Tageslicht, Hohe

Tageslicht: Hohe Exposition verdreifacht Schlafqualität bei Senioren

Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 14:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Untersuchung mit Senioren zeigt bessere Nachtruhe durch Tageslicht. Abends kann künstliche Helligkeit dagegen Herzstruktur und Schlafrhythmus belasten.

ENLIGHTENme-Studie zeigt: Tageslicht stärkt Schlaf älterer Menschen
Ein von sanftem Tageslicht durchflutetes Wohnzimmer am Morgen. Illustration mit AI erstellt.

Die biologische Wirkung von Licht auf den menschlichen Organismus ist Gegenstand intensiver Forschung, insbesondere mit Blick auf die alternde Bevölkerung.

Aktuelle Untersuchungen der Universität Surrey im Rahmen des Projekts ENLIGHTENme liefern neue Erkenntnisse darüber, wie die Lichtexposition den Schlaf-Wach-Rhythmus und die allgemeine Gesundheit von Senioren beeinflusst. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass eine gezielte Steuerung der Lichtverhältnisse maßgeblich zur Prävention altersbedingter Beschwerden beitragen kann.

Die ENLIGHTENme-Studie: Lichtexposition und Schlafqualität

In einer großangelegten Untersuchung begleiteten Forscher der Universität Surrey insgesamt 202 Probanden im Alter zwischen 63 und 92 Jahren in den Städten Amsterdam, Bologna und Tartu über einen Zeitraum von zwei Wochen.

Ein zentrales Ergebnis der Erhebung zeigt, dass eine hohe Lichtexposition die Chance auf eine gute Schlafqualität verdreifacht. Demnach wies die Gruppe mit der stärksten Lichtbelastung im Vergleich zur am wenigsten exponierten Gruppe eine signifikant stabilere Nachtruhe auf.

Ergänzend dazu nutzten 98 Teilnehmer über einen Zeitraum von 12 Wochen eine spezielle Zusatzlampe zur Lichttherapie. Dabei stellte sich heraus, dass eine frühe Nutzung am Tag den Ruhe-Aktivitäts-Rhythmus stabilisierte.

Dieser Effekt trat unabhängig vom individuellen Chronotyp der Probanden ein. Auffällig war zudem das Nutzungsverhalten im Jahresverlauf: In den Wintermonaten wurde das künstliche Licht mehr als doppelt so lange in Anspruch genommen wie zu anderen Jahreszeiten.

Risikofaktoren durch Lichtmangel und nächtliche Belastung

Die Studie identifizierte zudem deutliche Korrelationen zwischen geringer Lichtexposition und verschiedenen Zivilisationskrankheiten. Ein Mangel an Tageslicht wurde häufiger bei Personen beobachtet, die unter Bluthochdruck, Diabetes, Adipositas oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen litten.

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In diesem Zusammenhang liefert eine Untersuchung im European Heart Journal weitere Details zur Bedeutung der Lichtverhältnisse. Bei einer Analyse von 11.071 Teilnehmern stellten Forscher fest, dass eine hohe Lichtbelastung während der Nacht negative Auswirkungen auf die Herzmorphologie haben kann.

Die Daten, die auf MRT-Aufnahmen basieren, deuten darauf hin, dass nächtliches Licht zu einer Verdickung der linken Herzkammerwände führen kann, während der Ventrikelraum schrumpft und die Dehnungsfähigkeit des Herzens abnimmt. Fachleute wie der Studienleiter Lu Qi von der Tulane University raten daher zu vollständig abgedunkelten Schlafzimmern.

Generationenübergreifende Herausforderungen beim Schlaf

Während Senioren von einer gesteigerten Lichtexposition am Tag profitieren, zeigen Daten des DAK-Präventionsradars für das Schuljahr 2025/2026, dass Schlafprobleme auch bei jüngeren Generationen zunehmen.

Von den 30.000 befragten Kindern und Jugendlichen gaben 49 Prozent der Klassen 5 bis 10 an, unter Schlafstörungen zu leiden. Die Erschöpfungsrate stieg im Vergleich zu Erhebungen vor drei Jahren von 52 auf 69 Prozent.

Experten sehen hierbei eine Verbindung zwischen Schlafmangel und kognitiver Leistungsfähigkeit. Schlafforscher Hans-Günter Weeß von der Pfalzklinik betont, dass der durchschnittliche Schlafbedarf der meisten Menschen zwischen sieben und neun Stunden liegt. Eine Unterschreitung dieser Dauer, insbesondere unter sechs Stunden, wird mit einem deutlich erhöhten Risiko für Herzerkrankungen assoziiert.

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Strategien zur Förderung der kognitiven und physischen Gesundheit

Neben der Lichtsteuerung spielen weitere Lebensstilfaktoren eine Rolle für das gesunde Altern. Eine im Fachmagazin JAMA Neurology veröffentlichte Studie identifizierte fünf Gewohnheiten, die kognitiv schützen: Nichtrauchen, regelmäßige körperliche Aktivität von 150 Minuten pro Woche, moderater Alkoholkonsum, geistige Stimulation und eine spezifische Ernährung (MIND-Diät).

Für Senioren bleibt jedoch die Bewegung ein kritischer Faktor. Laut einer RKI-Studie, deren Daten zwischen dem Frühjahr 2021 und dem Frühjahr 2023 erhoben wurden, bewegen sich 78 Prozent der Menschen über 65 Jahre zu wenig.

Die ENLIGHTENme-Forscher empfehlen daher eine einfache tägliche Routine: Eine hohe Lichtexposition am Morgen durch Aktivitäten im Freien sowie eine konsequente Abdunkelung der Wohnräume am Abend, um den natürlichen Biorhythmus zu unterstützen.

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de | wissenschaft | 70093006 |