung hin, was die Generalisierbarkeit der Ergebnisse auf andere Populationen und Gesundheitssysteme einschränkt.
