Taschendiebstahl: Polizei warnt Reisende bei Aktionstagen vom 5. bis 9. Oktober
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 17:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mit bundesweiten Aktionstagen sensibilisiert die Polizei Reisende und Passanten verstärkt für die Vorgehensweisen von Taschendieben, die es gezielt auf Smartphones und Wertsachen abgesehen haben.
Begleitet wird die Initiative von aktuellen Zahlen der Berliner Polizei: Im Jahr 2025 erfassten die Ermittler in der Bundeshauptstadt 13.621 Taschendiebstähle. Das entspricht einem Rückgang um 2.322 Fälle oder 14,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Bundesweit wurden im Vorjahr rund 5.000 Tatverdächtige registriert. Trotz des jüngsten Rückgangs sehen die Sicherheitsbehörden weiterhin hohen Aufklärungsbedarf.
Professionelle Bandenstrukturen und gezielte Ablenkung
Nach Angaben der Polizei agieren viele Täter in europaweit organisierten, arbeitsteiligen Gruppen, die häufig aus Süd- und Osteuropa stammen. Die Diebstähle ereignen sich vor allem im öffentlichen Nahverkehr, an Bahnhöfen sowie in Supermärkten und Discountern.
Ermittler warnen davor, dass bereits kurze Momente der Unaufmerksamkeit, Gedränge am Bahnsteig oder eine offen stehende Tasche ausreichen, um hochwertige Mobiltelefone unbemerkt zu entwenden.
Zu den typischen Maschen gehören bewusst herbeigeführte Ablenkungen: Während ein Täter nach dem Weg fragt oder einen Stadtplan vorhält, greift ein Komplize unbemerkt zu. Am Potsdamer Hauptbahnhof demonstrierten Beamte der Berliner und Brandenburger Polizei sowie der Bundespolizei solche Szenarien. Dabei zeigte ein Mann einer Passantin etwas auf dem Mobiltelefon, während ein zweiter Mittäter von hinten in die Umhängetasche griff.
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Weitere bekannte Methoden sind der künstlich herbeigeführte Notstopp an Rolltreppen, angebliche Spendenlisten, der sogenannte Antanz-Trick oder die Bitte um das Wechseln von Münzgeld.
Nach Angaben des Berliner Landeskriminalamts nutzen Kriminelle zudem neuere Varianten: So werden ältere Menschen mitunter aus einem Auto heraus nach dem Weg gefragt; bei einer anschließenden Umarmung wird unbemerkt echter Schmuck gegen wertlose Imitate ausgetauscht. LKA-Ermittler Rodion Makufke wies darauf hin, dass die Täter äußerst geübt seien und arbeitsteilig agierten.
Bundesweite Kontrollen und Präventionsangebote
Die vom Landeskriminalamt Berlin initiierte Präventionswoche unter dem Motto „Taschendiebstahl und Diebstahl in Lebensmittelgeschäften“ läuft vom 5. bis zum 9. Oktober 2026 und findet bereits zum fünften Mal seit ihrem Beginn im Jahr 2022 statt.
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Die Bundespolizei unterstützt die Aktion bundesweit auf Bahnhöfen und im Zugreiseverkehr, darunter an Knotenpunkten in Magdeburg, Halle (Saale), Stendal, Halberstadt, Dessau und Münster sowie im Bereich Erfurt.
Auch regionale Polizeidienststellen beteiligen sich mit Schwerpunktaktionen. In Thüringen informieren Beamte im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, im Saale-Orla-Kreis und in Sonneberg gezielt an Lebensmittelmärkten ältere Menschen.
Die Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen begleitet die Aktionswoche unter anderem mit Marktständen und Kontrollen in Discountern, während im nordrhein-westfälischen Kreis Unna Piktogramme an Innenstadtzugängen auf die Gefahren hinweisen.
Empfehlungen für Reisende und Passanten
Die Bundespolizei rät dazu, Wertsachen in Menschenmengen stets im Blick zu behalten und Taschen mit der Verschlussseite zum Körper zu tragen. Handtaschen, Rucksäcke oder Geldbörsen sollten keinesfalls unbeaufsichtigt im Einkaufswagen oder an Gepäckablagen abgelegt werden. Zudem empfiehlt es sich, Bargeld, Zahlungskarten und Ausweise getrennt voneinander und in verschlossenen Innentaschen nah am Körper aufzubewahren.
Kommt es dennoch zu einem Diebstahl, sollten Betroffene umgehend laut auf sich aufmerksam machen, sich Tätermerkmale einprägen und sofort Anzeige bei der Polizei erstatten. Gestohlene Bank-, Kredit- und SIM-Karten sollten unverzüglich über den bundesweiten Sperr-Notruf 116 116 blockiert werden, um Folgeschäden zu vermeiden.
