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Swiss Re-Analyse: Verflechtungen globaler Unternehmensrisiken steigen um 24 Prozent

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 23:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

KI und Lieferketten verbinden Risiken über Branchen hinweg; zugleich wachsen finanzielle Belastungen und operative Gefahren.

Swiss-Re-Analyse: Unternehmensrisiken weltweit stärker verflochten
Ein komplexes elektrisches Umspannwerk bei Dämmerung mit sich kreuzenden Stromleitungen vor einem stürmischen Himmel. Illustration mit AI erstellt.

Eine gemeinsame Analyse des Swiss Re Institute und der London School of Economics (LSE) zeigt eine deutliche Zunahme der Verflechtungen zwischen globalen Unternehmensrisiken. Laut dem am Freitag veröffentlichten Sigma-Bericht, der die Risikoberichterstattung von 91 Fortune-100-Unternehmen untersuchte, stiegen die Verknüpfungen zwischen den gemeldeten Risiken im Vergleich zu 2019 um 24 Prozent.

Als zentrale Verbindungspunkte identifizierten die Experten Künstliche Intelligenz (KI) und Abhängigkeiten in den Lieferketten. Über diese Kanäle könnten technologische, geopolitische und klimabedingte Störungen zunehmend sektorübergreifend kaskadieren.

Expansion technologischer Risiken über den IT-Sektor hinaus

Die Berichterstattung über Risiken durch KI und neue Technologien hat im Zeitraum zwischen 2019 und 2026 um rund 30 Prozent zugenommen. Dabei beschränkt sich die Wahrnehmung dieser Gefahren nicht mehr nur auf den Technologiesektor.

Analysten beobachten eine Ausbreitung der Risikowahrnehmung in Branchen wie dem Einzelhandel, der Pharmaindustrie sowie bei Fluggesellschaften und Nahrungsmittelproduzenten. Parallel dazu stiegen die Nennungen von Klimarisiken seit 2019 um etwa 31 Prozent.

Die physische Infrastruktur, auf der diese Technologien basieren, erweist sich laut der Studie als zunehmend verwundbar. So liegen über ein Viertel der US-Rechenzentren in Gebieten, in denen jährlich mindestens drei Großhageltage verzeichnet werden.

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Mehr als 40 Prozent dieser Standorte befinden sich zudem in Zonen mit erheblichem Tornadorisiko. Auch die globale Hardware-Produktion steht vor geografischen Herausforderungen: Etwa 88 Prozent der taiwanesischen Halbleiterwerke sind in Regionen mit extremem Erdbebenrisiko angesiedelt.

Marktkonzentration und systemische Stabilitätsrisiken

Ein wesentlicher Faktor für die zunehmende Vernetzung ist die starke Konzentration auf wenige Anbieter. Im Jahr 2024 kontrollierten drei Provider rund 70 Prozent der globalen Cloud-Infrastruktur. Ähnliche Tendenzen zeigen sich im Finanzwesen, wo drei Unternehmen 97 Prozent der weltweiten Kreditkartentransaktionen abwickelten.

Ivan Gonzalez, CEO Corporate Solutions bei Swiss Re, gab zu bedenken, dass Unternehmen oberflächlich betrachtet breit diversifiziert wirken könnten, während ihre Zulieferer und Kunden tatsächlich von derselben kritischen Infrastruktur abhängig seien.

Diese Entwicklung ruft auch Regulierungsbehörden auf den Plan. Jeff Schmid, Präsident der Kansas City Fed, erklärte, die US-Notenbank müsse prüfen, ob das Ökosystem aus KI und Rechenzentren eine Größe und Vernetzung erreicht habe, die als systemrelevant („too big to fail“) einzustufen sei. Es werde bewertet, ob Störungen in diesem Bereich Stress auf die gesamte Wirtschaft übertragen könnten.

Finanzielle Lasten und operative Bedrohungen

Der Ausbau der notwendigen KI-Infrastruktur erfordert enorme Kapitalmengen. Schätzungen zufolge belaufen sich die Gesamtkosten bis 2032 auf 10,3 Billionen US-Dollar. Berichten von Goldman Sachs zufolge sind etwa 33 bis 37 Prozent der Investitionen großer KI-Anbieter schuldenfinanziert.

Dass diese Expansion finanzielle Risiken birgt, zeigt das Beispiel Oracle: Das Unternehmen verfehlte Zahlungen für ein KI-Rechenzentrum in New Mexico und berief sich auf höhere Gewalt. Die langfristigen Schulden des Konzerns stiegen im Jahresvergleich um 43 Prozent auf über 117 Milliarden US-Dollar, was zu einer Herabstufung durch S&P führte.

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Neben finanziellen Risiken konkretisieren sich auch die operativen Gefahren durch den Einsatz automatisierter KI-Systeme. Jüngste Analysen von Gambit Security dokumentieren den Einsatz von KI-Harnessen für automatisierte End-to-End-Angriffe. Dabei wurden seit Juli über 600.000 Kreditkartendaten gestohlen und Skimmer auf mindestens 119 Websites platziert.

Zu den Opfern zählten unter anderem eine US-Airline und ein großer Industriebedarfshändler. Laut Gambit-Gründer Eyal Sela ermöglichte der KI-Einsatz in vielen Fällen einen Zugriff auf Firmennetzwerke in weniger als einem Tag.

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