Surface Pro 12 und Laptop 13: Microsoft verzichtet auf Copilot+-Label
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 02:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsoft vollzieht einen signifikanten Kurswechsel in seiner Marketingstrategie für KI-basierte Hardware. Laut Branchenberichten ist das Label „Copilot+ PC“ faktisch vom Markt verschwunden, da erhebliche Lücken zwischen der ursprünglichen Vermarktung und der tatsächlichen Umsetzung bestehen.
Microsoft bestätigte in diesem Zusammenhang, dass die für das Jahr 2026 geplanten neuen Modelle Surface Pro 12" und Surface Laptop 13" nicht mehr als Copilot+ PCs vermarktet werden. Dies gilt trotz der Tatsache, dass die Geräte mit einem Startpreis von über 1.000 US-Dollar sämtliche technischen Anforderungen, insbesondere eine NPU-Leistung von mindestens 40 TOPS, erfüllen.
Beibehaltung technischer Standards ohne Marketing-Label
Brett Ostrum, Surface CVP bei Microsoft, bestätigte im Rahmen des Snapdragon Summit, dass die kommenden Hardware-Generationen zwar die technischen Mindestanforderungen erfüllen, das spezifische Branding jedoch entfällt.
Die Standards von mindestens 40 TOPS NPU-Leistung, 16 GB Arbeitsspeicher und einer 256 GB SSD bleiben als interne Messlatte für KI-Leistungsfähigkeit bestehen. Ostrum betonte, dass die Geräte die Anforderungen der bisherigen Messlatte erreichen, Microsoft sich jedoch gegen die weitere Nutzung des Labels entschieden habe.
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Auch Qualcomm, ein enger Partner bei der Einführung der ersten Copilot+ PCs, reagierte auf die Entwicklung. Kedar Kondap, SVP bei Qualcomm, erklärte, dass die Nutzererfahrung auf Basis der NPU auch ohne das explizite Label erhalten bleibe. Es sei wahrscheinlich, dass weitere Geräte mit vergleichbaren Leistungsmerkmalen künftig ebenfalls von der Nutzung des Brandings abrücken werden.
Strategische Neuausrichtung hin zur Copilot-Plattform
Parallel zum Ende des Hardware-Brandings forciert Microsoft den Ausbau der Copilot-Plattform. CEO Satya Nadella bezeichnete die überarbeitete Plattform bereits als ein neues Betriebssystem.
In der künftigen Ausrichtung soll Copilot zu einer sogenannten Superapp weiterentwickelt werden, die in drei zentrale Bereiche gegliedert ist: „Home“ für den Chat und Zugriff auf Microsoft-365-Anwendungen, „Code“ für die App-Erstellung mittels natürlicher Sprachbefehle und „Autopilot“ für autonome KI-Agenten, die komplexe Aufgabenketten bearbeiten können.
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Während das Branding für PCs verschwindet, bleiben KI-Funktionen wie Recall, Click to Do und Live Captions auf kompatibler Hardware mit mindestens 40 TOPS NPU-Leistung bestehen. Die technische Infrastruktur wird zudem durch agentische Funktionen in Azure ergänzt.
Microsoft plant, den Rollout der neuen Plattformfunktionen in Wellen an Microsoft-365-Nutzer durchzuführen, wobei Unternehmenskunden beim Zugriff auf die Autopilot-Funktionen priorisiert werden sollen.
Ursachen für das Ende der Marketing-Kampagne
Branchenanalysten sehen verschiedene Gründe für das vorzeitige Ende des Copilot+ PC Brandings. Ein wesentlicher Faktor war der Sicherheitsvorfall um die Funktion Recall im Jahr 2024, bei dem unverschlüsselte Screenshots kritisiert wurden.
Zudem wurden die Verkaufsziele offenbar nicht erreicht; im dritten Quartal 2024 machten Copilot+ Laptops weniger als 10 Prozent des weltweiten Marktanteils aus. Experten bemängelten zudem eine unklare Abgrenzung zwischen den Begriffen Copilot+ PC und AI PC sowie einen mangelnden Mehrwert der KI-Funktionen gegenüber herkömmlichen CPU- und GPU-Lösungen.
Andere Marktteilnehmer wie NVIDIA nutzen das Label bei ihren Windows-11-Systemen ebenfalls nicht, obwohl die technischen Spezifikationen erfüllt sind. Microsoft integriert KI-Funktionen nun verstärkt direkt in das Windows-Ökosystem, anstatt sie unter einem separaten Hardware-Label zu führen.
Weitere Details zur künftigen Ausrichtung von Windows und der Surface-Sparte werden für ein Event im Oktober 2026 erwartet. Trotz des Strategiewechsels im Privatkundenbereich bleibt das Geschäft mit Copilot im Enterprise-Sektor stabil; laut internen Angaben verzeichnet Microsoft 365 Copilot bereits 30 Millionen bezahlte Lizenzen.
