Tai, Chi

Tai Chi bei Herzkrankheiten: Meta-Analyse findet weniger depressive Symptome

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 05:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Analyse von 15 Studien verbindet Tai Chi mit weniger depressiven Symptomen und besserer Lebensqualität bei Herzpatienten.
Ein minimalistischer Steingarten mit geharktem Sand und Bambus im sanften Morgenlicht. Illustration mit AI erstellt.

Sanfte chinesische Bewegungskünste wie Tai Chi rücken zunehmend in das Blickfeld der klinischen Forschung. Eine Auswertung wissenschaftlicher Arbeiten verdeutlicht einen Zusammenhang zwischen der regelmäßigen Praxis dieser traditionsreichen Formen und einem Rückgang depressiver Symptome.

Insbesondere die Verknüpfung von langsamen Bewegungsabläufen, konzentrierter Atmung und mentaler Fokussierung liefert Hinweise darauf, wie sich psychische Belastungen bei chronisch erkrankten sowie älteren Menschen lindern lassen.

Erkenntnisse aus kardiologischen und geriatrischen Untersuchungen

In einer im European Journal of Cardiovascular Nursing veröffentlichten Meta-Analyse untersuchten Forscher der Universität Arizona 15 klinische Studien. Diese umfassten insgesamt 1.853 Patientinnen und Patienten mit koronarer Herzkrankheit, Herzinsuffizienz, Hypertonie oder Schlaganfall.

Die Teilnehmenden wiesen ein Durchschnittsalter von 66 Jahren auf, wobei der Frauenanteil bei 44 Prozent lag. Den Ergebnissen zufolge war die Praxis von Tai Chi mit einer geringeren psychischen Belastung und einer Abnahme von Depressionen assoziiert. Zudem zeigte sich eine Verbesserung der psychischen wie auch der körperlichen Lebensqualität.

Ein statistisch signifikanter Zusammenhang mit Angstsymptomen ließ sich in dieser Analyse hingegen nicht belegen, was nach Einschätzung der Verfasser möglicherweise auf eine zu geringe Fallzahl zurückzuführen ist. Zudem zeigte sich bei Personen nach einem Schlaganfall kein signifikanter Effekt.

Eine weitere Übersichtsarbeit, die 171 Veröffentlichungen zu Tai Chi und verwandten achtsamkeitsbasierten Körpraktiken bei älteren Erwachsenen auswertete, differenziert das Bild weiter. Die untersuchten Gruppen litten unter anderem unter gedrückter Stimmung, Angst, Schlafproblemen, Einsamkeit oder kognitiven Veränderungen.

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Das Review liefert Hinweise darauf, dass die Übungen bestimmte Denkfähigkeiten bei leichter kognitiver Beeinträchtigung unterstützen und im Zeitverlauf zu einer verbesserten Schlafqualität beitragen können, wenngleich sie nicht als gleichwertig mit einer kognitiven Verhaltenstherapie bei Schlaflosigkeit gelten.

Grenzen der Wirksamkeit und therapeutische Einordnung

Die Evidenz für den therapeutischen Nutzen variiert je nach Anwendungsgebiet deutlich. Während sich allgemeine Verstimmungen und depressive Begleiterscheinungen durch die Bewegungspraxis positiv beeinflussen lassen, stufen Fachleute die Belege für eine eigenständige Behandlung klinisch diagnostizierter Angst- oder Depressionsstörungen als schwächer ein. Auch für eine gezielte Prävention von Demenzerkrankungen gibt es keine ausreichende Evidenz.

Die Praxis wird in der Fachliteratur daher als ergänzende Maßnahme verstanden, nicht als vollwertiger Ersatz für etablierte medizinische oder psychotherapeutische Behandlungen. Bei älteren Menschen zielt das Training neben der mentalen Stabilisierung häufig auch auf physische Aspekte ab.

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So werden Tai Chi und das ebenfalls bei Senioren beliebte Kung Fu mit Vorteilen wie verbessertem Gleichgewicht, einem verringerten Sturzrisiko, gesteigerter Flexibilität und sozialen Kontakten in Verbindung gebracht.

Prinzipien der traditionellen Bewegungsschule

Tai Chi, auch bekannt als Taijiquan, verbindet Bewegungssequenzen und feste Körperhaltungen mit Gewichtsverlagerung, tiefer Atmung und geistiger Konzentration. Historisch gilt der Chen-Stil aus der chinesischen Ortschaft Chenjiagou als eine der ältesten dokumentierten Traditionen, bevor die Praxis im Verlauf des 20. Jahrhunderts weltweite Bekanntheit erlangte.

Die Form wird vielfach als dynamische Meditation beschrieben. Zu den Grundregeln gehören Entspannung ohne Kontrollverlust, kontinuierliche Bewegungsabläufe und Ganzkörperkoordination.

Für Einsteiger umfasst die Praxis meist eine ruhige Standvorbereitung mit schulterbreitem Stand und leicht gebeugten Knien, gefolgt von langsamen Bewegungen im Atemrhythmus und einem ruhigen Stehen zum Abschluss. Eine spürbare Wirkung stellt sich nach übereinstimmender Einschätzung nicht kurzfristig ein, sondern erfordert eine regelmäßige, tägliche Ausführung.

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