Tai, Chi

Tai Chi Walking: Sturzrisiko um 43 Prozent senken

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 04:39 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Studien belegen Wirksamkeit von Akupressur, Melatonin und Tai Chi bei chronischen Beschwerden. Klassische Schmerzmittel bleiben jedoch zentral.

Komplementäre Medizin: Akupressur, Melatonin und Tai Chi im Fokus
Nahaufnahme von Händen, die sanft Akupressurpunkte drücken, mit subtilen leuchtenden Energielinien an den Fingerspitzen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Behandlung chronischer Beschwerden setzt zunehmend auf eine Kombination aus klassischer Medizin und komplementären Ansätzen. Aktuelle Studien aus dem Juli 2026 zeigen: Methoden wie Akupressur, Melatonin-Supplementierung und Tai Chi Walking können messbare Erfolge erzielen.

Akupressur gegen Nägelkauen und Stress

Nägelkauen ist oft ein unbewusster Mechanismus zum Abbau von Spannungen oder Langeweile. Bei starker Ausprägung steigt das Risiko für lokale Entzündungen deutlich an.

Als wirksame Selbsthilfemaßnahme empfehlen Experten Akupressurringe. Sie dienen als physische Alternative, um den Reizbedarf zu decken, ohne das Gewebe zu schädigen. Fachleute des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) führen zudem die sogenannte Entkopplungstechnik an. Ziel ist es, die zugrunde liegende Funktion des Verhaltens zu verstehen und durch weniger schädliche Handlungsmuster zu ersetzen.

Bei anhaltend hohem Leidensdruck sollten Betroffene einen Haus- oder Hautarzt konsultieren.

Melatonin: Schmerzlinderung wie Paracetamol

Eine aktuelle Meta-Analyse der Universität Sydney liefert neue Erkenntnisse zur Wirksamkeit von Melatonin bei chronischen Schmerzen. Die Untersuchung wertete 23 Studien mit insgesamt 2028 erwachsenen Teilnehmern aus.

Das Ergebnis: Eine tägliche Dosierung von 3 bis 10 Milligramm Melatonin kann das Schmerzempfinden auf einer Skala von 0 bis 100 um durchschnittlich etwa 9 Punkte reduzieren. Damit ist die Wirkung mit der von Paracetamol vergleichbar. Neben einer verbesserten Schlafqualität traten lediglich milde Nebenwirkungen wie Schwindel oder Übelkeit auf.

Die Forscher stufen eine kurzzeitige Anwendung über bis zu drei Monate als sicher ein.

Kreatin bei Depressionen: Uneinheitliche Studienlage

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Parallel dazu untersuchten Wissenschaftler auch andere Supplemente auf ihren Nutzen bei psychischen Erkrankungen. Eine Übersichtsarbeit zu Kreatin, die sechs Studien mit 238 Probanden umfasste, zeigt jedoch ein uneinheitliches Bild.

In zwei Untersuchungen trat bei Frauen eine signifikante Besserung von Depressionen durch die Gabe von 5 Gramm Kreatin täglich in Kombination mit Escitalopram ein. Drei weitere Studien konnten diesen Nutzen nicht belegen. Eine klinische Empfehlung für Kreatin in der Depressionsbehandlung besteht derzeit nicht.

Klassische Schmerzmittel: Differenziert einsetzen

Trotz neuer komplementärer Ansätze bleiben klassische Schmerzmittel zentraler Bestandteil der Versorgung. Professor Stefan Wirz vom Cura Krankenhaus Bad Honnef betont die Notwendigkeit einer differenzierten Anwendung.

Paracetamol eignet sich primär für Gewebeschmerzen und sollte eine Höchstdosis von 4 Gramm pro Tag nicht überschreiten. Ibuprofen zeigt seine Stärke bei entzündlich bedingten Schmerzen – die Tagesdosis sollte zwischen 1200 und 2400 Milligramm liegen. Für Aspirin wird eine Einmaldosis von 1000 Milligramm angeführt.

Der Mediziner warnt ausdrücklich davor, verschiedene Schmerzmittel eigenmächtig zu kombinieren. Das erhöhe die Risiken für Nebenwirkungen erheblich.

Tai Chi Walking: Sturzrisiko um 43 Prozent senken

Zur langfristigen Stabilisierung rücken Bewegungsformen wie Tai Chi Walking in den Fokus. Die aus dem Tai Chi abgeleitete, achtsame Gehtechnik dient der Stressregulation und Verbesserung der physischen Stabilität.

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Wissenschaftliche Untersuchungen belegen eine signifikante Sturzprophylaxe: Das Risiko für Stürze sinke um 43 Prozent, bei Verletzungen infolge von Stürzen sogar um 50 Prozent. Zudem zeige die Methode positive Effekte auf das Gleichgewicht bei Parkinson-Patienten.

Der Energieverbrauch des meditativen Gehens bei etwa 6 km/h entspricht dem eines zügigen Spaziergangs. Experten weisen jedoch darauf hin: Die Technik ersetzt kein gezieltes Ausdauer- oder Krafttraining. Eine tägliche Anwendung von 10 bis 15 Minuten wird zur Erzielung präventiver Effekte empfohlen.

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