Supplemente, Wirkstoffe

Supplemente: Nur drei Wirkstoffe halten, was sie versprechen

09.06.2026 - 18:48:52 | boerse-global.de

Ernährungsberaterin analysiert Supplement-Markt: Vitamin D, Omega-3 und Kollagen sind wissenschaftlich gestützt, Multivitamine oft unnötig.

Nahrungsergänzungsmittel: Nur wenige Produkte halten Versprechen
Supplemente - Verschiedene Nahrungsergänzungsmittel, Kapseln und Pillen, auf einer sauberen Oberfläche, die eine kritische Betrachtung symbolisieren. 09.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Von tausenden Nahrungsergänzungsmitteln halten nur wenige, was sie versprechen.

Die Ernährungsberaterin Josie Porter hat die Supplement-Industrie unter die Lupe genommen. Ihre Analyse vom heutigen Dienstag zeigt: Die Branche ist hochprofitabel – aber viele Produkte haben eine dünne wissenschaftliche Basis. Porter identifizierte lediglich drei Ausnahmen.

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Vitamin D steht ganz oben auf der Liste. Der britische NHS empfiehlt die Einnahme in den Herbst- und Wintermonaten. Auch Omega-3 kann sinnvoll sein – aber nur für Menschen, die keinen fettreichen Fisch essen. Kollagen wiederum hilft gezielt bei Sehnenverletzungen, sowohl in mariner als auch in boviner Form.

Von Multivitaminpräparaten ohne diagnostizierten Mangel raten Fachleute dagegen ab.

Natürliche Alternativen zu Ozempic: Was taugen sie wirklich?

Der Hype um Abnehmspritzen wie Ozempic hat die Suche nach natürlichen Alternativen befeuert. Ein Faktencheck dämpft die Hoffnungen.

Berberin zeigt zwar leichte Effekte auf Gewicht und BMI – aber deutlich schwächer als verschreibungspflichtige Medikamente. Bei Safran ist die Datenlage zu dünn für verlässliche Aussagen. Die plausibelste Option unter den freiverkäuflichen Mitteln: Flohsamenschalen. Sie wirken als Ballaststoffe sättigungsfördernd, ersetzen aber keine medizinische Behandlung.

Effektiver als die meisten Supplemente ist eine proteinreiche Ernährung. 1,2 bis 1,5 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht fördern die natürliche Ausschüttung des Sättigungshormons GLP-1.

Bitterstoffe und Langlebigkeit: Neue Forschung

Forschende des Leibniz-Instituts an der TU München haben die Wirkung von Bitterstoffen untersucht. Ihre Studie, veröffentlicht gestern im Journal „Molecular Nutrition & Food Research", zeigt: Extrakte aus Meisterwurz, Wacholder, Salbei und Schafgarbe regen die Magensäureproduktion besonders stark an.

Den intensivsten Effekt erzielte eine Kombination aus neun Pflanzen, die drei verschiedene Bitterstoff-Rezeptoren stimulierten. Enzian und Löwenzahn zeigten hingegen eine schwächere Wirkung.

Parallel dazu testet das US-Unternehmen Retro Biosciences in Australien das Präparat RTR242. Die Pille soll die zelluläre Selbstreinigung (Autophagie) fördern – ein möglicher Ansatz zur Alzheimer-Prävention. Erste belastbare Daten werden für August 2026 erwartet.

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Die Longevity-Expertin Nina Ruge betont jedoch: Lebensstil-Interventionen wie Sport, Fasten und ausreichend Schlaf bleiben die wirksamsten Maßnahmen zur Lebensverlängerung.

Ketogene Diät bei psychischen Erkrankungen

Eine Pilotstudie der Stanford University deutet auf ein neues Anwendungsfeld hin. Die ketogene Diät könnte bei schweren psychischen Erkrankungen wie Schizophrenie oder bipolaren Störungen unterstützend wirken.

In der viermonatigen Untersuchung verbesserten sich die Symptome der Teilnehmer um durchschnittlich 32 Prozent. Zudem ließen sich Stoffwechselnebenwirkungen von Antipsychotika reduzieren.

Behörden warnen vor Ernährungstrends aus sozialen Medien

Trotz dieser spezifischen Potenziale schlagen Kontrollbehörden Alarm. Der Bremer Lebensmittelüberwachungsdienst LMTVet warnte gestern vor Rohmilch, die oft unter dem Schlagwort „Natürlichkeit" vermarktet wird. Der Konsum kann schwere Infektionen mit EHEC oder Salmonellen auslösen – im schlimmsten Fall bis zum akuten Nierenversagen (HUS-Syndrom).

Auch roher Keksteig und bestimmte Sprossen bergen erhöhte Hygienerisiken.

Bei Diätshakes lieferte die Stiftung Warentest eine Orientierung: Testsieger ist Optifast Drink Vanille mit der Note „gut (2,4)". Experten betonen jedoch: Solche Produkte sind nur innerhalb eines strukturierten Gesamtkonzepts zur Gewichtsreduktion sinnvoll.

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