Taiwan, Milliarden

Taiwan: 3,1 Milliarden Euro für KI-Transformation von KMU

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 22:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Taiwan kündigt 100-Milliarden-Dollar-Fonds zur KI-Förderung an. Der Fokus liegt auf KMU, Silizium-Photonik und Robotik.

Taiwan startet 3,1-Milliarden-Euro-Fonds für KI-Transformation
Moderner Serverraum mit leuchtenden Glasfaserkabeln und digitalen neuronalen Netzüberlagerungen, die KI und technologisches Wachstum symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Präsident Lai Ching-te kündigte am Dienstag einen Fonds in Höhe von 100 Milliarden Taiwan-Dollar (rund 3,1 Milliarden Euro) an, der speziell der digitalen Transformation kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) dienen soll. Die Ankündigung fiel beim 50-jährigen Jubiläum des Taiwan Institute of Economic Research (TIER).

Strategischer Kurswechsel weg von reiner Hardware

Die Initiative markiert eine grundlegende Neuausrichtung der taiwanesischen Wirtschaftspolitik. Lai betonte, dass das Land über seine traditionelle Stärke in der Hardware-Fertigung hinauswachsen müsse. Künstliche Intelligenz sei der Schlüssel für eine nachhaltige nationale Entwicklung. Die Regierung setzt dabei auf einen Drei-Säulen-Ansatz: Silizium-Photonik, Quantencomputing und Robotik sollen als Zukunftstechnologien die industrielle Basis modernisieren.

Der Zeitpunkt für den Vorstoß ist günstig: Taiwans Wirtschaft wuchs im vergangenen Jahr um beachtliche 8,76 Prozent. Für das laufende Jahr liegen die Prognosen sogar bei 9,64 Prozent. Doch die volle Umsetzung der sogenannten „Zehn großen KI-Infrastrukturprojekte" hängt von der Zustimmung des Parlaments ab. Der Haushalt liegt dem Legislativ-Yuan vor – und die Regierung hat dort keine Mehrheit.

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Internationale Partnerschaften als Rückgrat

Parallel zu den innenpolitischen Initiativen sucht Taiwan den Schulterschluss mit Europa. Noch am Dienstag traf Lai eine Delegation polnischer EU-Parlamentarier unter Leitung von Beata Szydlo. Im Zentrum der Gespräche standen eine vertiefte Zusammenarbeit in der Forschung und der Aufbau demokratischer Lieferketten. Die polnischen Abgeordneten bezeichneten Taiwan als vertrauenswürdigem Partner – besonders mit Blick auf Halbleiter, KI und die anstehende Neuordnung globaler Lieferketten.

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Regionale Trends: Chinesische Chip-Startups setzen auf Edge-Computing

Während Taiwan auf nationale Infrastruktur setzt, zeichnet sich in der Region ein anderer Trend ab. Chinesische KI-Chip-Startups richten ihren Fokus zunehmend auf Edge-Geräte – also Roboter und intelligente Hardware – statt ausschließlich auf Cloud-Computing. Das Ziel: große Sprachmodelle direkt auf den Geräten laufen lassen, um Datenschutz zu verbessern, Latenzzeiten zu verkürzen und Betriebskosten zu senken.

Ein Beispiel lieferte die Shanghai Biren Intelligent Technology. Auf der World AI Conference präsentierte das Unternehmen neue Architekturen, die bis zu 1.024 GPUs über optische Verbindungen koppeln können. Ein klares Signal, dass der Wettlauf um Hochleistungsrechnen in der Region weitergeht.

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