Sura-vec, Retinopathie

Sura-vec bei diabetischer Retinopathie: 60 Prozent verbessern sich deutlich

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 04:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

In der Phase-II-Studie verbesserten sich 60 Prozent nach einmaliger Gabe um mehr als zwei DRSS-Stufen; neue Sicherheitssignale wurden nicht festgestellt.

REGENXBIO: Gentherapie zeigt nach drei Jahren anhaltende Wirkung
Nahaufnahme des menschlichen Augenhintergrunds mit detaillierten Strukturen der Netzhaut und des Sehnervs. Illustration mit AI erstellt.

Diabetische Retinopathie zählt zu den häufigsten Ursachen für Seherkrankungen bei älteren Menschen mit Diabetes und erfordert bislang meist wiederholte Behandlungen.

Neue Langzeitdaten des Unternehmens REGENXBIO zu seiner Gentherapie surabgene lomparvovec (sura-vec) liefern nun Hinweise darauf, dass eine einmalige Behandlung über Jahre hinweg Wirkung zeigen kann. Das Unternehmen stellte die Ergebnisse der Phase-II-Studie ALTITUDE auf der Jahrestagung der Retina Society vor, mit Datenstand vom 17. August 2026.

Ergebnisse nach drei Jahren

Im Zentrum der Auswertung steht die Behandlungsgruppe mit der Dosierungsstufe 3 (1,0 × 10¹² GC/Auge), bei der die Gentherapie in einer einmaligen suprachoroidalen Gabe direkt in der Praxis verabreicht wurde.

Von zehn Teilnehmenden, die einen Drei-Jahres-Kontrollbesuch erreichten, zeigten sechs eine Verbesserung um mehr als zwei Stufen auf der DRSS-Skala (Diabetic Retinopathy Severity Scale) – und das ohne zusätzliche Behandlung der diabetischen Retinopathie. Laut REGENXBIO traten bei diesen sechs Teilnehmenden zudem keine sehbedrohenden Ereignisse auf.

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Bemerkenswert ist auch die Entwicklung einer weiteren Untergruppe: Von vier Teilnehmenden, die nach einem Jahr eine Verbesserung um eine Stufe erreicht hatten, ohne zusätzliche Anti-VEGF-Injektionen zu erhalten, verbesserten sich drei bis zum dritten Jahr um mehr als zwei DRSS-Stufen. Dies deutet darauf hin, dass der Behandlungseffekt bei einem Teil der Patientinnen und Patienten über die Zeit sogar noch zunehmen kann, statt nachzulassen.

Insgesamt beziffert REGENXBIO den Anteil der Teilnehmenden mit einer Verbesserung um mehr als zwei DRSS-Stufen nach einer einmaligen Behandlung, ohne zusätzliche Therapie oder sehbedrohende Ereignisse, auf 60 Prozent.

Sicherheitsprofil über drei Jahre

Zur Sicherheit der Therapie berichtete REGENXBIO, dass bei prophylaktischer topischer Steroidgabe bei den beobachteten 17 Teilnehmenden bis zum dritten Jahr keine intraokulare Entzündung aufgetreten sei. Insgesamt seien im Studienverlauf keine neuen Sicherheitssignale zu sura-vec festgestellt worden.

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Für eine Gentherapie, die auf eine dauerhafte Wirkung nach einmaliger Gabe abzielt, sind derartige Langzeit-Sicherheitsdaten von besonderer Bedeutung, da mögliche verzögerte Nebenwirkungen erst über einen längeren Beobachtungszeitraum sichtbar würden.

Bedeutung für die weitere Entwicklung

Die in der ALTITUDE-Studie geprüfte Dosierungsstufe 3 wird nun auch in der weiterführenden Studie NAAVIGATE untersucht, die sich in der Phase IIb/III befindet. Damit baut das Unternehmen auf denjenigen Dosis- und Verabreichungsparametern auf, die in der Langzeitbeobachtung die genannten Ergebnisse lieferten.

Für Patientinnen und Patienten mit nicht-proliferativer diabetischer Retinopathie – einer Erkrankung, die besonders im höheren Lebensalter häufig mit Diabetes einhergeht und derzeit meist wiederholte Anti-VEGF-Injektionen erfordert – könnten die Daten perspektivisch von Bedeutung sein: Eine einmalige suprachoroidale Gabe, die über mehrere Jahre eine Stabilisierung oder Verbesserung des Krankheitsbilds ermöglicht, würde die Behandlungslast gegenüber wiederkehrenden Injektionstherapien deutlich verringern. Ob sich die in der Phase-II-Studie beobachteten Effekte in der größer angelegten NAAVIGATE-Studie bestätigen, bleibt jedoch abzuwarten.

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de | wissenschaft | 70180365 |