Tai Chi gegen Bluthochdruck: Zwölf Monate senken den Wert um 7,01 mmHg
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 17:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deWissenschaftliche Untersuchungen widmen sich verstärkt der Frage, wie körperliche Betätigung Gefäßfunktionen und biologische Alterungsprozesse beeinflusst. Umfangreiche Analysen bewerten hierbei die Wirksamkeit verschiedener Trainingsformen wie Aerobic, Krafttraining oder Tai Chi zur Senkung entzündlicher Marker und zur Verbesserung der Gefäßgesundheit bei älteren Erwachsenen.
Gefäßfunktion im Fokus: Tai Chi und konventioneller Sport im Vergleich
Eine in der Fachzeitschrift BMC Complementary Medicine and Therapies veröffentlichte Querschnittsstudie untersuchte 391 Erwachsene ab einem Alter von 45 Jahren in China.
Die Kohorte gliederte sich in 172 Langzeit-Tai-Chi-Praktizierende, 72 konventionell Trainierende mit Aktivitäten wie Tanzen, Joggen oder Walking sowie 147 unregelmäßig aktive Personen. Als regelmäßige Bewegung galt ein Training von mindestens dreimal wöchentlich für wenigstens 30 Minuten über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr.
Im Vergleich zu den unregelmäßig Trainierenden wies die Tai-Chi-Gruppe eine um 1,39 Prozentpunkte höhere flussvermittelte Vasodilation (FMD) auf. Zudem war die Pulswellen-Geschwindigkeit (baPWV) um 103 Zentimeter pro Sekunde reduziert, die Carotis-Intima-Media-Dicke (IMT) um 0,09 Millimeter geringer und sowohl der Knöchel-Arm-Index (ABI) als auch der vaskuläre Widerstandsindex fielen niedriger aus.
Bei konventionell Trainierenden lag die Verbesserung der FMD gegenüber der Kontrollgruppe bei 0,79 Prozentpunkten. Nach statistischer Korrektur zeigten sich zwischen Tai Chi und konventionellem Sport keine signifikanten Unterschiede mehr.
Als explorative Biomarker erfasste die unter der Kennung NCT06307483 registrierte Studie Parameter wie hs-CRP und Superoxiddismutase (SOD), wobei ein kausaler Zusammenhang methodisch nicht abschließend belegt werden kann.
Blutdrucksenkung und Sturzprävention
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Weitere Erkenntnisse liefert eine zwölfmonatige Untersuchung im Fachblatt JAMA Network Open, die ein Pfand von vier einstündigen Einheiten pro Woche verglich.
Teilnehmende der Tai-Chi-Gruppe erzielten eine Senkung des systolischen Blutdrucks um 7,01 mmHg, während das Aerobic-Programm zu einer Reduktion um 4,61 mmHg führte. In der Tai-Chi-Gruppe erreichten mehr Personen normale Blutdruckwerte, was sich auch in ambulanten 24-Stunden-Messungen widerspiegelte.
Neben den Gefäßwerten profitieren ältere Menschen auch in Bezug auf die Mobilität. Eine Studie von Stanford Medicine mit 670 Teilnehmenden ab 70 Jahren und erhöhtem Sturzrisiko verglich über 24 Wochen hinweg zweimal wöchentlich 60-minütige Einheiten aus Tai Chi, konventionellen Übungen oder Dehnübungen.
Während in der Stretching-Gruppe 363 Stürze bei 127 Personen erfasst wurden, traten bei den konventionellen Übungen 218 Stürze bei 112 Teilnehmenden auf. In der Tai-Chi-Gruppe lag die Zahl bei 152 Stürzen, verteilt auf 85 Personen.
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Nach Einschätzung von Fachleuten wie der Geriatrin Elizabeth Eckstrom von der Oregon Health and Science University können bereits zwei bis drei Stunden Tai Chi pro Woche neben der Senkung von Blutdruck, Cholesterin und Schmerzen auch einen relevanten Beitrag zum Erhalt kognitiver Funktionen leisten.
Umfassende Trainingskonzepte für das Herz-Kreislauf-System
Ein wissenschaftliches Statement des American College of Cardiology im Fachjournal JACC unterstreicht die Rolle von Bewegung als Fundament zur Vorbeugung kardiovaskulärer Erkrankungen. Den größten gesundheitlichen Nutzen erzielen inaktive Menschen, sobald sie moderat aktiv werden. Ein Bewegungsumfang von 5.000 bis 7.000 Schritten täglich gehe mit einer bedeutsamen Reduktion von kardiovaskulärer und Gesamtmortalität einher.
Für einen nachhaltigen Schutz empfehlen internationale Arbeitsgruppen, wie die International Conference on Frailty and Sarcopenia Research Working Group im Konsens von 2025, eine Kombination aus Kraft, Ausdauer und Gleichgewicht.
Ein gezieltes Krafttraining mit acht bis zwölf Wiederholungen über mehrere Muskelgruppen wirke dem natürlichen Muskelverlust im Alter entgegen, während Ausdauereinheiten und koordinative Gleichgewichtsübungen Gefäße und Bewegungsapparat stabilisieren.
