Supply-Chain-Expo Beijing: 600 Aussteller zeigen KI-Revolution
27.06.2026 - 07:21:36 | boerse-global.de
Die vierte China International Supply Chain Expo (CISCE) in Beijing zeigte: Digitale Technologien verändern globale Handelsstrukturen grundlegend. Über 600 Aussteller aus 85 Ländern präsentierten ihre Konzepte – der Auslandsanteil lag bei rund 36 Prozent. Im Fokus stand die Vernetzung von künstlicher Intelligenz und industrieller Fertigung.
KI-Zone erstmals auf der Messe
Erstmals richtete die Fachmesse eine eigene KI-Zone ein. Führende Technologieunternehmen zeigten dort ihre Konzepte für eine intelligente Wirtschaft. Der US-Halbleiterkonzern NVIDIA stellte seinen „Five-Layer AI Stack“ vor. Intel verwies auf die Zusammenarbeit mit über 15.000 chinesischen Partnern und präsentierte ein System zur zentralen Steuerung intelligenter Anwendungen.
Auch Apple nutzte die Plattform. Der Konzern zeigte Kooperationen mit chinesischen Partnern wie Sunny Optical, AAC Technologies und Cowain. Branchenanalysten wiesen darauf hin, dass die Zahl der KI-Unternehmen in China 2025 die Marke von 6.000 überschritten hatte. Der Kernmarkt der Branche erreichte ein Volumen von mehr als 1,2 Billionen Yuan.
Konkrete Anwendungen gibt es bereits: SAP zeigte autonomes Lieferkettenmanagement, Medtronic präsentierte KI-gestützte Diagnosesysteme für die Herzchirurgie.
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Humanoide Roboter und superstarke Materialien
Im Bereich der industriellen Automatisierung bildeten humanoide Roboter einen Schwerpunkt. Das Unternehmen UBTECH demonstrierte ein neues Modell mit 53 Freiheitsgraden. Seine Muskelstruktur kommt aus dem 3D-Drucker.
Parallel dazu gab es Fortschritte in der Werkstofftechnik. Sinochem stellte Materiallösungen vor, deren Zugfestigkeit die von Stahl um das Zehnfache übertrifft. Die Greifkraft liegt bei bis zu 250 Kilogramm.
Auch Konsumgüter- und Gastronomiekonzerne zeigten weitgehende Automatisierungsstrategien. L'Oréal präsentierte ein KI-gesteuertes Verpackungszentrum. Yum China stellte ein System vor, das KI und Robotik über die gesamte Betriebskette integriert.
Grüne Transformation als zweite Säule
Neben der Digitalisierung war die ökologische Umgestaltung der Lieferketten ein dominierendes Thema. Schneider Electric kündigte den Ausbau seines Nachhaltigkeitsprogramms an. Bis 2030 sollen rund 1.500 Lieferanten in ein CO2-neutrales Ökosystem eingebunden werden. Honeywell präsentierte auf einer erweiterten Ausstellungsfläche mehrere Produktinnovationen für höhere Ressourceneffizienz.
In der Agrarwirtschaft zeichnet sich ein Trend zu regenerativen Methoden ab. McDonald's China und Partner wie Syngenta und McCain unterzeichneten Vereinbarungen zur Förderung einer nachhaltigen Kartoffel-Lieferkette. Ziel ist die Implementierung regenerativer Anbaupraktiken durch Schulungen und Pilotprojekte.
Begleitend dazu gab es KI-basierte Sortieranlagen für die Landwirtschaft und intelligente Prothesen für den Gesundheitssektor.
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Technologische Resilienz gegen Handelsstörungen
Die verstärkte Hinwendung zu technologischen Lösungen werten Logistikexperten auch als Reaktion auf die schwierige Lage des globalen Handelssystems. Die Blockade strategisch wichtiger Seewege wie der Straße von Hormus sowie die anhaltenden Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges belasten die internationalen Handelsrouten.
In diesem Umfeld setzen Unternehmen verstärkt auf Datenkooperation und technologische Autonomie. Regierungsvertreter betonten während der Messe, dass China mit einer installierten Kapazität an erneuerbaren Energien von 4,01 Milliarden Kilowatt (Stand Mai 2026) eine stabilisierende Rolle in den globalen grünen Lieferketten einnehme. 62 Prozent dieser Kapazität stammen aus nicht-fossilen Quellen.
Die Kosten für Wind- und Solarenergie sind in den vergangenen Jahren um bis zu 80 Prozent gesunken. Das gilt als wesentlicher Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit der intelligenten Produktion.
