Synaptische, Signalübertragung

Synaptische Signalübertragung: DFG fördert Bonner Forschungsgruppe vier Jahre

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 16:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein Bonner Verbund untersucht, wie Glutamat, Dopamin und Noradrenalin Signale im Gehirn vermitteln. Die DFG bewilligte dafür zunächst vier Jahre Förderung.

DFG fördert Bonner Forschungsgruppe zu neuen Modellen der Hirnsignalübertragung
Mikroskopische Aufnahme von neuronalen Netzwerken und synaptischen Strukturen im menschlichen Gehirn. Illustration mit AI erstellt.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet eine neue Forschungsgruppe unter Bonner Leitung ein, die grundlegende Mechanismen der Informationsweiterleitung im Gehirn neu bewerten soll. Das Vorhaben mit dem Titel „Inside and Outside the Synapse: Challenging Dogmas of Synaptic Signalling and Neuromodulation“ widmet sich der Frage, wie chemische Botenstoffe Informationen über synaptische Grenzen hinweg im Nervensystem übermitteln.

Fließende Übergänge in der Signalweiterleitung

Im Zentrum des wissenschaftlichen Interesses steht die Infragestellung tradierter Annahmen der Neurobiologie. Bislang wird in der Fachwelt häufig strikt zwischen einer hochgradig zielgerichteten synaptischen Übertragung und der sogenannten Volumenübertragung unterschieden. Das Forschungsteam geht demgegenüber von fließenden Übergängen zwischen diesen beiden Übertragungsformen aus.

Untersucht werden soll dieses Zusammenspiel anhand des primären erregenden Botenstoffs Glutamat sowie der Neuromodulatoren Dopamin und Noradrenalin. Räumlich konzentrieren sich die Arbeiten auf zwei zentrale Hirnareale: den Hippocampus, der unter anderem für Lern- und Gedächtnisprozesse zuständig ist, und den präfrontalen Kortex, der wesentliche kognitive Steuerungsfunktionen übernimmt.

Interdisziplinäre Kooperation und moderne Messtechniken

Die Koordination des Verbunds liegt am Universitätsklinikum Bonn (UKB) und der Universität Bonn. Als Sprecher der Gruppe fungiert Christian Henneberger, während Susanne Schoch McGovern die stellvertretende Sprecherfunktion innehat. Beide forschen am UKB und an der Universität Bonn.

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Neben dem UKB und der Universität Bonn sind das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) am Standort Bonn sowie die Universität Göttingen an der Kooperation beteiligt.

Zum Kreis der mitwirkenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zählen neben Henneberger und Schoch McGovern auch Blaess, Dietrich, Hagelueken und Tchumatchenko seitens des UKB und der Universität Bonn. Das DZNE Bonn ist durch Fuhrmann, Krabbe und Petzold vertreten, während Nägerl für die Universität Göttingen forscht.

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Um die Signalprozesse auf verschiedenen Ebenen präzise zu erfassen, kombiniert die Forschungsgruppe experimentelle und computergestützte Verfahren. Zum Einsatz kommen unter anderem optische Sensoren, hoch- und superauflösende Lichtmikroskopie sowie Elektronenmikroskopie. Flankiert werden diese bildgebenden Verfahren durch Methoden des Protein-Engineerings auf Basis künstlicher Intelligenz und durch mathematische Modellierungen.

Vierjährige Förderperiode und langfristige Ausrichtung

Die DFG hat für die Forschungsgruppe eine erste Förderperiode von vier Jahren bewilligt. Neben dem Erkenntnisgewinn in der neurobiologischen Grundlagenforschung verfolgt der Verbund auch anwendungsorientierte Perspektiven: Langfristig sollen die aus den Projekten gewonnenen Einsichten zu einem vertieften Verständnis neurologischer und neurodegenerativer Erkrankungen beitragen.

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