Süßholz-Genom, Erstes

Süßholz-Genom: Erstes lückenloses T2T-Modell umfasst alle acht Chromosomen

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 04:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Genomdaten zeigen genetische Unterschiede und natürliche Genübertragung; GiPHL1 reguliert Gi4CL5, das bei G. inflata Wirkstoffbildung und Stressresistenz unterstützt.

Glycyrrhiza uralensis: Forschende veröffentlichen vollständiges T2T-Genom
Nahaufnahme einer wild wachsenden Süßholzpflanze in einer trockenen, felsigen Landschaft unter natürlichem Sonnenlicht. Illustration mit AI erstellt.

Im Bereich der pflanzlichen Genetik ist ein bedeutender Fortschritt bei der Untersuchung von Heilpflanzen gelungen. Wie aus einem Bericht vom 23. September 2026 hervorgeht, haben Forschende das erste lückenlose Telomer-zu-Telomer-Genom (T2T) der Art Glycyrrhiza uralensis veröffentlicht.

Diese Forschungsarbeit umfasst alle acht Chromosomen der Pflanze und stellt eine wesentliche Grundlage für das Verständnis der genetischen Architektur dieser für die Medizin relevanten Gattung dar.

Vollständige Sequenzierung der Glycyrrhiza-Chromosomen

Ergänzend zur vollständigen Sequenzierung von G. uralensis erstellten die beteiligten Forschenden Chromosomen-Genomassemblierungen für weitere Arten, namentlich G. inflata und G. glabra. Die Ausweitung der Datenbasis ermöglicht laut den vorliegenden Erkenntnissen einen präzisen Vergleich innerhalb der Gattung Glycyrrhiza, die international als Süßholz bekannt ist und weltweit in verschiedenen medizinischen Kontexten Verwendung findet.

Durch die lückenlose Darstellung der Chromosomenstruktur von der einen Endkappe (Telomer) zur anderen konnten genomische Bereiche erfasst werden, die in früheren, weniger detaillierten Assemblierungen oft verborgen blieben. Diese neue Detailtiefe erlaubt es der Wissenschaft, die Evolution und die spezifischen Anpassungsmechanismen der Pflanzen auf einer bisher nicht erreichten Ebene zu untersuchen.

Genetische Differenzierung und Populationsanalyse

Neben der rein strukturellen Analyse der Chromosomen untersuchten die Fachleute die genetische Vielfalt innerhalb natürlicher Populationen. Einem Bericht vom 23. September 2026 zufolge wurden Genomdaten von 188 wilden Akzessionen aus der Region Xinjiang analysiert.

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Das erste Telomer-zu-Telomer-Genom von Glycyrrhiza uralensis liegt vor — inklusive aller acht Chromosomen und der Assemblierungen von G. inflata und G. glabra. Für Züchter heißt das: erstmals sind die regulatorischen Bereiche sichtbar, die Wirkstoffgehalt und Stressresistenz steuern. Der kostenlose Leitfaden zeigt in 3 Schritten, wie Sie Gi4CL5 und GiPHL1 als Selektionsmarker nutzen. Kostenlosen Züchtungs-Leitfaden anfordern

Diese Untersuchungen machten eine deutliche geografische Differenzierung sichtbar, die Aufschluss darüber gibt, wie sich die verschiedenen Bestände in ihren jeweiligen Habitaten entwickelt haben.

Zudem beobachteten die Forschenden eine artübergreifende Introgression. Dies bedeutet, dass ein Transfer von Genmaterial zwischen den verschiedenen Arten der Gattung durch natürliche Hybridisierung stattgefunden hat. Solche Prozesse sind für die Pflanzenzüchtung von hohem Interesse, da sie die natürliche Basis für die Vielfalt von Merkmalen wie Krankheitsresistenz oder Inhaltsstoffzusammensetzung bilden.

Regulation der Metaboliten-Synthese und Stressresistenz

Ein zentraler Aspekt der Forschung lag auf der Identifizierung genetischer Faktoren, welche die Produktion sekundärer Pflanzenstoffe steuern. In diesem Zusammenhang identifizierten die Forschenden das Gen Gi4CL5 als einen entscheidenden Faktor für die Anreicherung von Licochalcon A. Dieser spezifische Metabolit ist für seine pharmakologischen Eigenschaften bekannt und macht die Pflanze für die pharmazeutische Industrie wertvoll.

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Schwankende Wirkstoffgehalte kosten Sie jede Charge — und bisher fehlten die genetischen Daten, um gegenzusteuern. Die Genomanalyse von 188 wilden Xinjiang-Akzessionen zeigt jetzt, welche Herkünfte sich genetisch unterscheiden und wo natürliche Introgression neue Merkmalskombinationen liefert. Der Leitfaden erklärt, wie Sie diese Populationsdaten für die Auswahl Ihrer Zuchtlinien nutzen. Populationsdaten für Ihre Züchtung auswerten

Die funktionale Analyse ergab zudem, dass der Transkriptionsfaktor GiPHL1 direkt an den Promotor von Gi4CL5 bindet und dessen Aktivität steuert. Das daraus resultierende regulatorische Modul, bestehend aus GiPHL1 und Gi4CL5, fördert bei der Art G. inflata nicht nur die Produktion von Licochalcon A, sondern trägt auch maßgeblich zur Stressresistenz der Pflanze bei.

Diese Erkenntnisse bieten neue Ansätze für den gezielten Anbau von Heilpflanzen, die unter schwierigen Umweltbedingungen bestehen müssen und gleichzeitig stabile Wirkstoffgehalte aufweisen sollen.

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