T9-Robotruck, GAC

T9-Robotruck: GAC zeigt autonomen Lkw mit Level-4 auf IAA

Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 06:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

GAC Commercial Vehicle präsentiert einen Level-4-Lkw mit Batteriewechseltechnik und plant den Serienstart 2026 sowie internationale Expansion.

GAC zeigt autonomen T9-Robotruck und startet Marke MONTX
Ein weitläufiges, automatisiertes Logistikterminal bei Dämmerung mit geometrisch gestapelten Containern und industrieller Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Auf der Branchenmesse IAA TRANSPORTATION 2026 in Hannover debütiert GAC Commercial Vehicle mit der Vorstellung seines autonom fahrenden Lkw T9-Robotruck. Das Modell nutzt Level-4-Technologie des Partners Pony.ai sowie ein Batteriewechselsystem des Spezialisten Aulton.

Zeitgleich führt das Unternehmen die neue Marke MONTX für leichte Nutzfahrzeuge ein, für die unter anderem die Fahrzeugkonzepte P10 und V10 auf Basis der sogenannten ADAA-Architektur gezeigt werden.

Level-4-Technologie und Serienfertigung für 2026

Der T9-Robotruck basiert auf der T9-Batterieplattform von GAC Commercial Vehicle. Für das Fahrzeug ist der Beginn der Serienproduktion noch für das Jahr 2026 vorgesehen. Die Einsatzgebiete umfassen vor allem den Langstreckentransport, Hafenareale sowie fest getaktete Routen in der Logistik.

Die Kooperation zwischen Pony.ai und GAC Commercial Vehicle wurde vertraglich am 16. April 2026 besiegelt, woraufhin Test- und Validierungsphasen innerhalb von fünf Monaten folgten.

Pony.ai stattet den Lkw mit seinem Gen-4-Level-4-System aus. Das autonome Fahrsystem umfasst ein Sensorpaket aus neun Lidars, drei Radaren und 13 Kameras, was insgesamt 25 Sensoren entspricht. Um die Ausfallsicherheit zu gewährleisten, verfügt das System über eine sechsfache Redundanz in den Bereichen Lenkung, Bremsen, Kommunikation, Stromversorgung, Datenverarbeitung und Sensorik.

Durch die gemeinsame Nutzung des Domain-Controllers mit der Gen-7-Robotaxi-Flotte von Pony.ai, die aus mehr als 1.400 kommerziell genutzten Einheiten besteht, sinken die Kosten für das Autonomous Driving Kit (ADK) laut Entwicklerangaben um 70 Prozent gegenüber der Vorgängergeneration.

Zudem prognostiziert Pony.ai einen Rückgang der Transportkosten pro Tonnenkilometer um rund 30 Prozent. Die aerodynamische Optimierung führt zu einem Luftwiderstandsbeiwert von Cd 0,4, was den Energieverbrauch voraussichtlich um 10 Prozent senkt.

Batteriewechsel in wenigen Minuten und neue Markenkonzepte

Am 14. September 2026 präsentierte GAC Commercial Vehicle spezifische Daten zur Zugmaschine T9 Battery Swap EV Tractor. Das Modell verfügt über einen LFP-Akkumulator mit einer Kapazität von 603 kWh und erzielt eine Reichweite von bis zu 475 Kilometern bei einem Verbrauch von 1,2 kWh pro Kilometer.

In Kooperation mit dem Partner Aulton, der in China mehr als 1.500 Batteriewechselstationen betreibt, lässt sich der Energiespeicher innerhalb von drei bis fünf Minuten austauschen. GAC hat zudem in den USA ein Patentportfolio für Batteriewechselverfahren und Hochvolt-Thermomanagement eingereicht.

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Der T9-Robotruck mit Level-4-Technologie geht laut Hersteller noch 2026 in Serienproduktion — und die Transportkosten pro Tonnenkilometer sollen um rund 30 Prozent sinken. Wer seine Flotte jetzt vorbereitet, verschafft sich einen Vorsprung, bevor Ihre Konkurrenz die Umstellung angeht. Jetzt kostenlosen Flotten-Report anfordern

Unter der neu vorgestellten Marke MONTX stellte der Hersteller das Konzept P10 vor, das über vier verteilte Antriebsmotoren, einen KI-Camping-Modus sowie einen intelligenten Anhängerassistenten verfügt. Ein weiteres Modell, der SMIL, weist eine Reichweite von 250 Meilen nach dem NEDC-Prüfzyklus sowie eine Nutzlast von 2,5 Tonnen auf.

Internationale Expansion vor dem Hintergrund des Fahrermangels

Die Verkaufszahlen von GAC Commercial Vehicle legten im ersten Halbjahr 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 205 Prozent zu. Während der GAC-Konzern weltweit Vertriebsnetze in 110 Ländern nutzt, plant die Nutzfahrzeugsparte, bis 2027 in mehr als 50 Märkten präsent zu sein.

Das Modell SMILODON Pro ist bereits in Mittel- und Südamerika sowie im Nahen Osten erhältlich und soll bis Ende 2026 in rund 30 Ländern verfügbar sein.

Pony.ai, das seit 2018 Robotrucks entwickelt und seither mehr als eine Milliarde Tonnenkilometer autonomen Gütertransport verzeichnet, erzielte im ersten Halbjahr 2026 im Robotruck-Segment einen Umsatz von 23,5 Millionen US-Dollar, was einem Zuwachs von 36 Prozent entspricht (nach 10,2 Millionen US-Dollar im ersten Quartal und 13,3 Millionen US-Dollar im zweiten Quartal).

Das Unternehmen plant, innerhalb von zwei Jahren in die Märkte Europas und des Nahen Ostens einzutreten, und peilt innerhalb von zwei bis drei Jahren eine Flotte von 500 bis 1.000 Einheiten der Gen-4-Trucks in China sowie 100.000 autonome leichte Lkw bis 2030 an.

Analyst Dr. Helmut Richter vom Institut für Mobilitätsstudien in Berlin sieht den Messeauftritt als Schritt chinesischer Nutzfahrzeughersteller, um den europäischen und später den US-amerikanischen Markt zu erschließen.

Gleichzeitig verweist Branchenanalystin Clara Schmidt von der Beratung Roland Berger darauf, dass autonome Schwerlastwagen in der Pilotphase häufig durch hohe Sensorkosten ausgebremst wurden.

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Markterhebungen beziffern den weltweiten Markt für autonome Lkw für das Jahr 2025 auf rund 42,9 Milliarden US-Dollar, mit einer prognostizierten Steigerung auf 107,7 Milliarden US-Dollar bis 2034 bei einer jährlichen Wachstumsrate von etwa 11 Prozent. Nordamerika hält daran einen Anteil von 38 Prozent.

Treiber der Entwicklung ist unter anderem ein akuter Personalmangel: Allein in Europa waren im Jahr 2025 über 502.000 Lkw-Fahrerstellen unbesetzt, was rund 13 Prozent des Bedarfs entspricht. Für den Markt der kommerziellen Elektrofahrzeuge erwartet Bloomberg NEF bis 2030 eine jährliche Zuwachsrate von über 25 Prozent.

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