Swift-Blockchain: 17 Großbanken starten Live-Pilotphase
Veröffentlicht: 12.07.2026 um 10:41 Uhr, Redaktion boerse-global.de
17 Großbanken aus sechs Kontinenten testen ab sofort die rund um die Uhr mögliche Abwicklung von Auslandszahlungen mit tokenisierten Einlagen. Das gab das Unternehmen am 10. Juli bekannt.
Meilenstein nach neun Monaten Entwicklung
Die Plattform entstand innerhalb von neun Monaten nach der Branchenkonferenz Sibos 2025. Nun startet die Pilotphase mit namhaften Instituten wie HSBC, Citi, Deutsche Bank-Schwester BNY, UBS und der französischen BNP Paribas. Auch die asiatischen Geldhäuser DBS, MUFG und OCBC sind mit von der Partie, ebenso wie die australische ANZ und die südafrikanische FirstRand.
Die teilnehmenden Banken sind ein Ausschnitt aus über 40 Instituten, die bereits an der Designphase mitwirkten. Zwar macht die Pilotgruppe nur rund 0,15 Prozent der mehr als 11.500 an das Swift-Netzwerk angeschlossenen Institute aus – doch darunter befinden sich acht global systemrelevante Banken (G-SIBs).
Thierry Chilosi von Swift betonte, die Initiative übertrage das Vertrauen etablierter Finanzsysteme in die Welt des digitalen Geldes. HSBC-Vertreter bezeichneten den Start als „großen Fortschritt" bei der Lösung von Interoperabilitätsproblemen im Bereich digitaler Vermögenswerte.
Technische Basis: Hyperledger Besu und Chainlink
Das gemeinsame Hauptbuch basiert auf Hyperledger Besu, einer genehmigten Blockchain-Plattform, und nutzt das Cross-Chain Interoperability Protocol (CCIP) von Chainlink. Diese Infrastruktur ermöglicht die Bewegung tokenisierter Einlagen über ein sicheres, verteiltes Netzwerk.
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Entscheidend ist die entkoppelte Abwicklung: Während der Transfer tokenisierter Werte sofort und jederzeit erfolgen kann, wird die endgültige Abwicklung über bestehende Echtzeit-Bruttozahlungssysteme (RTGS) oder traditionelle Wege vollzogen. So bleiben tokenisierte Einlagen im regulierten Rahmen.
Bereits heute erreichen 75 Prozent der Zahlungen im Swift-Netzwerk den Empfänger innerhalb von zehn Minuten. Die Blockchain-Lösung soll diese Effizienz weiter steigern und künftig programmierbare Zahlungen sowie autonomen Handel ermöglichen.
Der Pilot folgt auf technische Meilensteine: Ende März hatte Swift die Entwicklung eines Minimum Viable Product (MVP) bestätigt. Parallel läuft die Umstellung auf den ISO-20022-Standard, der bis November 2026 abgeschlossen sein muss – danach werden unstrukturierte Adressen aus dem Zahlungssystem entfernt.
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Wettbewerb im digitalen Zahlungsverkehr
Die Aktivierung von Swifts Blockchain-Hauptbuch fällt in eine phase rasanter Veränderungen im digitalen Zahlungsverkehr. Das Stellar-Netzwerk verarbeitete im ersten Quartal 2026 ein Zahlungsvolumen von umgerechnet rund fünf Milliarden Euro – ein Plus von 71 Prozent im Jahresvergleich. Die Terminbörse CME hatte im Februar Futures auf den Stellar-Token XLM gelistet.
Auch Ripple machte von sich reden: Am 6. Juli erhielt das Unternehmen eine CASP-Lizenz (Crypto Asset Service Provider) der Luxemburger Finanzaufsicht CSSF. Zwei Tage später verzeichneten Spot-ETFs auf XRP allerdings Nettoabflüsse von umgerechnet rund 6,7 Millionen Euro.
Im privaten Sektor hat JPMorgans Kinexys-Plattform bereits ein Volumen von über 3,7 Billionen Euro verarbeitet. Der gesamte Markt für digitale Vermögenswerte wächst weiter: Die Marktkapitalisierung aller Stablecoins liegt aktuell bei rund 287 Milliarden Euro. In einer weiteren regulatorischen Entwicklung erhielt Circle kürzlich die Zulassung als US-amerikanische National Trust Bank.
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