Tankrabatt-Ende: Super E10 über 2 Euro, Diesel folgt knapp
02.07.2026 - 13:23:35 | boerse-global.de
Am 30. Juni endete die zweimonatige Steuersenkung auf Kraftstoffe. Die Folgen sind an den Tankstellen sofort spürbar. Super E10 kostet im Schnitt über zwei Euro, Diesel liegt nur knapp darunter.
Preissprung schon vor dem Stichtag
Schon am letzten Tag der Steuervergünstigung zogen die Preise kräftig an. Der ADAC registrierte für Super E10 einen Anstieg um 20,3 Cent pro Liter, bei Diesel waren es 24 Cent. Am 1. Juli setzte sich der Trend fort: Der bundesweite Tagesdurchschnitt für Super E10 lag am Vormittag bei 2,016 Euro, Diesel bei 1,959 Euro.
Besonders zur Mittagszeit ging es nochmal hoch. Im sogenannten Mittagssprung kletterten die Preise auf bis zu 2,15 Euro für E10 und 2,11 Euro für Diesel. Experten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) stellten fest: Diesel lag etwa 6 Cent, Super sogar 9 Cent höher, als es die Rohölpreise rechtfertigen würden.
Mineralölkonzerne in der Kritik
Der ADAC und die Monopolkommission üben scharfe Kritik an der Preispolitik. Der Automobilclub bezeichnet die vorzeitigen Erhöhungen als ungerechtfertigt – schließlich sei der Rohölpreis stabil geblieben. Zudem fällt die Steuer erst bei Lieferung aus dem Lager an, nicht an der Zapfsäule. Bestände aus der Rabattzeit hätten theoretisch günstiger verkauft werden können.
Das Ifo-Institut liefert ein geteiltes Bild zur Weitergabe des Rabatts: Bei Benzin wurde die Entlastung mit 16 bis 17 Cent pro Liter fast vollständig weitergegeben. Bei Diesel lag die Quote bei mageren 73 Prozent – das entspricht rund 12 Cent. Tomaso Duso von der Monopolkommission beziffert die Lücke auf 100 bis 200 Millionen Euro, die nicht bei den Autofahrern ankamen.
Soziale Schieflage beim Tankrabatt
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Die RWTH Aachen hat die Entlastungswirkung untersucht. Das Ergebnis: Im Schnitt sparten Haushalte zwischen 10 und 15 Euro pro Monat. Für einkommensschwache Schichten fiel der Effekt mit 3 bis 4 Euro deutlich geringer aus.
Das Bundeskartellamt will die Preisgestaltung der Raffinerien weiter prüfen. Politisch wird über Alternativen diskutiert. Der Wirtschaftsausschuss des Bundesrates spricht sich für einen Preisdeckel nach Luxemburger Vorbild aus. Das Saarland fordert staatliche Obergrenzen. Eine Taskforce des Bundestages tagt am 10. Juli zu weiteren Entlastungsmöglichkeiten.
So sparen Autofahrer trotzdem
Trotz der hohen Preise gibt es Stellschrauben. Kraftstoffpreis-Apps auf Basis der Markttransparenzstelle helfen beim Vergleichen.
Die effektivsten Strategien:
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- Kraftstoffwahl: Super E10 statt E5 spart 5 bis 6 Cent pro Liter
- Tankzeitpunkt: Am günstigsten ist es kurz vor 12 Uhr und am späten Nachmittag. Nach 14 Uhr bauen sich die Mittagsspitzen oft wieder ab
- Standortwahl: Autobahntankstellen verlangen bis zu 48 Cent Aufschlag. Umwege lohnen aber nur, wenn die Ersparnis die Mehrkosten übersteigt
- Fahrweise: Vorausschauend fahren und Reifendruck checken senkt den Verbrauch spürbar
Ökonomen wie Thomas Puls erwarten eine Normalisierung erst über einen längeren Zeitraum – vorausgesetzt, die Rohölpreise bleiben stabil.
