Super Intelligence Force: Trumps neue KI-Arbeitsgruppe hat 120 Tage Zeit
Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 22:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
US-Präsident Donald Trump hat den amtierenden Direktor der nationalen Nachrichtendienste, Jay Clayton, über die Online-Plattform Truth Social zum neuen KI-Beauftragten des Weißen Hauses ernannt.
In dieser Funktion übernimmt Clayton zugleich die Führung einer neu ins Leben gerufenen Arbeitsgruppe mit dem Namen „Super Intelligence Force“. Die Ankündigung erfolgte am Sonntagmorgen mit der Vorgabe, die weltweite Spitzenposition der Vereinigten Staaten im Bereich hochentwickelter KI-Systeme zu behaupten.
Doppelrolle für den obersten Geheimdienstkoordinator
Clayton, der seit August 2026 als Geheimdienstchef amtiert und die Aufsicht über 18 US-Nachrichtendienste führt, soll diese Aufgabe parallel zu seinem neuen Posten im Weißen Haus weiterführen. Vor seiner aktuellen Funktion war er unter anderem als Vorsitzender der US-Börsenaufsicht SEC sowie als Bundesstaatsanwalt für den südlichen Bezirk von New York tätig.
Gegenüber Medienvertretern ordnete Clayton das Thema Superintelligenz als Angelegenheit der nationalen Sicherheit ein. Das Risiko, in diesem Feld nicht die führende Rolle einzunehmen, stufte er als gravierend ein, weshalb er sich auch gegen eine Verlangsamung oder Pause bei der technologischen Entwicklung aussprach.
Im Vorfeld der Ernennung war über verschiedene Kandidaten spekuliert worden, wobei Finanzminister Scott Bessent laut Berichten für diesen spezifischen Posten ausgeschlossen worden war.
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120-Tage-Frist für Sicherheits- und Strategiebericht
Die neu gegründete Taskforce erhielt am 4. Oktober 2026 den Auftrag, binnen 120 Tagen einen umfassenden Bericht vorzulegen. Das Papier soll Risiken sowie Potenziale von KI analysieren, Handlungsempfehlungen für die Bundesebene formulieren und wird direkt an Trump sowie dessen Stabschefin Susie Wiles übergeben. Neben Wiles gehören dem Gremium unter anderem Vizepräsident JD Vance, Verteidigungsminister Pete Hegseth und Finanzminister Scott Bessent an.
Die Stellvertretung im Vorsitz übernehmen Emil Michael, Technologiechef des Pentagons, Scott Kupor, Leiter der Bundespersonalbehörde OPM, und Andrew Ferguson, Vorsitzender der Handelskommission FTC. Für die externe Beratung wurden Technologieinvestor David Sacks sowie die frühere US-Außenministerin Condoleezza Rice herangezogen.
Zu den Aufgaben der Arbeitsgruppe gehört die Koordinierung des Bundes mit Wirtschaftsunternehmen, Verbrauchern, Interessen- und Religionsgruppen sowie Betreibern kritischer Infrastrukturen. Zudem soll das Gremium bestehende Meldewege für Cyberangriffe und Sicherheitsvorfälle evaluieren, um die Reaktionsfähigkeit der Bundesbehörden zu verbessern.
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Deregulierungsansatz im geopolitischen Wettbewerb
Die Personalentscheidung folgt auf ein hochrangiges Treffen Trumps mit den Spitzen führender Technologieunternehmen in der Vorwoche. Vertreter von OpenAI, Anthropic, Google, Meta, Nvidia und Elon Musks SpaceXAI hatten im Weißen Haus eine freiwillige, moralisch bindende Vereinbarung über Sicherheitsstandards unterzeichnet, die mehrstufige Evaluierungs- und Kontrollprozesse vorsieht. Bereits bei diesem Anlass hatte der Präsident angekündigt, binnen weniger Tage einen KI-Beauftragten vorzustellen.
Die US-Regierung verfolgt derzeit einen innovationsfreundlichen Kurs mit geringen regulatorischen Eingriffen, um im globalen Wettbewerb mit China den Vorsprung zu sichern. Eine Zusammenarbeit mit dem chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping im Bereich der KI-Regulierung lehnt Trump ab. Zugleich wies das Außenministerium Diplomaten an, den Begriff der Superintelligenz standardmäßig zu verwenden.
Während Bundesgesetze zur Künstlichen Intelligenz weiterhin fehlen und einzelne Bundesstaaten wie Kalifornien eigene Transparenzvorschriften erlassen haben, plädieren Branchenvertreter wie Dario Amodei von Anthropic und Sam Altman von OpenAI für verbindliche föderale Rahmenbedingungen, denen die amtierende US-Führung bislang skeptisch gegenübersteht.
